Geschwister!

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Foto: Daniela Krause

„Im Grunde ist es gar nicht so schlecht zu zweit zu sein.“

Lieblingszitat aus „Geschwister“ von Rocio Bonilla

unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft

Hach, Geschwister… Sie lieben sich, sie streiten sich. Manchmal so sehr, dass die Fetzen fliegen! Aber im Grunde ihres Herzens können sie doch nicht ohne einander. Es gibt viele schöne gemeinsame Momente, und wenn es wirklich drauf ankommt, halten sie zusammen. Das macht das Bilderbuch „Geschwister!“ von Rocio Bonilla auf augenzwinkernde Weise deutlich. Es handelt von einem jüngeren Bruder und seiner großen Schwester und kann von zwei Seiten gelesen werden – einmal aus Sicht des Jungen und einmal aus Sicht des Mädchens.

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Foto: Daniela Krause

Mein Bruder ist ein Affe!

Tierisch genervt ist die große Schwester von ihrem kleinen Bruder, den sie als Affen bezeichnet und der im Bilderbuch auch als solcher abgebildet ist. Er nimmt ihre Sachen ohne zu fragen, macht alles kaputt und ständig nur Blödsinn. Aber wenn er mal länger weg ist, fehlt er ihr doch ein bisschen. Schließlich kann man viel Spaß mit ihm haben, und er hat eine so tolle Fantasie. Eigentlich ist er doch gar nicht so übel, oder?

Meine Schwester ist ein Nashorn!

Tierisch genervt ist der kleine Bruder von seiner großen Schwester, die er als Nashorn bezeichnet und die im Bilderbuch auch als solches abgebildet ist. Sie macht, dass er sich klein fühlt. Sie ist so langweilig und geht immer gleich auf die Palme. Aber zugegeben, sie kann richtig gut Türmchen bauen, und er darf sich zu ihr kuscheln, wenn er nachts Angst vor dem Monster im Zimmer hat. Eigentlich ist sie doch ganz ok, oder?

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Illustration: Rocio Bonilla

Drei?! (Achtung, Spoiler!)

Und dann ist da plötzlich noch ein drittes schreiendes Geschwisterchen, dass das Leben der beiden sicher ordentlich auf den Kopf stellen wird. Sorry, aber der Spoiler musste an dieser Stelle sein, da das Buch sich sehr gut als Lektüre anbietet, wenn ein drittes Geschwisterchen unterwegs ist. Doch auch so werden sich kleine und große Geschwister, aber auch die Eltern darin wiederfinden und sich über das Gerangel amüsieren.

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Illustration: Rocio Bonilla

Rosa und Blau? Fehlanzeige!

Wir lieben die in zarten Farben gehaltenen Illustrationen von Rocio Bonilla sehr, insbesondere die Mimik der Geschwister. Positiv ist uns außerdem aufgefallen, dass die Klischeefarben Rosa und Blau im Buch keine Rolle spielen. Ok, das Ballette-Tütü der großen Schwester ist zwar Rosa, wird aber im Buch ebenso von ihrem Bruder getragen. Das Bilderbuch kommt mit verhältnismäßig wenig Text aus. Und so viel Text muss es auch gar nicht sein, denn die Illustrationen sprechen für sich und erzählen noch einmal eigene Anekdoten aus dem Geschwisterleben (hier möchte ich bewusst nicht spoilern).

Das sagt die Lütte (5):

Die streiten sich ganz viel. Das machen mein Bruder und ich doch auch!

Das sagt der Große (8):

Ich finde es gut, dass die Geschwister als die Tiere dargestellt werden, als die sie sich beschimpfen.

Unser Fazit:

Wie man es dreht und wendet – dieses humorvolle Geschwisterportrait ist richtig gut gelungen.

