Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte

Siebenschläfer
„Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte“, Thienemann Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch geschenkt bekommen//

„Aber Mama, ich bin doch noch gar nicht müde…“ Solche oder ähnliche Sätze kennst du als Mama oder Papa bestimmt auch, wenn es für den Nachwuchs an der Zeit ist, ins Bett zu gehen. Auch der kleine Siebenschläfer kann nicht einschlafen. Für ihn ist dieses Problem aber wirklich gravierend, denn es geht um seinen Winterschlaf. Sieben Monate soll er schlummern, hat aber keine Idee, wie er das schaffen soll. Und seine Mama sagt: „Ein Siebenschläfer, der nicht schlafen kann, ist kein richtiger Siebenschläfer.“ Sie gibt ihm den Tipp, an etwas Schönes zu denken. Doch so richtig klappt das nicht. Er kommt einfach nicht zur Ruhe.

So lässt sich der kleine Siebenschläfer von den anderen Waldtieren inspirieren: Der Fuchs zählt mit ihm Schäfchen, die Nachtigall trillert ein Gute-Nacht-Lied, die Schnecke schleimt mit ihm um den Block, die Eule erzählt eine (viel zu spannende) Geschichte und die Fledermaus rät ihm zur Über-Kopf-Schlafposition (die mit der Drehung des Buches nachempfunden wird) – mit dem Ergebnis, dass alle anderen Tiere einschlafen, nur nicht der kleine Siebenschläfer. Auch das „Knuddelwuddelpuschelwuschelknuffeltier“ (was für ein Zungenbrecher!) des großen Bären führt nicht zum Erfolg.

Da denkt sich der kleine Siebenschläfer: Wenn alle schlafen, merkt ja keiner, dass ich noch wach bin. Während die anderen Tiere also tief und fest schlummern, malt er sich aus, was er in den kommenden sieben Monaten alles Tolles machen kann – und schläft dann schließlich darüber ein.

Bei uns ist dieses ansprechend gestaltete Pappbilderbuch der Dauerbrenner unter den Gute-Nacht-Geschichten. Vielleicht, weil es die Problematik des Nicht-Einschlafen-Könnens mit einem Augenzwinkern beschreibt und die einzelnen Tiere von Kerstin Schoene sehr naturgetreu gezeichnet sind.

Tipp: Man kann die Geschichte auch mit ein paar strategisch gezielten Gähnern „würzen“, um die Botschaft des Buches zu unterstreichen. 😉

Unser Fazit:

Wunderbar bebildert, liebevoll erzählt, und vielleicht ist ja DER Tipp dabei, wenn das Kind mal wieder „überhaupt nicht müde“ ist…

Klappentext:

Alle machen sich bereit für den Winterschlaf, nur der kleine Siebenschläfer ist kein bisschen müde. Aber ein Siebenschläfer, der nicht schlafen kann, das ist doch kein richtiger Siebenschläfer! Die Tiere aus dem Wald kommen vorbei, um ihm zu helfen – und werden dabei selbst müder und müder… Doch der kleine Siebenschläfer ist immer noch hellwach. Eine Gute-Nacht-Geschichte für alle, die nicht einschlafen können.

Buch-Infos:

Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte
Text: Sabine Bohlmann
Illustration: Kerstin Schöne
Thienemann Verlag
Pappbilderbuch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren (bei uns schon ab 2 1/2 sehr beliebt)
ISBN: 978-3522437868
Preis: 12,99 Euro

Werbeanzeigen

Alle müssen mal aufs Klo

Klo2
„Alle müssen mal aufs Klo“, Usborne Verlag, Fotos: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch geschenkt bekommen//

Als die Lütte anfing sich für die Toilette zu interessieren, war dieses Buch das perfekte Geschenk und auch abseits des Badezimmers gern „gelesene“ Lektüre. Denn seien wir doch mal ehrlich: Für ein Kind hat das große Geschäft eine große Faszination. Da kommt was aus meinem Popo! Was ist das? Warum stinkt das? Was passiert damit, wenn ich die Spülung drücke?

