Geschwister!

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Foto: Daniela Krause

„Im Grunde ist es gar nicht so schlecht zu zweit zu sein.“

Lieblingszitat aus „Geschwister“ von Rocio Bonilla

unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft

Hach, Geschwister… Sie lieben sich, sie streiten sich. Manchmal so sehr, dass die Fetzen fliegen! Aber im Grunde ihres Herzens können sie doch nicht ohne einander. Es gibt viele schöne gemeinsame Momente, und wenn es wirklich drauf ankommt, halten sie zusammen. Das macht das Bilderbuch „Geschwister!“ von Rocio Bonilla auf augenzwinkernde Weise deutlich. Es handelt von einem jüngeren Bruder und seiner großen Schwester und kann von zwei Seiten gelesen werden – einmal aus Sicht des Jungen und einmal aus Sicht des Mädchens.

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Foto: Daniela Krause

Mein Bruder ist ein Affe!

Tierisch genervt ist die große Schwester von ihrem kleinen Bruder, den sie als Affen bezeichnet und der im Bilderbuch auch als solcher abgebildet ist. Er nimmt ihre Sachen ohne zu fragen, macht alles kaputt und ständig nur Blödsinn. Aber wenn er mal länger weg ist, fehlt er ihr doch ein bisschen. Schließlich kann man viel Spaß mit ihm haben, und er hat eine so tolle Fantasie. Eigentlich ist er doch gar nicht so übel, oder?

Meine Schwester ist ein Nashorn!

Tierisch genervt ist der kleine Bruder von seiner großen Schwester, die er als Nashorn bezeichnet und die im Bilderbuch auch als solches abgebildet ist. Sie macht, dass er sich klein fühlt. Sie ist so langweilig und geht immer gleich auf die Palme. Aber zugegeben, sie kann richtig gut Türmchen bauen, und er darf sich zu ihr kuscheln, wenn er nachts Angst vor dem Monster im Zimmer hat. Eigentlich ist sie doch ganz ok, oder?

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Illustration: Rocio Bonilla

Drei?! (Achtung, Spoiler!)

Und dann ist da plötzlich noch ein drittes schreiendes Geschwisterchen, dass das Leben der beiden sicher ordentlich auf den Kopf stellen wird. Sorry, aber der Spoiler musste an dieser Stelle sein, da das Buch sich sehr gut als Lektüre anbietet, wenn ein drittes Geschwisterchen unterwegs ist. Doch auch so werden sich kleine und große Geschwister, aber auch die Eltern darin wiederfinden und sich über das Gerangel amüsieren.

„Geschwister“, JUMBO Verlag, Illustration: Rocio Bonilla

Rosa und Blau? Fehlanzeige!

Wir lieben die in zarten Farben gehaltenen Illustrationen von Rocio Bonilla sehr, insbesondere die Mimik der Geschwister. Positiv ist uns außerdem aufgefallen, dass die Klischeefarben Rosa und Blau im Buch keine Rolle spielen. Ok, das Ballette-Tütü der großen Schwester ist zwar Rosa, wird aber im Buch ebenso von ihrem Bruder getragen. Das Bilderbuch kommt mit verhältnismäßig wenig Text aus. Und so viel Text muss es auch gar nicht sein, denn die Illustrationen sprechen für sich und erzählen noch einmal eigene Anekdoten aus dem Geschwisterleben (hier möchte ich bewusst nicht spoilern).

Das sagt die Lütte (5):

Die streiten sich ganz viel. Das machen mein Bruder und ich doch auch!

Das sagt der Große (8):

Ich finde es gut, dass die Geschwister als die Tiere dargestellt werden, als die sie sich beschimpfen.

Unser Fazit:

Wie man es dreht und wendet – dieses humorvolle Geschwisterportrait ist richtig gut gelungen.

