Liselotte Zottelwind bekommt Besuch auch Chile

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„Liselotte Zottelwind bekommt Besuch aus Chile“, Weltfreund Verlag, Illustrationen: Nina Sievers, Foto: Daniela Krause

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Liselotte Zottelwind hat Salzwasser im Haar, ein großes Herz für ihre Mitmenschen und ist immer offen für ein neues Abenteuer rund um den Globus. Ihre Heimat ist Nordfriesland. Dort lebt sie in einem gemütlichen Reetdachhaus mit großem Bauerngarten und baut mit den Nachbarskindern Lene, Mats und Peer Gemüse an. Eines Tages bekommt Liselotte Besuch – weil das Land so flach ist, kann sie ihn schon von weitem sehen und ist ganz aus dem Häuschen: Es ist Nahuel, ein alter Freund aus Chile, der die weite Reise zu ihr auf sich genommen hat.

Neugierig fragen die Kinder Nahuel über seine Herkunft aus. Der Mapuche-Indianer und Liselotte berichten von ihrem Kennenlernen in Chile, von der Landschaft mit Seen und schneebedeckte Vulkanen, aber auch von Erdbeben, einem Ausflug in die Atacama-Wüste und in den Regenwald. Die Kinder lauschen gebannt den Mythen und Sagen, die Nahuel erzählt und erfahren viel über sein Leben und seine Kultur.

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Illustration: Nina Sievers, Weltfreund Verlag

Eine Woche lang bleibt der Chilene zu Besuch. Zum Abschied feiern alle gemeinsam ein großes Fest mit Stockbrot und Liselottes geliebtem „Schietwettertee“ auf Mapuche-Art. Sie singen Lieder in verschiedenen Sprachen, und Nahuel lässt sich von den Kindern deutsche Märchen erzählen. Viel zu schnell ist der Tag der Abreise gekommen. Traurig winken Liselotte und die Nachbarskinder Nahuel hinterher. Doch Liselotte weiß: Der nächste Besuch kommt bestimmt. 

Weltoffenheit und Nachhaltigkeit

Die Autorin Melina Burmeister hat mit Liselotte Zottelwind eine starke Persönlichkeit geschaffen, eine Frau, die sich nicht verbiegen lässt und fremden Menschen und Kulturen mit Offenheit und Respekt begegnet. Darüber hinaus pflegt sie einen sehr nachhaltigen Lebensstil – mit Hühnern und dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse. Aufgrund ihrer herzlichen Art hat die Protagonistin meine Kinder sehr schnell für sich eingenommen. Besonders spannend fanden sie die alten Geschichten von Nahuel, etwa über die Schlangenwesen, die der Sage nach das heutige Chile erschaffen haben sollen.

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Melina Burmeister (links) und Nina Sievers sind die zwei kreativen Köpfe hinter Liselotte Zottelwind. Foto: Eugen Heimböckel – Weltfreund Verlag

Die farbenfrohen Illustrationen von Nina Sievers machen Liselottes Abenteuer greifbar und sind in ihrer Form, wie ich finde, einzigartig. Gegen Ende hin hätten wir uns gewünscht, dass sich die Woche, in der Nahuel bei Liselotte bleibt, noch etwas hingezogen hätte. Vielleicht hätte man die Erlebnisse des Chilenen in Nordfriesland noch etwas mehr ausschmücken können. Insgesamt hat uns Liselottes Abenteuer sehr gut gefallen. Auf den letzten Seiten gibt es ein bebildertes Glossar, das die wichtigsten Begriffe aus dem Buch kindgerecht erklärt. Der Leser erfährt zum Beispiel, was eine Klöntür, ein Picaflor oder eine Ruka ist.

