Schau in deinen Körper

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„Schau in deinen Körper“, BELTZ & Gelberg Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Kinder haben tausend Fragen. Über ihren eigenen Körper möchten sie ganz besonders viel erfahren. Auf der Suche nach einem Buch, das den menschlichen Körper möglichst kindgerecht erklärt, bin ich auf dieses faszinierende Mitmach-Buch gestoßen. Das Buch ist über zwei Seiten durchgehend bedruckt und zeigt auf jeder Doppelseite einen bestimmten Bereich des Körpers – vom Kopf bis zu den Füßen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Organen und ihren Funktionen.

Das Kind hält das große stabile Pappbuch mit Hilfe von Haltegriffen vor seinen eigenen Körper. Wenn es sich dann so vor einen Spiegel stellt, sieht es zum Beispiel im oberen Bereich durch die eingebauten Gucklöcher eine Art Röntgenbild des eigenen Kopfes mit den Schädelknochen und dem Gehirn. Großer Pluspunkt: Es ist auf die Körpergröße eines vier- bis sechsjährigen Kindes abgestimmt und zudem geschlechtsneutral gestaltet.

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„Schau in deinen Körper“, BELTZ & Gelberg Verlag, Foto: Daniela Krause

Auf der oberen rechten Seite ist ein kleines Männchen abgebildet, das vormacht, wie das Buch jeweils vor den Körper gehalten werden soll. Auf der linken oberen Seite findet sich eine kurze, knackige Erklärung zum dargestellten Körperteil oder Organ. Unten links auf der Seite gibt es eine farbig hervorgehobene kleine Aufgabe, die dazu animiert, den eigenen Körper zu erkunden. Beispielsweise wird dazu aufgefordert, tief ein und aus zu atmen, um die Lunge zu spüren, die einzelnen Rippen zu ertasten oder bei einer anderen Person das Ohr auf den Bauch zu legen und den Verdauungsgeräuschen zu lauschen.

Mit diesem Buch hatten meine Kinder und ich eine Menge Spaß. Es ist nicht mit Informationen überfrachtet, liefert immer wieder neuen Gesprächsstoff und lädt zu einer achtsamen Erkundung des eigenen Körpers ein. Sicherlich ist es auch eine gute Idee, dieses Buch in die pädagogische Gruppenarbeit im Kindergarten einzubinden. Interessant zu wissen: „Schau in deinen Körper“ wurde mit dem Leipziger Lesekompass 2018 ausgezeichnet und steht auf der Shortlist der „Schönsten deutschen Bücher 2018“ der Stiftung Buchkunst.

Unser Fazit:

Dieses interaktive Körperbuch hat ein geniales Mitmach-Konzept. Es vermittelt Wissen in gerade richtig großen „Häppchen“ und regt dazu an, sich intensiver mit dem eigenen Körper zu beschäftigen.

Klappentext:

Kinder erkunden ihren Körper und wollen wissen, was da drinnen los ist: Wohin geht das Essen, wenn ich es hinunterschlucke? Was kneift so, wenn ich dringen Pipi muss? Warum habe ich ein Herz? Mit diesem Buch erhalten Kinder faszinierende Einblicke in ihren Körper und entdecken von Kopf bis Fuß, was in ihnen steckt.

Buch-Infos:

Schau in deinen Körper
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Felicitas Horstschäfer
Johannes Vogt
BELTZ & Gelberg
gebundenes Buch, 20 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren 
ISBN: 978-3407823120
Preis: 14,95 Euro

Der Dachs hat heute schlechte Laune!

Dachs
„Der Dachs hat heute schlechte Laune!“, Nord Süd Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Der Dachs krabbelt morgens aus den Federn und hat schon eine ganz miese Laune. Zuerst denkt er, dass er so besser nicht das Haus verlassen sollte, besinnt sich dann jedoch wieder anders und stapft unter lautem Getöse aus seinem Bau. Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen Waldbewohnern. Ungehobelt wie er sich benimmt, hat er es schon bald geschafft, alle Tiere mit seiner schlechten Laune anzustecken. Die Stimmung des Dachses hingegen hellt sich immer weiter auf.

Als er am Nachmittag einen Spaziergang macht, wundert er sich: Warum ist der Wald nur so leer? Wo sind denn alle hin? Als er den Waschbären fragen möchte, knallt ihm dieser eine unfreundliche Antwort an den Kopf. Und auch die anderen Tiere, die er trifft, sind nicht gut auf den Dachs zu sprechen. Niedergeschlagen macht er sich auf den Heimweg und denkt darüber nach, was er mit seinem Verhalten angerichtet hat.

Die Amsel kommt vorbeigeflattert und gemeinsam schmieden sie einen Plan: Der Dachs lädt mit ihrer Hilfe alle Tiere zu einem „Fest für schlecht gelaunte Tiere“ ein. In seiner Rede entschuldigt sich der Dachs für sein schlechtes Benehmen. Als Höhepunkt des Festes soll das Tier mit der schlechtesten Laune gefunden werden. Doch bei den Aufgaben, die der Dachs den Tieren stellt (etwa „wer am bösesten Gucken kann) werden die muffeligen Tiere schon bald wieder fröhlich. Und ausgerechnet der Dachs hat auf einmal die beste Laune von allen.

