Das große goldene Pixi-Buch

„Das große goldene Pixi-Buch“ versammelt vielfältige Geschichten von Prinzessinnen, Rittern, Drachen, Hexen, Bauernhoftieren, Gespenstern und vom kleinen Kobold Pixi selbst. Carlsen Verlag, Foto: Daniela Krause

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Dem Verleger Per Hjald Carlsen ist es zu verdanken, dass sich heute in fast jedem Haushalt mit Kindern Pixi-Bücher befinden. Bei uns sind die Büchlein so ziemlich in jedem Raum deponiert. Sie passen perfekt in die Handtasche, überbrücken die Wartezeit beim Kinderarzt und lassen während längerer Autofahrten keine Langeweile aufkommen. Auf der Rückseite von jedem Heft finden die Kinder ein kleines Rätsel, einen Bastel-Tipp oder ein Rezept.

1954 kam das erste Pixi im Format zehn mal zehn Zentimeter auf den Markt – und trat eine große Welle los. Der Verlag schreibt über seine Pixis: „Mit über 2000 Titeln und einer Gesamtauflage von mehr als 450 Millionen Exemplaren ist Pixi die erfolgreichste Buchreihe aller Zeiten.“ Seit dem Erscheinen des ersten Titels „Miezekatzen“ sind bis heute über 460 Millionen Exemplare an Pixi-Büchern verkauft worden. Im vergangenen Jahr hat der Verlag zum 65. Geburtstag des kleinen quadratischen Büchleins „Das große goldene Pixi-Buch“ herausgebracht. Als ich es sah, musste ich es kaufen: Goldene geprägte Schrift auf royalem Rot, ein glänzender Buchschnitt und 30 Pixi-Geschichten im großen Quadrat auf rund 300 Seiten.

Von der Bauernhof-Party bis zur Stürmer-Prinzessin

Ein Ausschnitt aus der Geschichte „Feine Sachen vom Ritter & Drachen“. Carlsen Verlag

„Das große goldene Pixi-Buch“ bündelt eine Reihe lustiger, nachdenklicher und spannender Geschichten zwischen seinen haptisch ansprechenden Buchdeckeln. Nicht fehlen darf dabei natürlich der kleine Kobold Pixi selbst, der mit seinen Freunden Umbärto, Hase Langbein & Co. so manches Abenteuer erlebt. Es gibt aber auch Geschichten über Bauernhoftiere, eine Fußball spielende Prinzessin, Piraten, Riesen, Gespenster, Hexen, Bücherfresser und Teichmatrosen. Unter den Autoren sind bekannte Namen wie Cornelia Funke, Kirsten Boie, Paul Maar, Andreas Steinhöfel, Peter Härtling und viele andere zu finden. Die Seiten des Buches sind durchgängig farbig bebildert von Illustratoren wie Anke Kuhl, Susanne Göhlich, Kerstin Meyer oder Jörg Mühle.

Stundenlanger Vorlese-Spaß

Das schmucke Buch sorgt für viele unterhaltsame Vorlesestunden. Leicht kann es nämlich passieren, dass es nicht bei einer Geschichte bleibt und die Kinder „noch eine“ fordern. Sogar unsere Lieblings-Pixi-Geschichte „Feine Sachen vom Ritter & Drachen“ von Martin Klein mit Bildern von Michael Bayer haben wir im goldenen Buch entdeckt.

Unser Fazit:

Das große goldene Pixi-Buch ist ein Schatz im Bücherregal und garantiert mehrere Stunden Vorlese-Vergnügen!

Buch-Infos:

Das große goldene Pixi-Buch
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Titel: Das große goldene Pixi-Buch
Erschienen 2019 im Carlsen Verlag
gebunden, 304 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
Preis: 19,99 Euro
ISBN 978-3551512093

Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag, Fotos: Daniela Krause

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Wie schön war es vorher, als sie sich noch ganz selbstverständlich mit ihren Freunden treffen konnten! Irgendwie war ihnen das früher gar nicht bewusst gewesen.“

Lieblingszitat aus „Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“ von Marie Franz