Übrigens: Die Autorin hat in einem sehr lesenswerten Interview der taz verraten, dass in Liselotte Zottelwind viel Autobiographisches steckt. So ist Melina Burmeister wie ihre Protagonistin in Nordfriesland geboren, hatte aber schon immer den Drang zu Reisen – auch nach Chile. Die Autorin schrieb uns zu ihrem Werk: „Liselotte Zottelwind ist ein liebevoller Mix aus Abenteuergeschichte und Sachbuch, gespickt mit Werten wie Weltoffenheit, Nachhaltigkeit und Feminismus.“

Ein rundum nachhaltiges Buch-Konzept

Bei Liselotte Zottelwind passt das Gesamtpaket: Das Buch wurde durch Crowdfunding finanziert und im Januar 2019 im Weltfreund Verlag herausgebracht, den Melina Burmeister und Nina Sievers selbst gegründet haben. Gedruckt wurde bei der UmweltDruckerei, klimaneutral auf 100 Prozent Recyclingpapier, mit Bio-Farben und unter Bezug von Ökostrom. Mit der Gründung des Weltfreund Verlages möchte die Autorin „einen weiteren Impuls für eine nachhaltige Buchwirtschaft setzen“. Das Geld, mit dem der Verlag arbeitet, wird von der Bank in nachhaltige, ethische Projekte investiert.

Unser Fazit:

Dieses Buch macht Kinder neugierig auf die große, weite Welt und lädt dazu ein, über den Tellerrand zu schauen und sich mit fremden Kulturen zu beschäftigen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zu mehr Toleranz und Völkerverständigung. Wir sind schon sehr gespannt auf Liselottes nächsten Besuch!

Klappentext:

Die Weltenbummlerin Liselotte Zottelwind ist in ihre Heimat Nordfriesland zurückgekehrt. Dort lebt sie in einem kleinen Reetdachhaus am Deich, baut gemeinsam mit den Nachbarskindern Gemüse an und heißt Menschen aus allen Ländern bei sich willkommen. Als eines Tages überraschend ein alter Freund aus Chile zu Besuch kommt, beginnt für Lene, Mats und Peer eine Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Liselotte und ihr Besuch, Nahuel, nehmen die Kinder in ihren Erzählungen mit ins ferne Chile. Sie durchstreifen Wüsten und Regenwälder, erleben Erdbeben und tauchen ein in die Sagen und Märchen der Mapuche.

Buch-Infos:

Liselotte Zottelwind bekommt Besuch aus Chile
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Text: Melina Burmeister
Illustration: Nina Sievers
Erschienen im Weltfreund Verlag
gebundenes Buch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3000611865
Preis: 20 Euro

Schlaf schön, kleiner Igel

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„Schlaf schön kleiner Igel“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

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Unser Nachbar werkelt viel im Garten, und die Lütte und der Große schauen ihm gerne neugierig dabei zu. Einmal hat er uns zu sich gerufen, weil er den beiden etwas zeigen wollte: Ein junger Igel war die Kellertreppe heruntergepurzelt und kam aus eigenen Kräften nicht wieder nach oben. Also baute unser Nachbar ihm kurzerhand aus einem langen Brett eine Brücke. Um den kleinen Stachelritter etwas aufzupäppeln, brieten wir ihm ein glibberiges Rührei, das er wenig später zur Hälfte verputzte. Einige Wochen danach konnten wir ihn ein weiteres Mal beobachten, wie er in der Dämmerung durch unseren Garten schnuffelte. Jetzt hat mein Mann ihm in unserer „unordentlichen“ Gartenecke einen Unterschlupf eingerichtet. Vielleicht zieht er dort für den Winter ein.

Niedliches Bilderbuch zum Mitmachen

Die tierische Begegnung führte jedenfalls dazu, dass meine Lütte mehr über Igel erfahren wollte. Also suchte ich nach einem Buch zu diesem Thema, das auch kleine Kinder schon gut verstehen können. „Schlaf schön, kleiner Igel“ ist ein niedliches Bilderbuch zum Mitmachen – von der ersten bis zur letzten Seite. Es geht um einen kleinen Igel, der sich langsam auf den Winterschlaf vorbereitet. Zunächst einmal muss man ihn aus einem Laubhaufen herauspusten und die Blätter aus den Stacheln pflücken.