Klo1

Dieses Buch widmet sich auf interessante und humorvolle Weise diesen Fragen. Es erklärt anschaulich, wie viel Aa zum Beispiel ein Elefant jeden Tag macht, dass Blauwal-Aa rosa ist, und wie unterschiedlich die Haufen von Tieren aussehen können. Dass Kot durchaus auch einem sinnvollen Zweck dienen kann, etwa als Dünger für den Boden, als Botschaft unter Artgenossen, oder als Brennstoff, wird ebenfalls erwähnt. Und auch, dass ein Arzt durch die Untersuchung von Kotproben Krankheiten feststellen kann.

Last but not least kann das Kind raten, von welchem Tier welches Aa stammt. Besonders spannend wird das Buch durch die 40 bunten Klappen, die sich in unterschiedliche Richtungen öffnen lassen.

Unser Fazit:

Witzige, liebevoll gestaltete und informative (Klo-)Lektüre für den lockeren Umgang mit dem großen Geschäft. Da können selbst Erwachsene noch was lernen!

Klappentext:

Was plumpst denn da ins Klo oder Töpfchen? Machen Fische oder Insekten auch einen Haufen? Dieses charmante Buch erklärt ganz einfach und lustig die natürlichste Sache der Welt.

Buch-Infos:

Alle müssen mal aufs Klo
Illustrationen: Marta Álvarez Miguéns
Gestaltung: Suzie Harrison
Text: Katie Daynes
Usborne Verlag

Pappbilderbuch mit Klappen, 12 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
ISBN: 978-1782325741
Preis: 9,95 Euro

 

Hase, Fuchs und Reh fahren LKW

20190204_130545
„Hase, Fuchs und Reh fahren LKW“, Carlsen Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Wenn dein Kind von Fahrzeugen begeistert ist, habe ich hier einen lustigen, turbulenten Vorlesetipp: In dem farbenfrohen Pappbilderbuch „Hase, Fuchs und Reh fahren LKW“ sind 36 Tiere mobil unterwegs, zum Beispiel im Wohnmobil, im Gabelstapler und in der Limousine. Manche bewegen sich auch auf Schienen oder auf dem Wasser fort. Sie machen sich in Dreiergruppen auf die Reise, wobei das letztgenannte Tier der Aufzählung sich immer auf das nächste Gefährt reimt, das erst auf der folgenden Seite auftaucht, beispielsweise fliegt der Tiger mit dem Segelflieger, oder der Ziegenbock steigt in die Diesellok. Das animiert zum Mitraten und Mitsprechen. Am Ende nehmen alle Tiere in einer langen Kolonne Kurs auf den Parkplatz mit einem gemeinsamen Ziel: der großen Achterbahn!

Das Buch wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2 bis 6 Jahre ausgezeichnet. Der Leipziger Lesekompass zeichnet Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden.

Unser Fazit:

Ein unterhaltsames, niedlich illustriertes Buch mit vielen Details zum Entdecken. Nebenbei prägt sich das Kind nach und nach die Tier- und Fahrzeugnamen ein.

Klappentext:

36 Tiere in 12 tollen Fahrzeugen laden zur Reim-Reise ein. Komm, hör hin und rate mit, wer in welches Gefährt steigt. Wohin führt die Reise durch Stadt und Land wohl? Und wirst du am Ende mit allen Tieren rufen: Noch mal! Lustig, detailreich und spannend, ein Sprachspiel-Buch zum Immer-wieder-Anschauen!

Buch-Infos:

Hase, Fuchs und Reh fahren LKW
Text und Illustrationen: Dunja Schnabel
Carlsen Verlag
Kinderbuch, 36 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 2 Jahren
ISBN: 978-3551171009
Preis: 9,99 Euro

 

Zinnober in der grauen Stadt

zinnober
Maler Zinnober in der grauen Stadt, Ravensburger, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Maler Zinnober liebt die Farben, doch in seinen Farbtöpfen ist nur Grau und Schwarz. Denn er lebt in einer Stadt, in der Farben nicht erwünscht sind. Eines Tages streicht Zinnober das Haus von Herrn Brüll, dem Altwarenhändler – natürlich in Schwarz und Grau. Da hocken unter seiner Leiter die zwei Jungen Jonas und Paul, die mit bunter Kreide das Pflaster bemalen. Durch ein Missgeschick kippt Zinnober seinen Farbtopf um, und die graue Farbe fließt über die bunten Malereien. „Graumaler! Schwarzmaler!“, rufen die Kinder ihm wütend hinterher, als er nach getaner Arbeit nach Hause geht.