Das Corona-Virus wird uns noch einige Zeit begleiten. Wie lange? Das weiß niemand so genau. Unsere Kinder sehen Menschen, die Masken tragen. Zum Teil tragen sie selbst welche, müssen sich noch häufiger als sonst die Hände waschen, Abstand zu anderen Leuten halten. In den vergangenen Monaten konnten sie ihre Großeltern wochenlang nur auf dem Bildschirm sehen und lange Zeit weder in den Kindergarten noch in die Schule gehen. Selbst die Spielplätze waren abgesperrt. Das wirft Fragen bei Ihnen auf. Ihre Unsicherheit ist für uns Eltern spürbar. In den Ferien erleben sie ein Stückchen Normalität, dürfen wieder ein bisschen unbeschwerter sein. Wie ist es nach den Ferien? Was passiert im Herbst und im Winter, wenn wir uns wieder vermehrt drinnen aufhalten? Das Corona-Virus ist immer noch da.

Die Autorin Marie Franz hat sich über das Virus und seine Auswirkungen viele Gedanken gemacht – und um die Kinder, die ihrer Meinung nach die Superhelden dieser „wahren Geschichte“ sind. Mit „Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“ hat sie ein Buch geschrieben, „um Kindern zu zeigen, dass sie in schwierigen Situationen niemals machtlos sind“. Ihre Geschichte, die allen Kindern gewidmet ist, schenkt Zuversicht in einer schwierigen Zeit, die bei uns allen in irgendeiner Form zu Veränderungen geführt und Spuren hinterlassen hat. Und die, wie es scheint, noch lange nicht ausgestanden ist.

Einfühlsame Worte

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag, Illustration: Daniela Spoto

Die Geschichte beginnt wie ein Märchen: „Es war einmal eine sehr große und sehr wundervolle Welt.“ In einfühlsamen Worten, unterstützt durch schöne Illustrationen von Daniela Spoto, erklärt Marie Franz wie sich die Welt veränderte, als sich das kleine Virus Corona, das im Buch als kleines haariges Monster dargestellt wird, unter die Menschen mischte. Sie verschweigt nicht, dass die Menschen den Kampf gegen das Virus nicht immer für sich entscheiden konnten. Sie beschreibt die unterschiedlichen Wege, auf denen Familien in diesen Zeiten in Verbindung blieben und was sie alles versuchten, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Besonders berührt an dieser Geschichte hat uns der Blick auf das neue Miteinander: „Die Menschen merkten mehr und mehr, was ihnen wirklich wichtig war und wieviel sie einander bedeuteten“.

Viel Zeit zu Hause

Die Autorin geht verstärkt auf die Gefühlswelt der Menschen ein: Manche waren traurig und einsam, weil sie lange Zeit zu Hause bleiben mussten. Andere begriffen die Situation als Chance, um Neues auszuprobieren und viel über sich und ihr Leben nachzudenken. Im Mittelpunkt stehen für Marie Franz, selbst zweifache Mutter, jedoch ganz klar die Kinder. Sie wurden dank ihrer „Superkräfte“ wesentlich seltener krank. Außerdem – und hier wagt sie einen Blick in die Zukunft – trugen sie mit all den Einschränkungen, auf die sie sich einließen, mit dazu bei, dass das Virus wieder verschwand. Statt Angst und Unsicherheit bleibt am Ende ein hoffnungsvolles Bild: Die Kinder gehen als Superhelden gestärkt aus der Krise hervor – und dürfen ihre Großeltern endlich wieder fest an sich drücken.

Nachwort für die Eltern

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag,
Illustration: Daniela Spoto

Das Buch bietet einen guten Anknüpfungspunkt, um mit Kindern über Corona und Krisen-Zeiten im Allgemeinen zu sprechen. Als Unterstützung und Anregung finden Eltern ein Nachwort von der Diplom-Psychologin und Systemischen Psychotherapeutin Sylvia Kresse: Ein Schlüssel, den Kinder benötigen, um Krisensituationen seelisch bewältigen zu können, ist ihrer Auffassung nach der Glaube an sich selbst. Diesen kann man stärken, indem Kinder Erfolgserlebnisse für sich verbuchen und merken, dass sie durch ihr eigenes Tun, etwas erreichen. Stichwort Selbstwirksamkeit.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Wir Eltern sollten unsere Gefühle vor unseren Kindern nicht unterdrücken. So lernen Kinder laut Sylvia Kresse, dass alle Emotionen gut und richtig sind und zum Leben dazu gehören. Statt in eine Schockstarre zu fallen, hilft es, gemeinsam aktiv zu überlegen, was man tun kann, um die Situation erträglicher zu gestalten.