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„Schlaf schön, kleiner Igel“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

Das Kind wird aufgefordert, sich wie ein Igel zusammenzukugeln – wenn man ihn an den Füßen kitzelt, rollt er sich wieder auseinander. Und natürlich bekommt ein Igel auch irgendwann Hunger. Gemeinsam wird nach den Regenwürmern geschnüffelt. Wo verstecken sie sich nur? Auf den Boden getrommelt und schnell drauf getippt, damit sie nicht wieder im Erdreich verschwinden! Vollgefuttert mit Würmern, kann der kleine Igel sich schließlich in seiner Höhle zusammenkuscheln und einschlafen – aber natürlich nicht ohne einen Gutenachtkuss. Horch mal, wie er schnarcht…

Igel-Schlaflied als Extra

Was soll ich sagen, die Lütte ist ganz verliebt in das Buch aus der Ideen-Schmiede von Sophie Schoenwald – und weiß bei jeder Seite, was zu tun ist, um dem kleinen Igel zu helfen. Aufgrund der Thematik „Winterschlaf“ eignet sich die Lektüre sehr gut als Geschichte zum Einschlafen. Die Illustrationen von Nadine Reitz sind zuckersüß und werden immer wieder gerne angeschaut. Auf der Rückseite des stabilen Pappbilderbuches ist ein QR-Code aufgedruckt, hinter dem sich ein Link zu einem Igel-Schlaflied verbirgt. Eine tolle Idee – und mal ein ganz anderes Lied zum ins Bett gehen.

Unser Fazit:

Ein abwechslungsreiches Mitmach-Buch für die Kleinsten mit sehr niedlichen Bildern – einfach zum Liebhaben.

Klappentext:

Für den kleinen Igel steht der erste Winterschlaf bevor. Aber bis dahin gibt es noch viel zu erleben und vorzubereiten. Hilfst du ihm dabei? Eine süße Abenteuergeschichte für die Kleinen – zum Schnuppern, Pusten, Zupfen und lauthals Schnarchen. Mit Schlaflied „Kleine Igel schlafen gern“.

Buch-Infos:

Schlaf schön, kleiner Igel
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Text: Sophie Schoenwald
Illustration: Nadine Reitz
Erschienen im Boje Verlag
gebundenes Buch, 26 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 2 Jahren
ISBN: 978-3414825216
Preis: 8,90 Euro

Ähnliche Bücher

Du suchst noch ein Buch zum Thema Vorbereitung auf den Winterschlaf? Dann kann ich dir das Buch „Frederick“ von Leo Lionni empfehlen. Um zu meiner Rezension zu gelangen, klicke einfach auf den Titel.

 

Stella und die Wunschtraummuschel

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„Stella und die Wunschtraummuschel“, Morawa Lesezirkel, Foto: Daniela Krause

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Stella ist fast sechs Jahre alt und schläft neuerdings in einem Hochbett – wie die großen Kinder. Doch nachts plagen sie regelmäßig Albträume von Hexen, Monstern und bissigen Hunden. Deshalb sind die Nächte für sie und ihre Eltern sehr kurz, und ans Einschlafen mag Stella lieber gar nicht erst denken. Da kommt ein Urlaub am Meer wie gerufen! In den Ferien wird sie sicherlich auf andere Gedanken kommen. Nach dem Flug ist sie jedoch so müde, dass sie während der Taxifahrt zum Hotel tief und fest einschläft.

Im Traum ist sie schon am Meer und findet im flachen Wasser eine wunderschöne Muschel. Aus ihrem Traum wird nur wenig später Realität, als sie auf ihrem ersten Badeausflug ans Meer wie durch Zauberhand auf eben jene Muschel stößt. Sobald das Mädchen die Hand nach der Muschel ausstreckt, spricht diese sogar und leuchtet in allen Farben des Regenbogens. Von diesem Moment an hat Stella jeden Abend einen Wunschtraum frei – und hütet das kostbare Geheimnis ihrer Wunschtraummuschel so gut sie kann.