Unsere Emotionen und der Umgang mit ihnen sind das Schlüsselthema dieses von Amélie Jackowski wundervoll illustrierten Bilderbuches. Mit der Geschichte vom grantigen Dachs vermittelt uns Autor Moritz Petz: Mal schlechte Laune zu haben ist völlig normal und in Ordnung. Doch es nützt niemandem, wenn man diese an anderen auslässt oder sie gar auf andere überträgt.

Worte lösen beim Gegenüber immer eine Reaktion aus. Böse Worte können verunsichern, kränken und verletzen. Sie bewirken meist neben einer entsprechenden Gegenreaktion, dass sich der Andere zurückzieht und eine Kommunikation, die das Problem lösen könnte, nicht mehr stattfindet. Zumindest so lange nicht, bis einer von beiden wieder auf den anderen zugeht.

Die Amsel agiert in der Geschichte als Vermittler zwischen den beiden Parteien. Mit ihrer Hilfe überlegt der Dachs, was er tun kann, damit die anderen Tiere ihm verzeihen. Und seine kreative Idee, das „Schlechte-Laune-Fest“ kommt bei den anderen Waldbewohnern sehr gut an. So gut, dass am Ende wieder alles gut ist.

Wir hatten übrigens einen großen Spaß daran, den Wettstreit des „Schlechte-Laune-Festes“ selber nachzuspielen: Böse gucken, grummelig grüßen und gefährlich fauchen!

Unser Fazit:

Gefühle und der Umgang mit ihnen werden in diesem Bilderbuch liebevoll thematisiert. Gleichzeitig lädt die lebendig erzählte Geschichte dazu ein, gemeinsam zu überlegen, was man tun kann, damit die Gewitterwolke über dem Kopf schnell wieder verschwindet. Es ist eines unserer Lieblingsbücher geworden.

Klappentext:

Der Dachs hat furchtbar schlechte Laune. Alle Tiere, die ihm begegnen, knurrt er an. Das tut ihm gut und so hellt sich seine Stimmung auf. Aber nanu – mit einem Mal sind alle böse auf den Dachs. Da hat der Dachs einen rettenden Einfall…

Buch-Infos:

Der Dachs hat heute schlechte Laune!
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Text: Moritz Petz
Illustration: Amélie Jackowski
Nord Süd Verlag
gebundenes Buch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren 
ISBN: 978-3314101762
Preis: 9 Euro

Die kleine Omi

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„Die kleine Omi“, Jonna Struwe, Beatrice Confuss, Fotos: Daniela Krause

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Wenn meine Oma mir „von früher“ erzählt hat, hing ich förmlich an ihren Lippen, weil ich die Geschichten aus der alten Zeit so spannend fand. Genauso ergeht es Lena und Max, wenn die kleine Omi sich an längst Vergangenes erinnert. Dabei ist sie gar nicht ihre richtige Oma. Die beiden Kinder nennen sie nur liebevoll „kleine Omi“, weil ihre freundliche, betagte Nachbarin so klein ist, dass sie gerade mal über ihr Autodach gucken kann. Sie ist eine hervorragende Zuhörerin. Sie erzählt Geschichten, die andere „Vertreter“ ihrer Generation vielleicht eher für sich behalten würden. Und manchmal passt sie auf Max und Lena auf, weil deren Großeltern viel zu weit weg wohnen, um mal eben kurz vorbeizukommen.

Mit „Die kleine Omi“ gibt Jonna Struwe ihr gelungenes Debüt als Kinderbuchautorin und erzählt in sechs Kapiteln lebendig und warmherzig von der Kindheit – heute und damals. So erfahren die Kinder zum Beispiel, dass Mädchen früher keine Hosen tragen durften, dass katholische und evangelische Kinder in der Schule strikt getrennt wurden, dass fluchende Kinder zum Pfarrer geschickt wurden, dass der Namenstag früher eine viel größere Bedeutung hatte als der Geburtstag heute – und sie kommen hinter das Geheimnis, warum die kleine Omi nie richtig Fahrradfahren gelernt hat.

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Unser Lieblingsbild.

Dem Großen (5) hat das Buch sehr gut gefallen. Mal musste er lachen, mal nachfragen und einmal bekam er tatsächlich rote Ohren, bei den lustigen, interessanten und frechen Geschichten der kleinen Omi. Hervorheben möchte ich neben dem sehr originellen Cover die Gestaltung, beziehungsweise die Illustrationen von Beatrice Confuss auf den Innenseiten. Sie machen den Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr gut erlebbar, denn die Geschichten von früher werden mit ganzseitigen bunten Bildern untermalt, während alle Geschehnisse im „Jetzt“ in Schwarz-Weiß gehalten sind – also genau umgekehrt als erwartet. So wird die Historie zum einen in den Bildern lebendig, zum anderen in den unterhaltsamen Erzählungen der kleinen Omi, die die unterschiedlichen Personen direkt zu Wort kommen lässt.