Für jedes verkaufte Buch spendet der Verlag 50 Cent an die 22Stars-Foundation. Das ist eine Initiative, die in Uganda Kindern aus sehr armen Familien den Schulbesuch ermöglicht.

Unser Fazit:

Dieses Buch ist eine bleibende Erinnerung an eine sehr intensive Zeit und ein Mutmacher für die Zukunft.

Buch-Infos:

Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen 
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Autor: Marie Franz
Illustration: Daniela Spoto

Erschienen 2020 im Goldblattverlag
gebunden, 38 Seiten
Empfohlenes Lesealter: 4 bis 12 Jahre
Preis: 15,95 Euro
ISBN 978-3981837568

„Der Hund urteilt nicht“

Im Magazin „Syke Life“ der Mediengruppe Kreiszeitung erschien im Juni 2020 mein Interview zum Thema tiergestützte Pädagogik mit Diplom-Sozialpädagogin Martina Merx. Während unseres Gesprächs merkte ich schnell, dass der Beitrag hervorragend in den Kontext meines Kinderbuchblogs passt, da es um Leseförderung geht. Ich freue mich, dass ich das Interview über sie, „Vorlesehund“ Paul und ihre gemeinsame Arbeit hier ein weiteres Mal veröffentlichen darf:

Diplom-Sozialpädagogin
Martina Merx mit Paul.
Foto: Martina Merx

Ein Hund als Leseförderer? Ja, das funktioniert – sehr gut sogar. Vor drei Jahren startete die Erlenschule in Syke, eine staatlich anerkannte Tagesbildungsstätte mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, das zusätzliche Unterrichtsangebot „Vorlesehund“. Diplom-Sozialpädagogin und Initiatorin Martina Merx ermöglicht seitdem Schülern der Jahrgangsstufen eins bis zwölf zwei Vorlese-Stunden pro Woche – inklusive ausgiebiger Streicheleinheiten für ihren Golden Retriever Paul. Im Interview berichtet sie über den aktuellen Stand.

Frau Merx, wie ist es zum „Vorlesehund“ gekommen?

Ich hatte eine einjährige Weiterbildung in „Tiergestützter Therapie/Pädagogik“ an der Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer (wisoak) in Bremen absolviert. Ursprünglich war der Plan, dass Paul einfach nur mit in die Klasse kommt, um dort für ein positives Klima zu sorgen. Das wurde dann ausgebaut auf die Leseförderung – mit dem Hund als Brücke zwischen Lehrer und Schüler.

Was bewirkt Pauls Anwesenheit bei den Kindern und Jugendlichen?

Durch ihn ist die Situation viel entspannter. Die Kinder können Stress und Druck abbauen, der Blutdruck wird nachweislich gesenkt. Sie haben weniger Hemmungen, frei zu sprechen oder laut vorzulesen. Kinder, die noch nicht lesen können, erzählen ihm, was sie auf den Bildern sehen. Das Schöne ist ja, der Hund urteilt nicht. Ihm ist es wurscht, ob das Kind beim Vorlesen Fehler macht. Er ist einfach da und hört zu.

Welches Feedback bekommen Sie von den Eltern der Schüler?

Im Großen und Ganzen ein sehr positives. Wir müssen uns immer vorher abstimmen. Es gibt Kinder, die gegen Tierhaare allergisch sind oder große Angst vor Hunden haben. Die meisten Eltern freuen sich sehr darüber, dass Paul an der Schule ist. Auch zu Hause ist er ein großes Thema.

Was tun Sie denn, wenn ein Kind Angst vor Hunden hat?

Zum Glück weiß ich das im Vorfeld durch das Gespräch mit den Eltern. Wir versuchen dann, uns vorsichtig anzunähern. Das kann so aussehen, dass das Kind Paul ein Leckerli auf den Boden legt und ihn erst einmal nur beobachtet. Wir hatten eine Schülerin mit panischer Angst vor Hunden – am Ende hat sie beim Vorlesen mit ihm gekuschelt.

„Vorlesehund“ Paul in Aktion. Foto: Martina Merx.

Wie läuft so eine Vorlese-Stunde ab?