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„Stella und die Wunschtraummuschel“, Morawa Lesezirkel

In ihren Träumen wächst Stella über sich hinaus: Sie wünscht sich zum Beispiel unsichtbar zu sein und fliegen zu können. Beflügelt von ihren wundervollen Traumwelten, fällt ihr das Einschlafen auf einmal wundersam leicht, und ihre Eltern sind ganz begeistert von ihrem aufgeweckten, fröhlichen Kind. Doch die größte Überraschung für Stella ist, dass letzten Endes nicht die Muschel für ihre schönen Träume verantwortlich war, sondern sie selbst – und sie es somit aus eigener Kraft geschafft hat, die bösen Schatten aus ihrem Kopf zu verjagen.

Mit dem von der Illustratorin Maria Ainedter farbenfroh gestalteten Kinderbuch „Stella und die Wunschtraummuschel“ hat die Autorin und Mutter dreier Kinder Karin Schranz-Klippl eine besonders einfühlsame Geschichte geschrieben, die sowohl bei meinem Großen (5) als auch bei meiner Lütten (3) sehr gut angekommen ist. Beide konnten sich sofort in Stella hineinversetzen und hatten viel Spaß dabei, die Protagonistin bei ihren sehr originellen und humorvoll erzählten Traumreisen zu begleiten.

Hinzu kommt, dass meine Kinder das Meer lieben und hier zu Hause als Dekoration eine Menge Muscheln herumstehen. So verlangte die Lütte, inspiriert von der Geschichte: „Mama, gib mir mal bitte die Riesenmuschel. Ich möchte das Meer hören.“ Von den kleineren Muscheln hat sie sich ihre eigene „Wunschtraummuschel“ ausgesucht, die nun in ihrem Kinderzimmer auf der Fensterbank liegt.

Unser Fazit:

Diese fantasievolle Geschichte zeigt, welche Wunder möglich sind, wenn man ganz fest an sich und seine Träume glaubt. Und sicherlich kann das Buch auch ein kleiner Helfer sein, für Kinder, die oft schlecht träumen und nicht einschlafen können.

Klappentext:

Stella ist nun fast sechs Jahre alt und hat Angst vor dem Einschlafen. Jeden Abend wälzt sie sich in ihrem Hochbett hin und her und fürchtet sich vor gruseligen Monstern, bösem Hexen und anderen ungebetenen Gästen, die sich in ihren Träumen tummeln! Doch dann fährt Stella mit ihren Eltern ans Meer und findet eine Muschel, eine ganz besondere Muschel. Als Stella nach der Muschel greift, beginnt diese plötzlich in allen erdenklichen Farben zu glitzern und zu schimmern, und Stella hört eine helle und freundliche Stimme, die zu ihr spricht…

Stella und die Wunschtraummuschel
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Autorin: Karin Schranz-Klippl
Illustrationen: Maria Ainedter
Erschienen im Verlag myMorawa, Morawa Lesezirkel

gebundenes Buch, 40 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 6 Jahren
ISBN: 978-3990849866
Preis: 16,99 Euro

Zehn Blätter fliegen davon

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„Zehn Blätter fliegen davon“, atlantis thema, Foto: Daniela Krause

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Der Herbst ist da! Bestimmt hat dein Kind schon fleißig Eicheln und Kastanien gesammelt, einen Drachen gebastelt oder eine schöne Laterne. Und bestimmt nutzt ihr verregnete Herbsttage auch so gerne, um euch aufs Sofa zu kuscheln und Geschichten vorzulesen. 

Eines unserer Lieblingsbücher für diese Jahreszeit ist das Bilderbuch „Zehn Blätter fliegen davon“. Es beginnt mit einem Weidenzweig, an dem sich die Blätter schon verfärbt haben und ganz lose sitzen. Ein Sturm weht sie in alle Himmelsrichtungen davon. Die Autorin Anne Möller lädt den Leser dazu ein, den Weg der Blätter mitzuverfolgen, denn auf jedes Blatt wartet ein eigenes Schicksal. Die meisten Weidenblätter haben sogar eine besondere Bestimmung: So dient zum Beispiel ein Blatt einer ins Wasser gefallenen Heuschrecke als Rettungsboot. Ein anderes Blatt ist vielleicht der Anfang einer Liebesgeschichte, während ein Weiteres von Kindern, neben vielen anderen Blättern, auf einen Lampion geklebt wird.