Dort fasst er einen Entschluss. Als alles schläft packt er sein Auto und fährt in die Stadt. Mit bunten Farben bemalt er einen ganzen Platz und versteckt sich, sobald der Tag anbricht. Aus seinem Versteck beobachtet er die Reaktionen der Menschen. Diese freuen sich über die bunten Malereien und bekommen gute Laune. Die beiden Kinder kommen dem „Buntmaler“ schließlich auf die Schliche und sind ganz überrascht, als sie Zinnober wiedererkennen. Gemeinsam schmieden sie einen Plan: Die ganze Stadt soll bunter werden! Bald merken die drei Farbrevolutionäre, dass sie mit diesem Wunsch nicht alleine dastehen. Und so wird aus dem grauen Ort nach und nach die farbenfrohe „Zinnoberstadt“.

Das Buch ist erstmals 1973 erschienen und wurde 2013 als Bilderbuch-Klassiker von Ravensburger neu aufgelegt. Bei den fantasievollen Illustrationen wurde kräftig in den Farbtopf gegriffen. So zeigen die Bilder eindrücklich die Verwandlung der Stadt. Außerdem wird sehr schön dargestellt, wie die gute Idee eines Einzelnen schließlich von Mensch zu Mensch wie eine Flamme weiter getragen wird und Leidenschaft und Begeisterung in anderen entfacht. Es erinnert mich an Guerilla-Gardening, denn durch das Werfen der „Samenbomben“ werden graue, triste Orte ja ebenfalls in bunte Hingucker verwandelt.

Unser Fazit:

Ein Hoch auf die Farben und die Fantasie! Dieses Buch lässt Kinder staunen.

Klappentext:

Der Maler Zinnober liebt Farben und alles Bunte. Aber er wohnt in einer grauen Stadt mit tristen Häusern, deren Bewohner ebenfalls grau und düster sind. Niemand möchte in bunten Häusern wohnen, alle Wände muss Zinnober dunkel anstreichen. Aber Zinnober will kein Graumaler mehr sein! Gemeinsam mit zwei Kindern beginnt er über Nacht die Straßen bunt anzumalen. Und siehe da: Die Menschen freuen sich über all die Farben, und die Stadt erwacht zu neuem Leben.

Buch-Infos:

Zinnober in der grauen Stadt
Text und Illustrationen: Margret Rettich
Ravensburger, Ravensburger Kinderklassiker
Kinderbuch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3473446117
ehemals: 10 Euro, aktuell Buch-Rarität

Vicky Bo’s Ein-Bild-Wimmelbuch Wald

wimmelbuch wald

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Zuerst sind da nur eine Wiese und ein paar Bäume. Doch mit jeder Seite, die du vorblätterst, kommt etwas Neues zum Vorschein. Auf einmal schlängelt sich ein Bach durch das Bild. Hinter einem Baum lugt ein Fuchs hervor. Mehr und mehr Tiere und Bäume gesellen sich dazu. Seite für Seite baut sich in Vicky Bo’s Büchern ein Wald-Wimmelbild auf, und du kannst mit deinem Kind gemeinsam entdecken, was dazugekommen ist. Alternativ kannst du das Buch auch rückwärts „lesen“ und herausfinden, was verschwindet.

Diesen Buch-Tipp habe ich von einer lieben Mama bekommen, die ich aus der Krippe meiner Lütten kenne. Sie findet bei den Wimmelbüchern von Vicky Bo sehr gelungen, dass sich das fertige Bild erst Seite für Seite aufbaut. „Ist mal was anderes“, findet sie. Finden wir auch.

Die Ein-Bild-Wimmelbücher ab einem Jahr gibt es auch mit folgenden Themen:

  • Winter
  • Ozean

Unser Fazit:

Ein nicht zu überladenes Wimmelbuch für die Kleinsten.