Drei bis vier Schüler sind mit Paul und mir im Raum, und jeder hat die Chance, zehn bis 15 Minuten vorzulesen. Zuerst gibt es ein kleines Begrüßungsritual mit Leckerli. Dann setzt sich das Kind mit Paul auf den Boden, liest ihm vor und streichelt ihn dabei, wenn es das möchte. Die anderen hören zu. Ich bin dann „eigentlich gar nicht da“, passe lediglich aus dem Hintergrund auf, dass es eine angenehme Situation für alle Beteiligten ist. So kann sich das Kind ganz auf das Vorlesen konzentrieren.

Wie würden Sie das Zusammenspiel zwischen Kind und Hund beschreiben?

Ruhig und entspannt. Man spürt die Zuneigung. Paul schmiegt sich oft ganz nah an den Schüler heran. Es ist eine schöne, gemütliche Atmosphäre, und man merkt gar nicht, dass es eigentlich Lese-Unterricht ist.

Gab es eine Begegnung, die Sie besonders berührt hat?

Wir hatten eine Schülerin mit starker Spastik. Als wir ihre Hand vorsichtig auf Pauls Fell gelegt haben, merkten wir, wie diese auf einmal locker und weich wurde. Das war ein so schöner Moment. Mir standen fast die Tränen in den Augen. Eine kleine Ursache, in diesem Fall die Nähe zum Tier, kann so eine große Wirkung haben. In den Anfängen wurde „Tiergestützte Therapie/Pädagogik“ gerne mal als „Kuscheltherapie“ belächelt. An solchen Beispielen sieht man, dass es wirklich funktioniert. Inzwischen gibt es in immer mehr Einrichtungen solche Angebote.

Was muss Paul als Vorlesehund können? Kann das jeder Hund?

Zunächst ist es wichtig, dass Frauchen oder Herrchen eine entsprechende Ausbildung mitbringt. Der Hund sollte ein ruhiges, geduldiges Wesen haben und für diese Arbeit geeignet sein.

Paul ist jetzt sechs Jahre alt. Welche Pläne haben Sie mit ihm?

Bei guter Gesundheit und Verfassung kann er das bestimmt noch bis zu seinem zehnten Lebensjahr weitermachen. Er ist nicht nur Vorlesehund, sondern auch Begleithund und unterstützt die Kinder in ihrer Bewegung und Motorik.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass unser Angebot weiterlaufen kann. Lesen ist gerade in der heutigen von Medien dominierten Zeit so wichtig. Deshalb liegt es mir sehr am Herzen, dass das zusätzliche Unterrichtsangebot „Vorlesehund“ eine Zukunft hat.

Ich bedanke mich herzlich für das Interview.

Daniela Krause, Mai 2020

Zur Person

Martina Merx ist an der Erlenschule als Diplom-Sozialpädagogin und -arbeiterin für die Leseförderung zuständig. An zwei Tagen die Woche ist sie mit ihrem Hund Paul an der Erlenschule im Einsatz. Die gebürtige Nienburgerin lebt in Stuhr und hat drei Kinder.

Die Erlenschule

Die Erlenschule, staatlich anerkannte Tagesbildungsstätte, besteht seit 1969 und ist eine Schulform mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Der Unterricht in der Erlenschule wird gemäß den Vorgaben des Kerncurriculums des niedersächsischen Kultusministeriums gestaltet. Träger ist die Lebenshilfe Syke.

Ein Schweinebär im Schlafanzug

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„Ein Schweinebär im Schlafanzug“, Andreas Langer und Katalin Eva Pop, Foto: Daniela Krause

Das Problem war Sascha selbst: Diesmal war er ein leibhaftiger Schweinebär! Mit rosa Rüssel, braunem Zottelfell, spitz zulaufenden Ohren, Tatzen und einem Buckel über den Schultern. An den alten Sascha erinnerte nur noch der blau-weiß gestreifte Schlafanzug, in dem er nach wie vor steckte.“

Lieblingszitat aus „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ von Andreas Langer