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Unsere Lieblingsseite aus „Zehn Blätter fliegen davon“, atlantis thema, Foto: Daniela Krause

Ein Weidenblatt fällt in die Flammen eines Lagerfeuers und verbrennt. Das letzte Blatt wird von einem Regenwurm in die Erde gezogen und verspeist. Verdaut und ausgeschieden dient es der Weide als Dünger, die dann im Frühling an ihren Ästen wieder neue Blätter sprießen lässt. So schließt sich der Kreis. Am Ende des Buches befindet sich noch eine Bastelanleitung für ein kleines Nussboot, das auch in der Geschichte vorkommt.

Das Buch besticht durch seine zarten, sehr naturgetreuen Illustrationen und einen einzigartigen Collagen-Stil. Die Texte sind auf das Wesentliche reduziert und leicht verständlich. Die Bilder haben uns dazu angeregt, selbst kreativ zu werden. Zum einen, indem wir überlegt haben, was den Blättern noch alles passieren könnte. Zum anderen, indem wir schöne Blätter gesammelt und daraus Collagen geklebt haben.

Unser Fazit:

Dieses wunderschön gestaltete Bilderbuch erklärt kindgerecht den Prozess des Entstehens und Vergehens. Gleichzeitig bietet es Raum für eigene Gedanken und kreative Bastelideen.

Klappentext:

Der Wind reißt zehn Blätter vom Ast einer Weide und trägt sie davon. Jedes Blatt erlebt eine eigene Geschichte. Kinder sammeln die Blätter zum Basteln. Tiere polstern damit ihr Nest oder brauchen sie als Nahrung. Ein Bilderbuch über die Vielfalt des Lebens und den Kreislauf der Natur – nahe an der Erlebniswelt von Kindern. 

Buch-Infos:

Zehn Blätter fliegen davon
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Text und Illustration: Anne Möller
Erschienen im atlantis thema Verlag
gebundenes Buch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
ISBN: 978-3715205632
Preis: 14,95 Euro

Das Bremer Kinderlexikon – von Achterdiek bis Ziegenmarkt

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„Das Bremer Kinderlexikon“, Carl. Ed. Schünemann Verlag, Foto: Daniela Krause, Stadtmusikanten-Aufsteller (zur Deko): www.bremen-tourismus.de

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Als „waschechte“ Bremer Deern bin ich immer mal wieder auf der Suche nach kindgerechten Bremen-Büchern, um der Lütten und dem Großen ihre Heimatstadt näher zu bringen. Da traf es sich gut, dass ich während eines Seminars im Sommer die Autorin Suse Lübker kennenlernte. Sie hat „Das Bremer Kinderlexikon – von Achterdiek bis Ziegenmarkt“ geschrieben, welches eine Auswahl der wichtigsten Bremer Begriffe, Bräuche und Sehenswürdigkeiten erklärt. Erschienen ist das Buch im Bremer Carl Schünemann Verlag, der 1810 gegründet wurde.

Stundenlang hat Suse Lübker, die ursprünglich aus Hamburg kommt, ihre Nase in lokalhistorischen Büchern vergraben und für ihre Recherche unzählige Gespräche mit Bremen-Experten geführt. Herausgekommen ist ein von Wiebke Hasselmann fröhlich illustriertes Lexikon, bei dessen Lektüre selbst Alteingesessene noch etwas Neues über die schöne Stadt an der Weser lernen können.