Buch-Infos:

Geschwister!
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: Geschwister!
Text und Illustrationen: Rocio Bonilla
Erschienen bei JUMBO Verlag
gebunden, 56 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren

Preis: 15 Euro
ISBN: 978-3833739590

Die Illustratorin: Rocio Bonilla

Rocio Bonilla, geboren 1970 in Barcelona, ist Illustratorin und Autorin zahlreicher Kinderbücher, die in diverse Sprachen übersetzt wurden. Sie hat Kunst mit Schwerpunkt Illustration an der Universität Barcelona studiert und als Malerin, Fotografin, Pädagogin und in der Werbebranche gearbeitet. Im JUMBO Verlag sind bereits 17 Titel mit den bezaubernden Illustrationen von Rocio Bonilla erschienen. Quelle: JUMBO Verlag

In deinem Herzen wohnt das Glück

„In deinem Herzen wohnt das Glück“, cbj Verlag, Foto: Daniela Krause

„Wenn du nicht weißt, was du tun sollst, dann frage dein Herz!“

Lieblingszitat aus „In deinem Herzen wohnt das Glück“ von Reinhard Friedl und Maria Over

unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft

Es gibt ein Buch, welches ich dir im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz legen möchte: „In deinem Herzen wohnt das Glück“ von Reinhard Friedl und Maria Over ist eine Hommage an unser wichtigstes Organ, unsere Emotionen sowie die Liebe. Kraftvoll und poetisch erzählt der Autor Reinhard Friedl, was unser Herz so besonders macht. Und wer könnte dies besser als er, der als Herzchirurg unzählige Herzen operiert hat?

Zunächst spricht Friedl die Sinne an: Wo befindet sich unser Herz? Kann ich es spüren? Wie hört sich mein Herzschlag an? Wie entstehen diese Töne? Im Verlauf dieses wunderschönen Bilderbuches wird das Herz als ein Vogel dargestellt. Gefühle, Träume und Sehnsüchte werden angesprochen, aber auch das Miteinander, wenn Herzen im Einklang schlagen oder uns sogar den Mut verleihen, anderen Menschen zu helfen. Seine Botschaft: Man kann nicht früh genug damit anfangen, auf sein Herz zu hören.

Herz, Hirn und Seele

Reinhard Friedl hat sich intensiv damit beschäftigt, welche komplexen Zusammenhänge zwischen Herz, Hirn und Seele bestehen. Mit seinen kindgerechten und doch philosophischen Worten gelingt es ihm, diese auch den jüngeren Lesern anschaulich näher zu bringen. Dabei wird er von den verträumten Aquarellmotiven aus dem Pinsel von Maria Over in seinem Anliegen wundervoll unterstützt. Das sinnbildliche Herz in Form des roten Vogels wird von der kleinen Protagonistin mal ganz zart gehalten, mal fliegen gelassen und mal ängstlich an sich gedrückt. So entsteht eine Beziehung zwischen der Kleinen und ihrem Herzen.

„In deinem Herzen wohnt das Glück“, cbj Verlag

Nicht nur für Kinder

Dieses Bilderbuch richtet sich nicht nur an Kinder, auch im Herzen jung gebliebene Erwachsene werden ihre Freude daran haben. Man liest aus Friedls Zeilen die Leidenschaft für seinen Beruf und seine Berufung heraus. Folgendes sagt er selbst über seine Arbeit am Motor unseres Lebens: „Ich bin immer wieder fasziniert von der Funktionsweise und schieren Kraft unserer Herzen. Und ich habe mich immer wieder gefragt, was ist das für ein wundersames Organ, das uns leben lässt und das durch verschiedenste Kulturen und Zeitalter hinweg für Liebe, Mitgefühl, Freude, Mut, Willen, Weisheit und Stärke steht?“

Das sagt die Lütte (5):

Wenn ich mein Ohr an deine Brust lege, kann ich wirklich dein Herz klopfen hören: Bumm, bumm. Kannst du meins auch hören, Mama? Horch mal.