Buch-Infos:

Geschwister!
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Titel: Geschwister!
Text und Illustrationen: Rocio Bonilla
Erschienen bei JUMBO Verlag
gebunden, 56 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren

Preis: 15 Euro
ISBN: 978-3833739590

Die Illustratorin: Rocio Bonilla

Rocio Bonilla, geboren 1970 in Barcelona, ist Illustratorin und Autorin zahlreicher Kinderbücher, die in diverse Sprachen übersetzt wurden. Sie hat Kunst mit Schwerpunkt Illustration an der Universität Barcelona studiert und als Malerin, Fotografin, Pädagogin und in der Werbebranche gearbeitet. Im JUMBO Verlag sind bereits 17 Titel mit den bezaubernden Illustrationen von Rocio Bonilla erschienen. Quelle: JUMBO Verlag

Ein Schweinebär im Schlafanzug

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„Ein Schweinebär im Schlafanzug“, Andreas Langer und Katalin Eva Pop, Foto: Daniela Krause

Das Problem war Sascha selbst: Diesmal war er ein leibhaftiger Schweinebär! Mit rosa Rüssel, braunem Zottelfell, spitz zulaufenden Ohren, Tatzen und einem Buckel über den Schultern. An den alten Sascha erinnerte nur noch der blau-weiß gestreifte Schlafanzug, in dem er nach wie vor steckte.“

Lieblingszitat aus „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ von Andreas Langer

„Du kleines Ferkel!“ – Ja, ich bekenne mich! Auch ich habe diese Worte schon zu meinen Kindern gesagt, wenn sie sich am Esstisch wie die kleinen Schweinchen am Trog verhalten haben. Und wie oft höre ich mich sagen: „Benutzt bitte die Gabel, nicht die Finger!“ Insofern war das Buch von Andreas Langer sowohl für mich als auch für meinen Großen (6) und die Lütte (fast 4) ein gefundenes Fressen. Denn das Buch „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ dreht sich genau um dieses für Eltern und Kinder sehr leidige Thema.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jule. Jule ist zehn Jahre alt und hat einen kleinen Bruder, Sascha. Obwohl dieser mit fast sieben Jahren schon zur Schule geht (und man von ihm in seinem Alter so etwas wie Disziplin am Esstisch erwarten dürfte), futtert er wie ein Schwein. Deshalb wird er von seinen Eltern – halb liebevoll, halb verzweifelt – „Schweinebär“ genannt. Denn egal, was es zu essen gibt, hinterher sieht es an und unter seinem Essplatz aus wie im Saustall. Seiner Schwester tut Sascha etwas leid. Auch wenn er sich beim Essen manchmal wirklich tollpatschig anstellt. Doch sicherlich haben weder sie noch ihre Eltern gewollt, dass sich Sascha eines Tages in einen echten „broinkenden“ Schweinebären (einen Mix aus Schwein und Bär) verwandelt (Kafka lässt grüßen).

Amüsantes Versteckspiel

Saschas Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld an seiner Verwandlung in die Schuhe. Nur Jule bewahrt einen kühlen Kopf und schreitet zur Tat: So ein Schweinebär MUSS ja mal – zum einen etwas fressen, zum anderen ein Häufchen machen. Und dann sind da noch die neugierigen Nachbarn und der strenge Hausmeister, die bestimmt keinen Schweinebären im Haus dulden. Es beginnt ein amüsantes Versteckspiel. Jule hat alle Hände voll zu tun, um ihren Bruder vor Fallstricken zu bewahren und glaubhafte Ausreden für dessen Missgeschicke und Hinterlassenschaften zu finden. Geschickt werden die unangenehmen Gerüche in der Wohnung auf die „Verdauungsprobleme“ der Mutter geschoben, damit Herr Hartenstein, der Hausmeister, ja keinen Verdacht schöpft.

Für immer ein Schweinebär?

Trotz der turbulenten Ereignisse und dem riesen Tohuwabohu in der Wohnung gewöhnt sich die Familie an ihren tierischen Mitbewohner – bis die Polizei vor der Tür steht. Saschas Abstecher in die Schlammgrube auf der nahe gelegenen Baustelle ist natürlich nicht unbeobachtet geblieben. Als dann auch noch die zeternden Nachbarn in der Tür stehen, kapituliert die Familie. Die Eltern bekennen sich (endlich) zu ihrem Schweinebären – und wie durch Hexerei verwandelt sich dieser wieder in den „alten“ Sascha. Seine Eltern nennen ihn fortan nie wieder Schweinebär, obwohl er immer noch wie einer futtert.