Die Beiträge sind alphabetisch geordnet und „verlinken“ sich auch untereinander. Taucht in einem Text ein Begriff mit einem eigenen erklärenden Text auf, ist dieser durch einen Pfeil und eine rote Markierung hervorgehoben. So kann man zwischen den einzelnen Einträgen hin und her springen und Schritt für Schritt sein Wissen erweitern. Auf einen Rundgang durch die Stadt lässt sich das Büchlein natürlich auch gut mitnehmen.

Unser erster Weg durch das Lexikon

Ich habe dem Großen die Hauptbegriffe vorgelesen. Hat ihn etwas interessiert, hieß es „Stopp! Vorlesen!“ So wollte er zunächst einmal wissen: „Was ist eigentlich ein Babbeler?“ Etwa ein seltenes Tier, das den ganzen Tag Kaugummi kaut? Nein! Es ist eine leckere Lutschstange mit Pfefferminzgeschmack, die heute immer noch von Hand hergestellt wird und 1886 erfunden wurde. Kaufen kann man sie zum Beispiel auf dem Bremer Freimarkt. Und bei diesem Wort werden die Augen meines Sohnes ganz groß.

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„Das Bremer Kinderlexikon“, Carl. Ed. Schünemann Verlag, Foto: Daniela Krause

Den Freimarkt kennt und liebt er. Also ist das der nächste Begriff, den wir nachschlagen. Staunend hört er zu, als ich ihm vorlese, dass die ersten Karussells noch per Handkurbel bedient wurden, von Pferden gezogen oder per Dampf betrieben wurden. Und dass der Freimarkt im Jahr 1934 nach mehreren Umzügen seinen endgültigen Standort auf der Bürgerweide fand.

Dass diese heute nichts mehr mit Kühen zu tun hat, weiß der Große schon. Doch die Bürgerweide war nicht immer ein Parkplatz. Einst grasten dort wirklich Pferde und Kühe – und sogar den Bürgerpark, den Stadtwald und den Bahnhof schloss das Weidegebiet mit ein. „Den Bürgerpark kenne ich, da gehen wir immer auf den Spielplatz und besuchen die Tiere“, meint der Große. Und seitdem er weiß, dass bei der Bürgerpark-Tombola die Lose für den Erhalt des Parkes verkauft werden, führt für uns kein Weg an den Verkaufsständen vorbei.

Beim Weiterblättern bleibt der Blick des Lütten an einem Mann hängen, der mit einem Bügeleisen in der Hand auf einer Eisscholle steht. Auf dieser Seite wird die Bremer Eiswette erklärt, eine beliebte Bremer Tradition, bei der ein Schneider prüft, ob die Weser „geiht oder steiht“, also ob sie fließt oder zugefroren ist. Eine durchgängige Eisschicht überzog die Weser aber das letzte Mal im Jahr 1946.

Nach so vielen neuen Informationen machen wir erstmal eine Lese-Pause, um das Gehörte zu verarbeiten. Das Schöne ist ja, dass man das Lexikon immer wieder zur Hand nehmen kann. Und irgendwann kann der Große dann auch bestimmt mit Leichtigkeit die Quiz-Fragen auf den letzten Seiten beantworten, bei denen sogar ich als gebürtige Bremerin nicht alles wusste.

Unser Fazit:

Das Bremer Kinderlexikon informiert in unterhaltsamen, leicht verständlichen Texten rund um die schöne Hansestadt und lädt zu einem gemeinsamen Stadtrundgang ein.

Klappentext:

Wusstest du, dass der Kopf des Rolands gar nicht sein echter Kopf ist? Oder dass im Achterdiekpark mal Orang-Utans und andere exotische Tiere gelebt haben? Und kennst du die Legende um den Bleikeller? Über Bremen gibt es viel herauszufinden! Über 80 spannende Fakten, lustige Geschichten und interessante Tipps von Achterdiek bis Ziegenmarkt hat Suse Lübker in diesem farbenfroh-frechen Lexikon zusammengetragen. Ein bunt illustriertes Nachschlagewerk für alle wissbegierigen Hansestädter ab 8 Jahren.