Unser Fazit:

Schon in das Cover waren wir verliebt, der Inhalt hat uns vollends verzaubert. Ein Herzensbuch!

Buch-Infos:

In deinem Herzen wohnt das Glück
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: In deinem Herzen wohnt das Glück
Text: Reinhard Friedl
Illustrationen: Maria Over
Erschienen bei cbj Verlag
gebunden, 40 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14 Euro
ISBN: 978-3570178249

Der Autor: Reinhard Friedl

Priv. Doz. Dr. med. Reinhard Friedl ist Herzchirurg und eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Er setzt sich mit den Ergebnissen der aktuellen Neuro- und Psychokardiologie auseinander, die immer mehr Geheimnisse der komplexen Verbindung zwischen Herz, Gehirn und Seele zutage fördert. Besonders wichtig ist ihm, dass wir früh lernen, auf unser Herz zu hören, da Herzensbildung das Wichtigste ist, was wir unseren Kindern mitgeben können. Quelle: cbj

Die Illustratorin: Maria Over

Maria Over ist Künstlerin, Designerin und Kreative. Ihre Reise führte sie von Maastricht über Stockholm an die Royal Academy of Fine Arts in Den Haag, und weiter an die New York University, wo sie ihren Master of Arts machte. Danach arbeitete sie als Designerin und Art Direktorin für namhafte Agenturen in New York. Zurück in Europa wuchs ihr Wunsch, den digitalen Schaffungsprozess mit dem analogen zu verbinden. „In deinem Herzen wohnt das Glück“ ist ihr erstes Bilderbuch. Quelle: cbj

Ein wirklich wahres Weihnachtswunder

„Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“, Arena Verlag, Foto: Daniela Krause

Einmal, da habe ich zwei Weihnachten gerettet und dreizehn Leben verändert…“

Lieblingszitat aus „Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“ von Isabel Abedi und Daniela Kohl

unbezahlte Werbung/Verlosung/Rezension

Mit obigem Zitat beginnt diese wundervoll-weihnachtliche Geschichte von Isabel Abedi und Daniela Kohl. Sie trägt den Titel „Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“. Im Mittelpunkt stehen die Kinder Manu und Jana. Die Zwei sind aufgeregt, weil sie ganz alleine mit dem Zug nach Hamburg zu ihrem Vater fahren dürfen, während Mama in Berlin noch in ihrem Job als Nachrichtensprecherin arbeiten muss. Die Kinder verstehen nicht, warum der Fernsehsender nicht mal an Heiligabend die Nachrichten ausfallen lassen kann. So fiebern sie im Zug dem Weihnachtsfest entgegen, voller Vorfreude auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie.

Dabei haben sie einen roten Koffer mit selbstgemachten Geschenken, leckeren Plätzchen, Manus Saxofon, seiner selbst aufgenommenen CD und Janas Outfit für den großen Auftritt als Christkind unter dem Tannenbaum – also alles für ein perfektes Weihnachtsfest. Endlich bei ihrem Papa angekommen öffnen sie den Koffer und sind wie vom Donner gerührt: Der Inhalt ist auf einmal ein ganz anderer! Der Vater ruft sofort bei der Bahn an, um den vermissten und den fremden Koffer zu melden. Doch anstatt dort jemanden an die Strippe zu bekommen, fliegt er nach langer Wartezeit aus der Leitung – zur großen Enttäuschung von Manu und Jana.

Was soll denn jetzt bloß aus Weihnachten werden?