Und die Moral?

Farbig an diesem Taschenbuch ist leider nur das Cover, welches die wichtigsten Protagonisten im Sessel sitzend vereint, uns allerdings nicht so vom Hocker gerissen hat. Hier hätten wir uns eine turbulentere Szene gewünscht. Das von Katalin Eva Pop mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrierte Büchlein transportiert mit seinem Ende eine wichtige Botschaft: Die Eltern haben gelernt, Sascha so anzunehmen, wie er i(s)st. Auch wenn das bedeutet, dass die Wohnung wie ein Schweinestall aussieht. Man hätte vielleicht einen Kompromiss finden können: Sascha hätte lernen können, beim Essen weniger „herumzuferkeln“. Doch genau so ein Ende oder gar eine Moral hatte der Autor wohl nicht im Sinn. Das unterstreicht dieser O-Ton von Saschas Mutter: „So sind Kinder nun einmal. Sauber und ordentlich können sie als Erwachsene noch lange genug sein.“ Da ist was dran, finden wir.

Passend zur Geschichte gibt es am Ende des Taschenbuches noch einige Mitmachseiten mit Rätseln. Auf der Internetseite von Andreas Langer kann man sich die Seiten in groß ausdrucken, Ausmalbild inklusive.

Unser Fazit:

Die Lektüre vom „Schweinebären im Schlafanzug“ hat bei uns für vergnügte Vorlesestunden gesorgt. Es lädt dazu ein, die Dinge nicht ganz so ernst zu nehmen. Und vor allem, andere Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Darauf ein dreifaches: Broink!“

Buch-Infos:

Ein Schweinebär im Schlafanzug
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Autor: Andreas Langer
Zeichnungen von: Katalin Eva Pop

Erschienen 2019 im Selbstverlag
Taschenbuch, 108 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
Preis: 6,95 Euro
ISBN 978-3749485161

Lotte und die Oma-Tage

„Lotte und die Oma-Tage“, Miriam Zedelius, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Lotte denkt nach. „Oma“ sagt sie. „Wenn du mal tot bist, dann kann ich auch immer an dich denken. Aber ich muss dafür gar nicht auf den Friedhof gehen. Ich kann auch immer an dich denken, wenn ich Kakao mit Honig trinke.“

Lieblingszitat aus „Lotte und die Oma-Tage“ von Miriam Zedelius

//unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar//

Großeltern – sie spielen im Leben unserer Kinder eine so wichtige Rolle. Es gibt andere Regeln als zu Hause, neue Impulse für die Entwicklung. Die Uhren ticken langsamer. Es ist wie eine schöne andere Welt. In diese Welt darf die fünjährige Lotte jeden Montag eintauchen. Denn dann ist „Lotte-Oma-Tag“. An diesem besonderen Tag holt sie ihre Großmutter gleich nach dem Mittagessen aus dem Kindergarten ab, und sie unternehmen etwas Schönes. Oder sie sind „faul“, bestellen Pizza, spielen Gesellschaftsspiele und schlürfen Kaffee und Kakao mit Honig. Was sie an ihren gemeinsamen Tagen erleben, hat Autorin Miriam Zedelius in 18 kurzen Vorlesegeschichten humor- und liebevoll niedergeschrieben.