Unser Fazit:

Dieses Vorlesebuch schlägt einen Bogen zwischen Kindheit früher und heute und ist dabei locker und unterhaltsam zu lesen. Es macht Lust darauf, den eigenen Großeltern Löcher in den Bauch zu fragen.

Klappentext:

Die kleine Omi ist wirklich klein. So klein, dass sie kaum über ihr Autodach linsen kann. Aber dass sie auch mal so klein war wie Max und Lena, ein Kindergarten- oder Schulkind, das können sich die beiden nicht vorstellen. Gebannt hören sie deshalb zu, wenn die kleine Omi Geschichten erzählt, Geschichten, die sie erlebt hat, als sie ein Kind war. Warum sie zum Beispiel in der Schule nicht durch die gleiche Tür gehen durfte wie die evangelischen Kinder und am Ende ihres ersten Schultages im Fahnenmast stecken blieb; oder warum sie heimlich Fahrrad fahren lernen wollte und dabei fast baden ging; oder warum der Garten für sie Vorratskammer, Spielzimmer und Klo in einem war. Und was das alles mit Lenas Sammelbildchen vom Supermarkt, Max Fußballspielen und Mamas Geburtstag zu tun hat, das erzählt die kleine Omi auch.

Buch-Infos:

Die kleine Omi
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Text: Jonna Struwe
Illustration: Beatrice Confuss
https://die-kleine-omi.de/
Books on Demand
gebundenes Buch mit Lesebändchen, 60 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
ISBN: 978-3748110255
Preis: 14,99 Euro

Vom Hut, der nicht zaubern wollte

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„Vom Hut, der nicht zaubern wollte“, Thienemann Verlag, Foto: Daniela Krause

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Johanna sitzt gerade am Schreibtisch und malt – da kommt ihr Vater mit einer „Überraschung“ um die Ecke. Etwas enttäuscht ist das kleine Mädchen schon, als sich die Überraschung als „oller Hut“ vom Sachensammler entpuppt. Doch ihr Papa sagt, der Hut habe einmal einem echten Zauberer gehört. Das klingt schon besser!

Johanna fragt sich, wie sie wohl einen Hasen aus dem Zylinder zaubern kann. Doch das Zauberwort dafür, meint Papa, müsse sie schon selbst herausfinden. Also macht sich Johanna auf die Suche danach und fragt ihre Mama, ihren großen Bruder Alexander, die Nachbarin, die Menschen auf der Straße… Einige machen den Spaß mit und überlegen sich einen Spruch, andere sagen Worte wie „Mumpitz!“, „Firlefanz!“ und „Humbug!“, die Johanna auch für Zaubersprüche hält. (Mehr Sprüche möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.) Aber so richtig überzeugend ist keiner von ihnen. 

Ratlos starrt sie auf den Hut, setzt ihn auf den Kopf – und befindet sich plötzlich in einer großen Manege. Sie schlüpft selbst in die Rolle der Zauberin. Als sie sich nach ihrer Vorstellung vor dem begeisterten Publikum verbeugt, fällt ihr der Hut vom Kopf, und ein weißer Hase hoppelt heraus.

Auf einmal ist sie wieder in ihrem Zimmer. Die Tür geht auf – und dort steht Papa, der verblüfft auf seine Tochter blickt, die einen Hasen im Arm hält.

Wir hatten an diesem Buch großen Spaß. Die vermeintlichen Zaubersprüche der Erwachsenen sorgten für Belustigung – sowohl bei den Kindern als auch bei mir. Die Geschichte ist humorvoll geschrieben und enthält viele Dialoge, die zum lebendigen Vorlesen in unterschiedlichen Stimmen einladen. Inhaltlich sehr gut gefallen hat uns, dass Johanna tatsächlich ganz allein mit ihrer kindlichen Fantasie das Geheimnis um den Zauberhut lüften kann. Sehr schön sind die vielen Details, welche die Kinder auf den Doppelseiten entdecken können.

Unser Fazit:

Ein zauberhaftes Vorlesevergnügen, das die kindliche Fantasie beflügelt und uns Erwachsene schon ein wenig alt aussehen lässt.

Klappentext:

Der geheimnisvolle alte Zylinder, den Papa mitgebracht hat, ist ein echter Zauberhut! Das behauptet jedenfalls Papa. Ob man damit auch einen weißen Hasen herbeizaubern kann? Johanna will es unbedingt herausfinden. Doch dazu braucht sie das richtige Zauberwort. Aber wen sie auch fragt, keiner weiß, wie es lautet. Nicht mal Ralf, der zu Hause einen Zauberkasten hat und sich auskennt. Aber dann, als Johanna schon aufgeben will, passiert etwas ganz Unglaubliches…

Buch-Infos:

Vom Hut, der nicht zaubern wollte
Text: Susan Niessen

Illustration: Antje Drescher
Thienemann Verlag
gebundenes Buch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren 
ISBN: 978-3522458085
Preis: 11,90 Euro