Ein kleines Gesamtkunstwerk geschaffen

Normalerweise würde ich hier ja noch mehr zum Inhalt des vorgestellten Buches erzählen. An dieser Stelle möchte ich das nicht tun, denn ich will das Wunder, das in diesem Büchlein passiert, nicht vorwegnehmen. Die Autorin und Illustratorin haben ein kleines Gesamtkunstwerk geschaffen, in dem es unglaublich viele liebevolle Details zu entdecken gibt. Die wie ein Comic anmutende Geschichte ist so gestrickt, dass sie gleich in mehreren Passagen zu überraschen weiß. Sorry, aber da mag ich wirklich nicht mehr verraten…

„Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“, Arena Verlag, Foto: Daniela Krause

Gesellschaftliche Werte

Nur so viel: Die Charaktere in dem Büchlein sind sehr lebendig gezeichnet. Es sind unterschiedliche Altersgruppen, Nationalitäten und Familienkonstellationen vertreten. Mit einem Augenzwinkern wird unter anderem die Notwendigkeit des Festtagsbratens (in Form der Weihnachtsgans) thematisiert. Darüber hinaus gibt es märchenhafte Geschichten in der Geschichte und auch so wichtige gesellschaftliche Werte wie Toleranz, Diversität, Nachhaltigkeit und Nächstenliebe werden durch den Inhalt vermittelt. Dazu kommen noch einige Rezepte und Bastelanleitungen. Uns konnte dieses Weihnachtsbuch rundum überzeugen.

Das sagt der Große (7):

Das ist wirklich eine richtig schöne Weihnachtsgeschichte.

Das sagt die Lütte (5):

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es so lustig ist. Auch die Bilder sind sehr schön.

Unser Fazit:

Dieses Buch ist warmherzig, witzig und steckt voller Weihnachtswunder.

Gewinne das Buch im Kinderbuchblogger-Adventskalender:

Wenn ich dich neugierig machen konnte, habe ich jetzt eine kleine Überraschung für dich: Für den Kinderbuchblogger-Adventskalender von Kinderbuch-Detektive darf ich im neunten Türchen ein Exemplar des Büchleins unter meinen Lesern verlosen. Unter dem Link findest du sämtliche Türchen. Mit etwas Glück kannst du jeden Tag auf einem anderen Kinderbuchblog ein ausgewähltes Buch gewinnen.

Für dieses hier möchte ich gerne von dir wissen: Was war bislang dein persönliches Weihnachtswunder? Schreibe es mir unten in die Kommentare.

Die Verlosung beginnt mit Freischaltung dieses Posts und endet am Freitag, 10. Dezember, um 23 Uhr.

Teilnahmebedingungen:

Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Über den Gewinner entscheidet das Los. Falls du gewinnst, werde ich dich per Direktnachricht darüber informieren. Deine Adresse wird lediglich zur Gewinnübermittlung verwendet. Die Verlosung hat nichts mit den sozialen Medien Facebook oder Instagram zu tun. Von dort werden die Teilnehmer lediglich auf meinen Blog geführt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auslosung:

Herzlichen Glückwunsch, Jojo!

Buch-Infos:

Ein wirklich wahres Weihnachtswunder
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: Ein wirklich wahres Weihnachtswunder
Text: Isabel Abedi
Illustrationen: Daniela Kohl
Erschienen bei Arena Verlag
gebunden, 112 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Preis: 12 Euro
ISBN: 978-3401606378

Die Autorin: Isabel Abedi

Isabel Abedi, 1967 geboren, arbeitete 13 Jahre lang als Werbetexterin. Abends, am eigenen Schreibtisch, schrieb sie Kinder- und Bilderbuchgeschichten und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Dieser Traum hat sich längst erfüllt: Isabel Abedi hat inzwischen zahlreiche sehr erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, von denen manche bereits ausgezeichnet und in andere Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt und schreibt in Hamburg.

Die Illustratorin: Daniela Kohl

Daniela Kohl verdiente sich schon als Kind ihr Pausenbrot mit Kritzeleien. Die freie Illustratorin und Grafikerin lebt mit Mann, Hund und Schildkröte über den Dächern von München.