Buch-Infos:

Das Bremer Kinderlexikon
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Autorin: Suse Lübker
Illustration: Wiebke Hasselmann
Erschienen im Carl Ed. Schünemann Verlag
gebundenes Buch, 96 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
ISBN: 978-3944552620
Preis: 12,90 Euro

Komm mit raus, Entdeckermaus!

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„Komm mit raus, Entdeckermaus!“, cbj Verlag, Foto: Daniela Krause

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Ich liebe Bücher, die Kinder dazu animieren ihre Umwelt zu entdecken. Dieser Buchtitel ist als Aufforderung zu verstehen: Geh raus, experimentiere und erforsche unsere Natur! Dafür liefert „Komm mit raus, Entdeckermaus!“ viele Anreize. Die Kinder lernen beispielsweise, wie sie selbst ganz einfach ein Herbarium anlegen können, welche Utensilien sie benötigen, um das Leben in einem selbstgebauten Teich zu beobachten und wie man ein kleines Kräuterbeet pflanzt.

Das „Bilderbuch über die Wunder der Natur“ ist für Kinder ab vier Jahren gedacht, die gemeinsam mit ihren Eltern mehr über verschiedene Lebensräume erfahren möchten. Viele Details sind mit einer Nummer versehen und bedürfen einer Erklärung durch den Vorleser. Die Maus stellt dem Betrachter Fragen und kleine Rätselaufgaben. Kindgerecht verpackt werden die vielen Informationen in der Geschichte der kleinen Entdeckermaus und natürlich in bunten Bildern.

Unsere kleine Maus ist sehr belesen und hat sich einen großen Wissensschatz angeeignet. Als aber eines Tages kleine Wurzeln durch die Decke ihre Höhle brechen und immer mehr Platz einnehmen, geht der Maus ein Licht auf: Sie weiß zwar eine ganze Menge über die Tiefsee, die Luftfahrt oder den Radsport – aber kaum etwas über das, was sich außerhalb ihrer Höhle befindet. So beschließt sie den Schutz ihres Baus zu verlassen und auf Entdeckungstour zu gehen. Die Ergebnisse ihrer Expedition möchte sie anschließend in einem Buch festhalten – dem Buch „Komm mit raus, Entdeckermaus!“. Wir begleiten sie zu den einzelnen Stationen.

Rund um den Mäusebau beschäftigt sich die Maus mit allerlei Getier und Gewürm in der Erde, aber auch mit der Vielfalt der Pflanzenwelt an der Oberfläche und der Nahrungskette. Am nächsten Tag macht sie einen Ausflug in den Wald, wo sie das geschäftige Treiben in einem Ameisenhaufen beobachtet. Sie lernt, wie aus einer Eichel ein Bäumchen wächst und wie man das Alter eines Baumes bestimmen kann. Auch die Vögel des Waldes nimmt sie genau unter die Lupe und lauscht ihrem Gezwitscher.

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All ihre Erkenntnisse hält die Maus in einem Buch fest. „Komm mit raus, Entdeckermaus!“, cbj Verlag, Foto: Daniela Krause

Am um im Teich staunt sie nicht schlecht: Es gibt eine Fülle unterschiedlicher Wasserbewohner zu entdecken. Manche von ihnen können sogar unter Wasser atmen und haben sich perfekt an das nasse Element angepasst. Und sie trifft sogar eine Verwandte, als sie am Boden des Teiches auf Tauchstation geht.

Für die letzte Station wagt sich die kleine Maus sogar in die Nähe der Menschen. Denn nun wird der Garten inspiziert, mit den Bienen und Singvögeln und dem köstlichen Obst und Gemüse, das über und unter der Erde wächst. Mit all diesen wertvollen Informationen kann die Entdeckermaus endlich ihr Buch schreiben und es stolz ihren Tanten präsentieren, die schließlich zu Besuch kommen. 

Interessant zu wissen: „Komm mit raus, Entdeckermaus!“ ist das erste Kinderbuch der tschechischen Autorin Tereza Vostradovská und wurde 2017 mit dem Golden Ribbon Award ausgezeichnet. Ein Jahr zuvor kam es auf die Auswahlliste des Magnesia Litera, der die besten tschechischen Kinderbücher ehrt.