Klappentext:

Buch-Infos:

Vicky Bo’s Ein-Bild-Wimmelbuch Wald
Vicky Bo Verlag
Pappbilderbuch, 22 Seiten
Empfohlenes Lesealter: 1 bis 3 Jahre
ISBN: 978-3964431936
Preis: 8,95 Euro

Nachtrag zur Rezension:

Interessanter Weise wird diese Art von Wimmelbuch in den sozialen Netzwerken kontrovers diskutiert. Es heißt dort, dass das Buch ab 1 Jahr eher nicht geeignet sei, da das Bildverständnis noch nicht so weit entwickelt sei, und dass der Rahmen, den ein Kind in diesem Alter erfassen kann, schnell gesprengt werde. Mich interessiert deine Erfahrung und Meinung dazu. Hinterlasse mir doch gerne einen Kommentar unter diesem Post.

Die Not ist groß, einer muss los

20181220_093605
„Die Not ist groß, einer muss los“, Jenna & Bo, Fotos: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar//

Bei den Pinguinen am Südpol ist die Aufregung groß. Es wird immer wärmer. Das Eis beginnt zu schmelzen. Was ist da los? Kurzerhand wird Pinguin Kalle von seiner Familie auf eine abenteuerliche Reise geschickt. Er soll herausfinden, wie andere Tiere fernab von Eis und Schnee überleben können. Mit einer Eisscholle als Boot macht er sich auf die Seereise nach Afrika.

Auf dem fremden Kontinent lernt er verschiedene Tiere kennen: einen Vogelstrauß, Mia die Giraffe, Zebras, Nashörner, Nilpferde, Elefanten und sogar einen Löwen. Er bestaunt Blumen und Bäume, Dinge, die er zuvor noch nie gesehen hat. Er findet auch heraus, dass es außer Fisch noch andere Nahrung gibt.

Doch die Hitze bekommt Kalle nicht gut. Er sehnt sich schon bald zurück in seine eisige Heimat. Die Scholle ist längst geschmolzen, doch seine neuen Freunde helfen ihm und bauen ein Boot. Am Südpol angekommen, berichtet Kalle den anderen Pinguinen von seinen Erlebnissen. Der Pinguin weiß nun, dass es viele Tiere gibt, die in wärmeren Gegenden leben. Er selbst fühlt sich aber immer noch in der vertrauten Umgebung inmitten von Schnee und Eis am wohlsten.

20181220_093732
(c) Jenna & Bo

Das Buch ist in (mitunter etwas eigenwillig strukturierten) Reimen gehalten, liest sich leicht und unterhaltsam. Vielleicht hätte man die Reise vom Südpol nach Afrika über das Meer noch ein bisschen mehr ausschmücken können. Doch hauptsächlich geht es ja um die Ankunft in Afrika und die Bekanntschaft mit den anderen Tieren. Die Dialoge hierzu sind lustig zu lesen und gleichzeitig informativ.

Die Kinder mögen die im Comic-Stil gezeichneten Tiere, die auch für die Kleinsten schon gut zu erkennen sind. Sie werden zum Mitmachen animiert und können auf einer Dschungelseite die im Dickicht versteckten Tiere suchen. Die Bilder sind aber nicht überladen, sondern angenehm konzentriert auf das Wesentliche. Am Ende des Buches dürfen die Kleinen sogar selbst kreativ werden – auf Extra-Seiten zum Ausmalen.

Unser Fazit:

Ein gut durchdachter Mix aus Vorlese-, Wimmel- und Bilderbuch. Dabei hat das Buch ein ernstes Leitmotiv, das durch den Botschafter „Pinguin Kalle“ kindgerecht vermittelt wird: den Klimawandel.

Klappentext:

Der Pinguin Kalle lebt am Südpol, umgeben von Schnee und Eis, doch diese schöne weiße Welt droht zu schmelzen. Kalle Pinguin wird ausgewählt und auf eine große Reise geschickt, um herauszufinden, wie andere Tiere leben, die nicht vom Eis umgeben sind. Seine Reise führt ihn zu den Tieren nach Afrika. Er freundet sich mit der Giraffe Mia an, die ihm eine ganz neue, eine ganz andere Welt zeigt.