„Du kleines Ferkel!“ – Ja, ich bekenne mich! Auch ich habe diese Worte schon zu meinen Kindern gesagt, wenn sie sich am Esstisch wie die kleinen Schweinchen am Trog verhalten haben. Und wie oft höre ich mich sagen: „Benutzt bitte die Gabel, nicht die Finger!“ Insofern war das Buch von Andreas Langer sowohl für mich als auch für meinen Großen (6) und die Lütte (fast 4) ein gefundenes Fressen. Denn das Buch „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ dreht sich genau um dieses für Eltern und Kinder sehr leidige Thema.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jule. Jule ist zehn Jahre alt und hat einen kleinen Bruder, Sascha. Obwohl dieser mit fast sieben Jahren schon zur Schule geht (und man von ihm in seinem Alter so etwas wie Disziplin am Esstisch erwarten dürfte), futtert er wie ein Schwein. Deshalb wird er von seinen Eltern – halb liebevoll, halb verzweifelt – „Schweinebär“ genannt. Denn egal, was es zu essen gibt, hinterher sieht es an und unter seinem Essplatz aus wie im Saustall. Seiner Schwester tut Sascha etwas leid. Auch wenn er sich beim Essen manchmal wirklich tollpatschig anstellt. Doch sicherlich haben weder sie noch ihre Eltern gewollt, dass sich Sascha eines Tages in einen echten „broinkenden“ Schweinebären (einen Mix aus Schwein und Bär) verwandelt (Kafka lässt grüßen).

Amüsantes Versteckspiel

Saschas Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld an seiner Verwandlung in die Schuhe. Nur Jule bewahrt einen kühlen Kopf und schreitet zur Tat: So ein Schweinebär MUSS ja mal – zum einen etwas fressen, zum anderen ein Häufchen machen. Und dann sind da noch die neugierigen Nachbarn und der strenge Hausmeister, die bestimmt keinen Schweinebären im Haus dulden. Es beginnt ein amüsantes Versteckspiel. Jule hat alle Hände voll zu tun, um ihren Bruder vor Fallstricken zu bewahren und glaubhafte Ausreden für dessen Missgeschicke und Hinterlassenschaften zu finden. Geschickt werden die unangenehmen Gerüche in der Wohnung auf die „Verdauungsprobleme“ der Mutter geschoben, damit Herr Hartenstein, der Hausmeister, ja keinen Verdacht schöpft.

Für immer ein Schweinebär?

Trotz der turbulenten Ereignisse und dem riesen Tohuwabohu in der Wohnung gewöhnt sich die Familie an ihren tierischen Mitbewohner – bis die Polizei vor der Tür steht. Saschas Abstecher in die Schlammgrube auf der nahe gelegenen Baustelle ist natürlich nicht unbeobachtet geblieben. Als dann auch noch die zeternden Nachbarn in der Tür stehen, kapituliert die Familie. Die Eltern bekennen sich (endlich) zu ihrem Schweinebären – und wie durch Hexerei verwandelt sich dieser wieder in den „alten“ Sascha. Seine Eltern nennen ihn fortan nie wieder Schweinebär, obwohl er immer noch wie einer futtert.

Und die Moral?

Farbig an diesem Taschenbuch ist leider nur das Cover, welches die wichtigsten Protagonisten im Sessel sitzend vereint, uns allerdings nicht so vom Hocker gerissen hat. Hier hätten wir uns eine turbulentere Szene gewünscht. Das von Katalin Eva Pop mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrierte Büchlein transportiert mit seinem Ende eine wichtige Botschaft: Die Eltern haben gelernt, Sascha so anzunehmen, wie er i(s)st. Auch wenn das bedeutet, dass die Wohnung wie ein Schweinestall aussieht. Man hätte vielleicht einen Kompromiss finden können: Sascha hätte lernen können, beim Essen weniger „herumzuferkeln“. Doch genau so ein Ende oder gar eine Moral hatte der Autor wohl nicht im Sinn. Das unterstreicht dieser O-Ton von Saschas Mutter: „So sind Kinder nun einmal. Sauber und ordentlich können sie als Erwachsene noch lange genug sein.“ Da ist was dran, finden wir.

Passend zur Geschichte gibt es am Ende des Taschenbuches noch einige Mitmachseiten mit Rätseln. Auf der Internetseite von Andreas Langer kann man sich die Seiten in groß ausdrucken, Ausmalbild inklusive.