Abenteuer Alltag

Es sind diese aus dem Leben gegriffenen Alltagsabenteuer, die meine Kinder für dieses Buch begeistert haben: Leise und lässig, chaotisch und witzig, dann wieder etwas ernster, zum Teil philosophisch. Sie gehen zusammen picknicken im Park – und krümeln und kleckern ganz ohne schlechtes Gewissen. Sie backen einen Kuchen mit geheimnisvollen Zutaten oder veranstalten einen Flohmarkt. Im Schwimmbad traut sich Lotte mit Oma zusammen zum ersten Mal die große Rutsche herunter. Und wenn Lotte mal so richtig schlechte Laune hat, weiß Oma das perfekte Geheimversteck für Schimpfwörter. Lotte ist neugierig auf das Leben, und ihre Großmutter freut sich, dass sie ihren Erfahrungsschatz und ihr Wissen mit ihrer Enkelin teilen kann.

„Lotte und die Oma-Tage“, Illustration: Miriam Zedelius, Hummelburg Verlag

Oma hat immer ein offenes Ohr

Bei ihrer Oma darf Lotte alles fragen und alles sagen. Ihre Großmutter hat ein offenes Ohr, fühlt sich in ihre Enkelin hinein und ist um keine Antwort verlegen. Auch dann nicht, wenn Lotte unbequeme Themen beschäftigen, die besonders einfühlsame Worte erfordern. Solche wie der Tod. Warum sterben Menschen? Kommen Sie dann alle in eine Kiste und werden „vergraben“? Und was steht auf einem Grabstein? Antworten auf diese Fragen findet Lotte bei einem Friedhofsbesuch.

Eine wunderbare Freundschaft

Es ist ein besonderes Band, das die beiden verbindet. Man spürt beim Lesen die Herzlichkeit und Wärme zwischen Lotte und ihrer Oma. Das i-Tüpfelchen sind die zweifarbigen Illustrationen, die genauso unaufgeregt und leicht daherkommen wie der Inhalt der Geschichten.

Unser Fazit:

Ein sehr schönes Buch mit kleinen und großen Alltagsabenteuern. Zum Vorlesen für Großeltern und Enkel, aber auch Eltern und Kinder.

Buch-Infos:

Lotte und die Oma-Tage
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Autorin und Illustratorin: Miriam Zedelius
Erschienen 2019 im Hummelburg Verlag
gebunden, 96 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 12,99 Euro
ISBN 978-3747800010

Kleines Klammeräffchen Aurelia – Lauf doch mal allein!

„Klammeräffchen Aurelia – Lauf doch mal allein!“, Glückschuh Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar//

„Mama, Papa, auf den Arm!“ – wenn die kleinen Beinchen müde sind vom Laufen, gibt es ja zum Glück die Eltern als Transportmittel. Manchmal haben Kinder einfach keine Lust alleine zu laufen. Getragen zu werden ist ja so schön bequem. Man hat von da oben eine viel bessere Aussicht. Das denkt sich auch die kleine Aurelia. Bei einer Wanderung mit ihrem Vater wird sie müde und möchte getragen werden. Aber ihr Papa sagt: „Aurelia, du kannst laufen. Sogar ein kleines Klammeräffchen kommt allein voran!“

Wie läuft ein Klammeräffchen?

Jetzt möchte Aurelia es genau wissen: „Wie läuft denn ein Klammeräffchen?“, fragt sie ihren Papa. Und wo sie gerade dabei ist, möchte sie auch erfahren, wie andere Tiere vom Fleck kommen. Sie lernt zum Beispiel, dass der Affe auf allen Vieren läuft, die Kröte hüpft und die Raupe kriecht – dass jedes Tier sich auf eine andere Weise fortbewegt. Das muss sie doch gleich mal ausprobieren: Sie testet sämtliche Gangarten, die sie von ihrem Papa gehört hat. Dabei hat sie einen riesigen Spaß. Positiver Nebeneffekt: Ohne es zu merken, ist Aurelia fast am Ziel angekommen.

„Klammeräffchen Aurelia – Lauf doch mal allein!“, Glückschuh Verlag, Foto: Daniela Krause

Vertraute Alltagssituation

Gewitzt und schlau wie Aurelia ist, fragt sie ihren Vater, wie denn kleine Opossums vorwärtskommen. Bestimmt kannst du es dir denken… Richtig! Sie werden von ihren Eltern auf dem Rücken getragen. Darf Aurelia am Ende vielleicht doch noch ein Stückchen die Aussicht von oben genießen? Notiz am Rande: Auf den Seiten wird Aurelia von ihren beiden Kuscheltieräffchen begleitet, die sehr aneinander hängen und vermutlich symbolisch für die Eltern-Kind-Trage-Beziehung stehen.

