Henriette Bimmelbahn

Henriette Bimmelbahn
„Henriette Bimmelbahn“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

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„Tschu-tschuuu! Einsteigen, Türen schließen! Der Zug fährt ab!“

Ist dein Kind ein Eisenbahnfan? Dann habe ich einen Vorlesetipp für einen schönen Klassiker von 1958 aus der Feder von James Krüss: Das Bilderbuch „Henriette Bimmelbahn“ erzählt in Reimform die Geschichte einer  kleinen alten Bimmelbahn, die nie nach einem Plan fährt, ihre Stationen selbst bestimmt und auch keine Schienen braucht. An einem schönen Sommertag dürfen die Kinder mit ihr zu ihren Großeltern fahren. Brav wartet sie am Bahnhof, bis alle kleinen Fahrgäste eingestiegen sind. Dann geht es los: 

„Doch dann pfeift sie und sie bimmelt, rattert, knattert, dampf und faucht, ruckelt, zuckelt, klappert, plappert, bebt und bibbert, rollt und raucht.“

Anhand dieses Zitates wird deutlich, wie lebendig du das Buch vorlesen kannst. Denn der Text lässt sich wirklich so melodisch lesen, als würde die kleine Lok just in diesem Moment über die Gleise rattern. Das Schöne ist: Henriette hat keine Eile. Jede Kuh wird gegrüßt, und an den Blumenwiesen macht sie extra lange Halt, damit die Kinder Klee für die Kaninchen und Sträuße für die Omis pflücken können. Nachdem sie schließlich alle Kinder wohlbehalten bei den Großeltern in den Dörfern abgeliefert hat, zuckelt sie müde wieder zurück in die Stadt.

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„Henriette Bimmelbahn“, Boje Verlag, Foto: Daniela Krause

Die geschwungenen Verse sind für die Kleinen leicht verständlich. Begleitet werden sie von den fröhlich bunten Bildern der Illustratorin Lisl Stich, die Henriette Bimmelbahn ein ganz eigenes Gesicht gegeben hat.

Unser Fazit:

Ein liebenswerter Bilderbuch-Klassiker, der bestimmt den einen oder anderen „Großen“ beim Vorlesen in seine Kindheit zurückversetzt.

Klappentext:

„Henriette heißt die nette, alte kleine Bimmelbahn. Henriette, Henriette fuhr noch nie nach einem Plan.“ Eines der beliebtesten Bilderbücher seit Generationen – über die kinderfreundlichste Eisenbahn der Welt. Mit herrlichen Versen von James Krüss.

Buch-Infos:

Henriette Bimmelbahn
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Autor: James Krüss
Illustration: Lisl Stich

Erschienen im Boje Verlag
gebundenes Buch, 26 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
ISBN: 978-3414814005
Preis: 6 Euro

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse

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„Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse“, Anaconda-Verlag, Foto: Daniela Krause

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Manchmal gibt es schöne Zufälle: In einem Seminar zum Thema WordPress hat mir die liebe Melanie vom Blog „Kistengrün“ die Seite „Lyrikbrause“ ans Herz gelegt. Dort veröffentlicht die Journalistin und Autorin Heike Nieder ihre Gedichte für Kinder. Als Kind „verschlang“ sie einen Sammelband mit Versen von Heinz Erhardt und begann selbst zu reimen – auch später in der Elternzeit. „Ich habe gemerkt, dass mir das Verseschmieden einen schönen Ausgleich bringt zum alltäglichen Wahnsinn mit drei kleinen Kindern und dass man das auch vorzüglich beim Wickeln, Brei-Anrühren und Kinderwagenausfahren machen kann“, schreibt sie auf ihrem Blog.

Nun hat Heike Nieder ihre Kinderlyrik-Anthologie „Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse – Lustige und nachdenkliche Gedichte für Kinder“ herausgegeben, die von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur zum „Kinderbuch des Monats Juli“ gekürt wurde.

Wir durften das Büchlein lesen und waren ganz begeistert von den liebevoll ausgesuchten Gedichten, die einen zeitlichen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Ist-Zeit schlagen. Die Illustratorin Katharina Staar hat zu jedem Gedicht etwas thematisch Passendes gemalt und haucht den Versen so zusätzlich Leben ein. In Anlehnung an die „Lyrische Hausapotheke“ von Erich Kästner enthält das Buch Verse für Kinder „zur seelischen Verwendung“ in unterschiedlichen Lebenslagen – zum Beispiel, wenn man etwas angestellt hat, wenn man müde oder krank ist, wenn man nicht vernünftig sein will, gerne nachdenken möchte oder einfach für immer Kind sein will.

Das Büchlein ist gefüllt mit über 100 Gedichten – darunter wirst du bestimmt auch manchen Bekannten wiedersehen, etwa „Die Heinzelmännchen zu Köln“ von August Kopisch, „Ich habe dich so lieb“ von Joachim Ringelnatz oder „Der Panther“ von Rainer Maria Rilke. Auch Goethes „Der Zauberlehrling“ ist uns begegnet, den ich damals in der Schule auswendig vortragen musste und natürlich „Der Schnupfen“ von Christian Morgenstern, der Pate für den Titel stand.

Kleinere Reime zum Schmunzeln sind ebenfalls unter den Gedichten. Beispielsweise folgender von Heinz Erhardt:

Ein langer dicker Regenwurm
geriet in einen Wirbelsturm,
der trug ihn bis zum Himmel.
Nun dient er oben, nein wie fein, 
dem allerliebsten Engelein,
als Klöppel einer Bimmel. 

Heike Nieder hat zudem ein paar eigene Gedichte mit eingestreut, zum Beispiel das von „Miss Pig“, einer Sau, die unbedingt eine Miss-Wahl gewinnen möchte und eine sehr originelle Eigeninterpretation beziehungsweise Fortsetzung von Morgensterns „ästhetischem Wiesel“. 

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„Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse“, Anaconda-Verlag, Foto: Daniela Krause

Angetan war ich auch von so mancher persönlicher „Neuentdeckung“ wie „Der Bär als Tenor“ von Fred Endrikat, dem verträumten „Mann im Mond“ von Mascha Kaléko oder dem schönen Gedicht „Wovon träumt der Astronaut auf der Erde“ von Christine Busta, das ich noch nicht kannte. 

Unser Fazit:

Dieses Buch ist wunderbar zeitlos und bereitet viel Freude beim Anschauen und gemeinsamen Lesen. Der Gedichtband ist perfekt, um von Generation zu Generation weitergegeben zu werden.

Klappentext:

(….) Heike Nieder hat die schönsten Gedichte für Kinder vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart zusammengestellt und dabei  nach Stimmungen gegliedert. So liest sich bei Fernweh das Gedicht vom Luftschiffer besonders gut und wenn einem der Sinn nach Unfug steht, ist Kästners verhextes Telefon genau das Richtige. Die fröhlichen Illustrationen bezaubern kleine und große Leser.

Buch-Infos:

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse
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Herausgegeben von Heike Nieder
Illustriert von Katharina Staar

Erschienen im Anaconda Verlag
gebundenes Buch, 128 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
ISBN: 978-3730607152
Preis: 7,95 Euro