Unser Fazit:

Die Lektüre vom „Schweinebären im Schlafanzug“ hat bei uns für vergnügte Vorlesestunden gesorgt. Es lädt dazu ein, die Dinge nicht ganz so ernst zu nehmen. Und vor allem, andere Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Darauf ein dreifaches: Broink!“

Buch-Infos:

Ein Schweinebär im Schlafanzug
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Autor: Andreas Langer
Zeichnungen von: Katalin Eva Pop

Erschienen 2019 im Selbstverlag
Taschenbuch, 108 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
Preis: 6,95 Euro
ISBN 978-3749485161

Lotte und die Oma-Tage

„Lotte und die Oma-Tage“, Miriam Zedelius, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Lotte denkt nach. „Oma“ sagt sie. „Wenn du mal tot bist, dann kann ich auch immer an dich denken. Aber ich muss dafür gar nicht auf den Friedhof gehen. Ich kann auch immer an dich denken, wenn ich Kakao mit Honig trinke.“

Lieblingszitat aus „Lotte und die Oma-Tage“ von Miriam Zedelius

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Großeltern – sie spielen im Leben unserer Kinder eine so wichtige Rolle. Es gibt andere Regeln als zu Hause, neue Impulse für die Entwicklung. Die Uhren ticken langsamer. Es ist wie eine schöne andere Welt. In diese Welt darf die fünjährige Lotte jeden Montag eintauchen. Denn dann ist „Lotte-Oma-Tag“. An diesem besonderen Tag holt sie ihre Großmutter gleich nach dem Mittagessen aus dem Kindergarten ab, und sie unternehmen etwas Schönes. Oder sie sind „faul“, bestellen Pizza, spielen Gesellschaftsspiele und schlürfen Kaffee und Kakao mit Honig. Was sie an ihren gemeinsamen Tagen erleben, hat Autorin Miriam Zedelius in 18 kurzen Vorlesegeschichten humor- und liebevoll niedergeschrieben.

Abenteuer Alltag

Es sind diese aus dem Leben gegriffenen Alltagsabenteuer, die meine Kinder für dieses Buch begeistert haben: Leise und lässig, chaotisch und witzig, dann wieder etwas ernster, zum Teil philosophisch. Sie gehen zusammen picknicken im Park – und krümeln und kleckern ganz ohne schlechtes Gewissen. Sie backen einen Kuchen mit geheimnisvollen Zutaten oder veranstalten einen Flohmarkt. Im Schwimmbad traut sich Lotte mit Oma zusammen zum ersten Mal die große Rutsche herunter. Und wenn Lotte mal so richtig schlechte Laune hat, weiß Oma das perfekte Geheimversteck für Schimpfwörter. Lotte ist neugierig auf das Leben, und ihre Großmutter freut sich, dass sie ihren Erfahrungsschatz und ihr Wissen mit ihrer Enkelin teilen kann.

„Lotte und die Oma-Tage“, Illustration: Miriam Zedelius, Hummelburg Verlag

Oma hat immer ein offenes Ohr

Bei ihrer Oma darf Lotte alles fragen und alles sagen. Ihre Großmutter hat ein offenes Ohr, fühlt sich in ihre Enkelin hinein und ist um keine Antwort verlegen. Auch dann nicht, wenn Lotte unbequeme Themen beschäftigen, die besonders einfühlsame Worte erfordern. Solche wie der Tod. Warum sterben Menschen? Kommen Sie dann alle in eine Kiste und werden „vergraben“? Und was steht auf einem Grabstein? Antworten auf diese Fragen findet Lotte bei einem Friedhofsbesuch.

Eine wunderbare Freundschaft

Es ist ein besonderes Band, das die beiden verbindet. Man spürt beim Lesen die Herzlichkeit und Wärme zwischen Lotte und ihrer Oma. Das i-Tüpfelchen sind die zweifarbigen Illustrationen, die genauso unaufgeregt und leicht daherkommen wie der Inhalt der Geschichten.

Unser Fazit:

Ein sehr schönes Buch mit kleinen und großen Alltagsabenteuern. Zum Vorlesen für Großeltern und Enkel, aber auch Eltern und Kinder.

Buch-Infos:

Lotte und die Oma-Tage
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Autorin und Illustratorin: Miriam Zedelius
Erschienen 2019 im Hummelburg Verlag
gebunden, 96 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 12,99 Euro
ISBN 978-3747800010