Das Büchlein „Kleines Klammeräffchen Aurelia – Lauf doch mal allein!“ von Dorothea Flechsig ist bei unserer Lütten (3) genau an der richtigen Adresse. Sie liebt es, getragen zu werden – wenn auch lieber auf den Schultern. Von daher ist ihr die Alltagssituation und elterliche Sprüche wie „Jetzt kannst du aber wieder ein Stück alleine laufen“ vertraut. Die verschiedenen Bewegungen animieren Kinder zum Nachahmen. Sicherlich fallen einem beim Vorlesen noch mehr Synonyme für Laufen ein.

Das Buch hat ein sehr schönes Cover, auf dem sich Glanz- und Mattdruck abwechseln. Es zeigt Aurelia, die von ihrem Papa liebevoll huckepack getragen wird und vermittelt eine sonnigen Eindruck. Die von Katrin Inzinger fröhlich-bunt illustrierten Innenseiten bestehen aus etwas dickerem Papier und lassen sich gut von kleinen Händen greifen und umblättern. Alle Tiere, die im Buch vorkommen, sind außerdem sehr naturgetreu gezeichnet.

Reihe aus dem Glückschuh-Verlag

In ihrem 2011 gegründeten Glückschuh-Verlag hat die Autorin und Journalistin Dorothea Flechsig noch weitere Bücher über die kleine Aurelia veröffentlicht. Die beiden Bücher „Kleine Nachteule Aurelia – Schlaf doch mal!“ und „Kleiner Dreckspatz Aurelia – Wasch dich doch mal!“ beleuchten typische Probleme auf humorvolle Weise mit greifbaren Beispielen aus dem Tierreich. Ihre vielfältigen Kinderbücher und Sachbücher für Kinder wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Unser Fazit:

Mit diesem liebevoll gestalteten Mitmachbuch lernen Kinder die verschiedenen Fortbewegungsarten kennen. Sie werden zum Nachmachen „angestiftet“ und finden sich in Aurelias Gedankenwelt wunderbar wieder.

Buch-Infos:

Kleines Klammeräffchen Aurelia – Lauf doch mal allein!
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Autorin: Dorothea Flechsig
Illustration: Katrin Inzinger (nach den Original-Figuren von Suse Bauer)
Erschienen 2019 im Glückschuh Verlag

Bilderbuch, 38 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 2 Jahren
Preis: 9,95 Euro
ISBN 978-3943030693

Alfonso, das macht man nicht!

Buch-Titel: "Alfonso, das macht man nicht!"
„Alfonso, das macht man nicht!“, Daisy Hirst, Aladin Verlag, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Bibliotheksfund/Rarität//

Geschwister – sie können nicht ohne- und zeitweise nicht miteinander… Eben noch kuscheln sie auf dem Sofa, im nächsten Moment rangeln sie auf dem Fußboden und schnappen sich gegenseitig die Spielsachen weg. Ein Szenario, das jede Mama oder jeder Papa mit mehreren Kindern kennen dürfte. Und genau um dieses schöne Thema Geschwisterliebe und natürlich Streit und Versöhnung geht es in dem Bilderbuch „Alfonso, das macht man nicht!“ von Daisy Hirst.