Max und Mux und der Riesenwunschpilz

„Max und Mux und der Riesenwunschpilz“, Boje, Foto: Daniela Krause

Ganz einfach!“, rief Max und machte einen Luftsprung, woraufhin das arme alte Sofa fast zusammenkrachte. „Wir wünschen uns einen Schatz!“

Lieblingszitat aus „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ von Sven Maria Schröder

unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar

Ich weiß nicht, wie es dir geht? Aber wir lieben Kinderbücher aus einem Guss, in denen man in fantasievolle Welten eintauchen und kleine Abenteuer erleben kann, von denen die Helden der Geschichte am Ende wohlbehalten wieder zurückkehren. So ein Buch ist „Max und Mux und der Riesenwunschpilz“ von Sven Maria Schröder, erschienen bei Boje. Die Geschichte spielt im Fabelwald, einem Wald in dem es nicht nur viele Tiere, sondern auch echte Riesen gibt.

Die zwei besten Freunde der Welt

Am Rande des Fabelwaldes haben Max und Mux ihr Zuhause, die zwei besten Freunde der Welt. Sie leben in Baumhäusern und besuchen sich gerne gegenseitig. Während Max das Abenteuer liebt und gerne in seinem Garten buddelt, ist Mux eher ängstlich, vergräbt seine Nase jedoch mit Vorliebe in abenteuerlichen Büchern. Beide träumen davon, eines Tages einen richtigen Schatz zu finden.

Als Max eines Tages im Fabelwald mit seinem Hund Hansi spazieren geht, findet er ein riesiges Buch über Pilze. Aufgeregt läuft er zu Mux, um ihm diesen seltsamen Fund zu zeigen. In dem Buch lesen die beiden von einem magischen weißblauen Pilz, der Wünsche erfüllen kann. Max‘ Abenteuerlust ist sofort geweckt, auch wenn Mux noch etwas skeptisch ist.

Dennoch machen sich die beiden gemeinsam auf den Weg ins Ungewisse. Hoffen sie doch auf ihrer Reise endlich den Schatz zu finden, von dem sie schon so lange träumen. Allerdings haben Sie die Rechnung nicht mit dem schrecklichen Krawuschel gemacht. Und auch nicht mit den Riesen, die jenseits des Fabelwaldes ihr Unwesen treiben. Wird ihre Freundschaft ihnen dabei helfen, dieses Abenteuer zu bestehen?

„Max und Mux und der Riesenwunschpilz“, Boje, Sven Maria Schröder

Fast wie ein Wimmelbuch

Reizvoll an dieser Geschichte in acht Kapiteln ist, dass Sie altersübergreifend funktioniert: Sowohl die Lütte (5) als auch der Große (7) haben sich gut unterhalten gefühlt. Bei den Illustrationen von Sven Maria Schröder lohnt es sich, ganz genau hinzuschauen. Auf jeder Doppelseite entdeckt man lustige Details (zum Beispiel eine Maus, die Streifen auf eine Straße malt oder sich abseilende Tiere), weshalb das Buch wie ein Wimmelbuch anmutet und auch nach mehrmaligem Anschauen nicht langweilig wird.

Man merkt einfach, wieviel Liebe in diesem Bilderbuchdebüt steckt. Erstleser können sich am Lesen von Hinweisschildern üben. Erwachsene werden beim Vorlesen ihre Freude an den unterschiedlichen Stimmen und Charakteren haben. Wir sind jetzt schon sehr gespannt, ob es ein zweites Abenteuer mit Max und Mux geben wird. Das Ende lässt auf jeden Fall Raum für Vermutungen.

„Max und Mux und der Riesenwunschpilz“, Boje, Sven Maria Schröder

Das sagt der Große (7):

Das Buch spielt in einer sehr schönen Welt. Überraschend fand ich, dass die Riesen erst böse dargestellt werden, aber dann in echt eigentlich ganz lieb sind.

Das sagt die Lütte (5):

Ich fand die Glubschaugen von den Riesen ein bisschen gruselig. Schön fand ich, dass die Geschichte gut ausgeht.