Unser Fazit:

Dieses schöne Bilderbuch macht neugierig auf die Natur vor der eigenen Haustür und liefert viele Ideen, um diese aktiv gemeinsam zu entdecken.

Klappentext:

Die kleine Maus sitzt am liebsten in ihrer gemütlichen Höhle, trinkt Tee und liest Bücher, in denen etwas Spannendes erklärt wird. Als eines Tages Wurzeln in ihren Bau hineinwachsen, will sie wissen, woher die kommen und sie beginnt, die Natur rund um ihren Mausbau zu erkunden. Dabei lernt sie die Tiere und Pflanzen im Wald, am Teich und im Garten kennen, macht Experimente und schreibt darüber schließlich selbst ein Buch – dieses hier!

Ein wunderschön gestaltetes Sachbilderbuch über all die kleinen und großen Wunder der Natur. Mit vielen Mitmach-Tipps und Ideen für kleine Naturentdecker.

Buch-Infos:

Komm mit raus, Entdeckermaus!
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Autor und Illustration: Tereza Vostradovská
Erschienen im cbj Verlag
gebundenes Buch, 56 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3570176177
Preis: 15 Euro

Henriette Bimmelbahn

Henriette Bimmelbahn
„Henriette Bimmelbahn“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

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„Tschu-tschuuu! Einsteigen, Türen schließen! Der Zug fährt ab!“

Ist dein Kind ein Eisenbahnfan? Dann habe ich einen Vorlesetipp für einen schönen Klassiker von 1958 aus der Feder von James Krüss: Das Bilderbuch „Henriette Bimmelbahn“ erzählt in Reimform die Geschichte einer  kleinen alten Bimmelbahn, die nie nach einem Plan fährt, ihre Stationen selbst bestimmt und auch keine Schienen braucht. An einem schönen Sommertag dürfen die Kinder mit ihr zu ihren Großeltern fahren. Brav wartet sie am Bahnhof, bis alle kleinen Fahrgäste eingestiegen sind. Dann geht es los: 

„Doch dann pfeift sie und sie bimmelt, rattert, knattert, dampf und faucht, ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht.“

Anhand dieses Zitates wird deutlich, wie lebendig du das Buch vorlesen kannst. Denn der Text lässt sich wirklich so melodisch lesen, als würde die kleine Lok just in diesem Moment über die Gleise rattern. Das Schöne ist: Henriette hat keine Eile. Jede Kuh wird gegrüßt, und an den Blumenwiesen macht sie extra lange Halt, damit die Kinder Klee für die Kaninchen und Sträuße für die Omis pflücken können. Nachdem sie schließlich alle Kinder wohlbehalten bei den Großeltern in den Dörfern abgeliefert hat, zuckelt sie müde wieder zurück in die Stadt.

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„Henriette Bimmelbahn“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

Die geschwungenen Verse sind für die Kleinen leicht verständlich. Begleitet werden sie von den fröhlich bunten Bildern der Illustratorin Lisl Stich, die Henriette Bimmelbahn ein ganz eigenes Gesicht gegeben hat.

Unser Fazit:

Ein liebenswerter Bilderbuch-Klassiker, der bestimmt den einen oder anderen „Großen“ beim Vorlesen in seine Kindheit zurückversetzt.

Klappentext:

„Henriette heißt die nette, alte kleine Bimmelbahn. Henriette, Henriette fuhr noch nie nach einem Plan.“ Eines der beliebtesten Bilderbücher seit Generationen – über die kinderfreundlichste Eisenbahn der Welt. Mit herrlichen Versen von James Krüss.

Buch-Infos:

Henriette Bimmelbahn
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Autor: James Krüss
Illustration: Lisl Stich

Erschienen im Boje Verlag
gebundenes Buch, 26 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
ISBN: 978-3414814005
Preis: 6 Euro