Die Hauptfiguren sind Natalie und Alfonso, zwei liebenswert gezeichnete Geschwistermonster. Meistens verstehen sich die beiden richtig gut. Sie spielen zusammen, hecken Blödsinn aus und basteln mit Leidenschaft. Aber manchmal bekritzelt Alfonso Natalies Kunstwerke oder beißt sogar hinein. Als er auf Natalies Lieblingsbuch herumkaut, bringt er das Fass zum Überlaufen. Natalie ist stinksauer. Sie verzieht sich hinter den Sessel und malt ein Bild mit Alfonso in der Hauptrolle. Auf Natalies Zeichnung steht Alfonso ungeschützt in einem Erbsenregen, wilde Tiere stürzen sich auf ihn, und ein Sturm zieht auf. Als Alfonso seiner Schwester ein Versöhnungsangebot macht („Vielleicht können wir dein Buch mit Marmelade kleben?“) hört Natalie gar nicht zu und geht in die Badewanne. Während sie badet, hört sie auf einmal Geräusche, die sie stark an das erinnern, was sie vorher zu Papier gebracht hat. Besorgt steigt sie aus der Wanne und schaut nach ihrem kleinen Bruder. Ist ihre Zeichnung etwa Wirklichkeit geworden?

Am Ende ist alles wieder gut

Sie findet ihn im Wohnzimmer in einem riesigen Chaos sitzend. Alfonso erklärt ihr den wahren Ursprung der Geräusche (möchte ich hier nicht verraten) und dass er alles nur getan habe, um an das Klebeband zu kommen – um Natalies Buch zu reparieren. Er entschuldigt sich aufrichtig bei seiner Schwester. Natalie kann ihm eigentlich gar nicht mehr böse sein und entschuldigt sich ebenfalls, weil sie gemein zu ihm war. Da sagt Alfonso: „Ich hab dein Bild zu Ende gemalt.“ Natalie ist skeptisch. Was wird sie wohl erwarten? Wie wird sie auf die Zeichnung reagieren? Das „neue“ Bild zeigt Natalie und Alfonso, die auf den wilden Tieren durch den Erbsenregen reiten und gemeinsam vor dem Sturm fliehen. Natalie hält schützend einen Regenschirm über ihren kleinen Bruder. Das Bild gefällt Natalie so gut, dass beide zu den Stiften greifen und noch viele tolle Bilder malen – diesmal gemeinsam.

Aus dem Alltag gegriffen

Das Bilderbuch greift eine vertraute Alltagssituation auf. Gerade deshalb ist es bei meinen Kindern sehr beliebt. Der Zugang durch die zwei niedlichen Monster fällt leicht, und die frechen Illustrationen haben an so mancher Stelle für Schmunzler und Lacher gesorgt. Ich persönlich fühlte mich beim Titel als Mama etwas ertappt. Denn ein „das macht man nicht“ ist mir bei meinen Mäusen schon häufiger über die Lippen gerutscht… Eine spannende Frage ist, ob das Buch genauso gut funktionieren würde, wenn Natalie und Alfonso Menschen wären. Lass ich mal so dahingestellt.

Die beiden Geschwistermonster Natalie und Alfonso malen gemeinsam ein Bild.
„Alfonso, das macht man nicht!“, Daisy Hirst, Aladin Verlag

Die Szenen sind auf das Wesentliche reduziert, so dass sich das Buch zum Vorlesen auch schon für kleine Kinder eignet. Es ist allerdings kein Pappbilderbuch, sondern hat normale Seiten und kommt im großen quadratischen Format daher. Besonders entzückt waren die Lütte und der Große von den Bildern, die Alfonso und Natalie zusammen malen: Natalie und Alfonso auf dem Trampolin. Natalie und Alfonso im Heißluftballon (was bei der Kleinen den Wunsch auslöste, auch mal mit einem Heißluftballon zu fahren) und der Hit: Natalie und Alfonso löschen im Feuerwehrauto eine brennende Schnecke!

Unser Fazit:

Eine lustige Lektüre für kleine und große Geschwistermonster – mit ganz viel Herz!

Buch-Infos:

Das Buch ist aktuell nur noch gebraucht erhältlich. Im Jahr 2017 erschien die zweite Auflage. Englischer Originaltitel: „Alphonse, that is not okay to do!“

Text und Illustration: Daisy Hirst, aus dem Englischen von Sophie Birkenstädt
Aladin Verlag
Bilderbuch, 40 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
Preis: 14,95 Euro
ISBN 978-3848901197