Unser Fazit:

Eine zauberhafte Geschichte. Es geht um Abenteuer, Mut und Freundschaft, dazu überraschende Wendungen – was will das Vorleseherz mehr?

Buch-Infos:

Max und Mux und der Riesenwunschpilz
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: Max und Mux und der Riesenwunschpilz
Text und Illustrationen: Sven Maria Schröder
Erschienen bei Boje
gebunden, 64 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14,90 Euro
ISBN: 978-3414825636

Der Autor: Sven Maria Schröder

Sven Maria Schröder war nach seinem Kommunikationsdesign-Studium in München für verschiedene Hamburger Kreativ- und Design-Agenturen tätig, bevor er 2003 den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Seitdem konzentriert er sich ganz aufs Zeichnen. Er hat eine Tochter und wohnt in Hamburg. Hier erfährst du mehr über den Autor und Illustrator.

Als Mama nur noch traurig war

„Als Mama nur noch traurig war“, Coppenrath Verlag, Foto: Daniela Krause

Es ist, als ob es überhaupt nichts Schönes mehr gibt. Nichts, worüber man sich freuen oder lachen kann.

Lieblingszitat aus „Als Mama nur noch traurig war“ von Anja Möbest und Barbara Korthues

unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft

Tief einatmen, tief ausatmen. Dies wird wohl die bislang persönlichste Buchrezension, denn das Bilderbuch „Als Mama nur noch traurig war“ habe ich uns zu einer Zeit angeschafft, als ich nicht wusste, wie ich es meinen Kindern erklären soll. Zu einer Zeit, als ich selber nur noch traurig war. Beim ersten Mal, als ich es der Lütten vorlas, flossen Tränen. So nah fühlte ich mich der Hauptprotagonistin. So sehr erkannte ich mich in dem Beschriebenen wieder.

Mittlerweile kann ich es vorlesen, ohne dass die Tränen kommen. Ich bin nicht mehr jeden Tag traurig, nur noch manchmal. Denn ich habe mir Hilfe geholt, bin in ärztlicher Behandlung und beginne bald eine Therapie. Es geht wieder aufwärts. Zwischendurch auch wieder etwas nach unten. Aber immerhin kann ich schon wieder über lustige Dinge lachen. Echte Freude empfinden. Es geht langsam voran.

Offen über Depressionen reden

Der für mich wichtigste Schritt: Ich habe angefangen, über meine depressive Erkrankung zu reden. Erst mit meinem Mann, mit meinen Kindern, dann mit der Familie, mit netten Kollegen, nun Stück für Stück mit Freunden und Bekannten. Das Reden hilft. Auch, wenn ich am Anfang große Angst vor den Reaktionen hatte, die dann viel verständnisvoller ausfielen als ich es mir ausgemalt hatte. Es fällt nicht immer leicht. Ich kann nicht mit jedem darüber sprechen. Selbst manchmal mit engen Freunden nicht. Aber jedes Mal, wenn ich mich geöffnet habe, geht es mir danach ein bisschen besser.

Ein lieber Kollege sagte mir: „Irgendwann redet man darüber wie über einen Schnupfen.“ Und ja, das sollte man tatsächlich. Denn es wird immer noch viel zu wenig offen über Depressionen gesprochen. Dabei kann diese Krankheit wirklich jeden Menschen treffen – auch Menschen, die sonst nach außen hin mit einem sonnigen Gemüt durchs Leben gehen, können depressiv sein oder werden. Man sieht es ihnen nicht immer an der Nasenspitze an.

„Als Mama nur noch traurig war“, Coppenrath Verlag, Foto: Daniela Krause

Ein Name für die Krankheit im Kopf

Traurigkeit und Melancholie ziehen sich schon seit meiner Kindheit durch mein Leben. Es gab immer mal wieder traurige Episoden. Als die Gedanken aber immer schwärzer wurden, kam ich an den Punkt, an dem ich merkte, dass ich es alleine nicht schaffen werde, an dem ich mir eingestehen musste, dass ich Hilfe brauche.