Buch-Infos:

Die Not ist groß, einer muss los
Jenna & Bo
Nova MD GmbH
Kinderbuch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
ISBN: 978-3964431936
Preis: 12 Euro

Der Weihnachtsbaum

20181212_113713
„Der Weihnachtsbaum“, Aladin Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Dieses Buch erzählt die Geschichte einer kleinen Tanne, die viel zu schnell gepflanzt wurde, und sich deshalb nicht wie die anderen Bäume entwickeln konnte. Als Waldarbeiter die Bäume für den Weihnachtsmarkt schlagen, bleibt die krumme Tanne an einem der anderen Bäume hängen. Ein Händler schenkt das Bäumchen schließlich einem Jungen, weil es wohl sonst weggeworfen worden wäre. Der Junge nimmt es mit an den Fluss. Unterwegs findet er im Müll einen Karton, in den er die Tanne mit etwas Sand einpflanzt.

Auch der Junge selbst wohnt in einem Karton unter einer Eisenbahnbrücke. Als er von einem Passanten eine Münze bekommt, investiert er das Geld in Kerzen und Zündhölzer, um das Bäumchen zu schmücken. Schon bald versammeln sich immer mehr Menschen um den Baum, neben dem ein Straßenmusikant seine Lieder spielt. Eine wunderbar warme Stimmung macht sich breit. Der Junge erlebt Dank des Bäumchens ein wunderschönes Weihnachtsfest. Doch im Januar zieht er weiter und lässt das inzwischen schon sehr vertrocknete Gestrüpp zurück.

Ein Straßenfeger sammelt es ein. Weil er merkt, dass noch Leben in der Tanne ist, pflanzt er sie heimlich in den Park. Einige Jahre später ist aus dem kleinen, krummen Tännchen ein stolzer Baum geworden, an dem Menschen und Tiere ihre Freude haben.

„Der Weihnachtsbaum“ ist keine klassische Weihnachtsgeschichte. Sie tanzt vielmehr wohltuend aus der Reihe. Denn es ist nicht nur die Geschichte eines Bäumchens, das keiner haben will, das dann aber mit Hilfe eines kleinen Jungen über sich hinauswächst, sondern auch die Geschichte eines Jungen, der obdachlos ist und keine Familie hat – was dem Leser und Zuhörer erst nach und nach bewusst wird. Der Baum schenkt dem Kind einen kurzen Moment des Glücks und der Geborgenheit. Wie es dem Jungen nach dem Weihnachtsfest ergeht, lässt die Autorin offen.

Das Buch berührt und bleibt im Gedächtnis. Es lädt zum Innehalten ein und beleuchtet Weihnachten als Fest der Liebe und des Beisammenseins. Die leuchtenden, warmen Bilder vom Emily Sutton unterstreichen diese Botschaft.

Vielleicht bietet das Buch auch eine gute Gelegenheit, um mit dem Kind das erste Mal über Armut zu sprechen, weil es eben Menschen gibt, die Weihnachten nicht unter dem geschmückten Tannenbaum mit schönen Geschenken verbringen können. Gemeinsam könntet ihr überlegen, wie man diesen Menschen zum Fest eine Freude machen kann: Stichwort „Weihnachten im Schuhkarton“, „umgekehrter Adventskalender“ oder andere wohltätige Aktionen.

Unser Fazit:

Eine magische Geschichte, die auf den wahren Sinn von Weihnachten hinweist.

Klappentext:

Es ist schon spät am Heiligabend. Alle Weihnachtsbäume sind verkauft – bis auf eine kleine Tanne. „Wie mickerig ich doch bin“, denkt sie. Aber da kommt ein Junge in den Laden, den es überhaupt nicht stört, dass die Tanne nicht so groß und schlank gewachsen ist wie die anderen.

Buch-Infos:

Der Weihnachtsbaum
Text: Delia Huddy
Illustration: Emily Sutton
Aladin Verlag
Kinderbuch, 28 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3848901005
Preis: 14,90 Euro