Ich wusste einfach nicht mehr weiter. Wie erklärt man seinen Kindern, wenn man aus heiterem Himmel anfängt zu weinen, wenn man sich bei schönstem Wetter im dunklen Schlafzimmer verkriecht? Wenn man nicht mehr die Kraft hat, mit ihnen zu spielen? Das Buch „Als Mama nur noch traurig war“ hat mir dabei geholfen, meine Depression für die Kinder verständlich zu machen. Wir nennen es gerne „schwarzer Hund“, in dem Büchlein sind es die Grummelgrame, kleine Monster, die Jans Mama beschimpfen, sie vergesslich machen und sie alles Schöne durch eine graue, hässliche Brille sehen lassen.

„Als Mama nur noch traurig war“, Coppenrath Verlag, Foto: Daniela Krause

Mama ist anders

Jans Mama ist anders, „irgendwie verkehrt“, findet Jan. „Gar nicht mehr wie Mama.“ Sie hört ihm nicht richtig zu, wenn er ihr von seinem Tag erzählt. Sie ist zu müde, um ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen. Sie regt sich über Kleinigkeiten auf und ist dauernd traurig. Jan versteht die Welt nicht mehr. Er fragt sich, ob es seine Schuld ist. Und ob es Mama wieder besser gehen würde, wenn er immer artig und ordentlich wäre.

In der Tat ist es wichtig, den Kindern zu erklären, dass sie keinerlei Schuld trifft. Schuld hat niemand! Und, was noch viel bedeutsamer ist: Sie müssen wissen, dass man sich kümmert und sich Hilfe sucht. Doch viele Betroffene schaffen es nicht aus eigener Kraft zum Arzt zu gehen, geschweige denn zu einem „Seelenklempner“.

Zu solch einem Klempner für löchrige Seelen nimmt seine Mama Jan eines Tages mit. Herr Ritter, der wie der Fünfjährige enttäuscht feststellt, gar kein echter Ritter ist, hat einen Zauberspruch gegen die Grummelgrame gefunden: Alles was seine Mama gut kann und an sich mag. Ganz so einfach ist es außerhalb der Bilderbuchwelt leider nicht. Aber wieder mehr Farbe und Freude in sein Leben zu bringen, ist schon mal ein guter Ansatz. Und so malen Jan und sein Papa viele bunte Bilder, um Mamas Grummelgrame zu verjagen.

Eine einfühlsame Erklärung

Offen mit den Kindern über Depressionen sprechen – ich wünsche mir, dass jeder Betroffene diesen Mut findet. Denn die Kinder spüren, dass es Mama oder Papa nicht gut geht. Sie haben feine Antennen und lassen sich von einem aufgesetzten Lächeln nicht täuschen. Dieses Buch ist eine große Unterstützung für Familien, in denen ein Elternteil unter Depressionen leidet.

Einfühlsam wird erklärt, wie es dazu kommen kann, wie man mit den Grummelgramen am besten umgeht. Hilfreich fand ich auch das Nachwort von Diplom-Psychologin Ina Knocks, wie man Kinder in dieser schweren Situation stärken kann: „Denn ein positive, zugewandtes, liebevolles und unterstützendes Miteinander innerhalb der Familie stärkt Sie alle für diese Zeit – Ihr Kind ebenso wie Sie.“ Ein Satz, den ich genauso unterschreiben möchte.

Unser Fazit:

Wertvolles Bilderbuch, das Halt gibt und aufklärt, wenn ein Elternteil an Depression erkrankt. Uns hat es in einer schweren Zeit sehr geholfen. 

Buch-Infos:

Als Mama nur noch traurig war
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: Als Mama nur noch traurig war
Text: Anja Möbest
Illustrationen: Barbara Korthues
Erschienen im Coppenrath Verlag
gebunden, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14,95 Euro
ISBN: 978-3649620211