Der kleine Regenwurm

„Der kleine Regenwurm“, edition buntehunde, Foto: Daniela Krause

Doch der kleine Regenwurm sagt nichts. Er lächelt nur und ist ganz einfach glücklich.

Lieblingszitat aus „Der kleine Regenwurm“ vom Helmut Hoehn und Peter Engel

unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar

Ein kleines, feines Bilderbuch aus dem Verlag edition buntehunde animierte meine Kinder dazu, nach dem Vorlesen zu Pinsel und Farben zu greifen und los zu malen. Das Büchlein heißt „Der kleine Regenwurm“. Es stammt aus der Feder von Helmut Hoehn, der die Geschichte erdacht hat und Peter Engel, der die farbenfrohen Illustrationen dazu geliefert hat. „Star“ des Buches ist ein kleiner Regenwurm, der von Maler Meister Giese in ein Wiesenbild gepinselt wurde. Der kleine Wurm entwickelt ein Eigenleben. Er fühlt sich ganz blass inmitten der bunten Blumen. Er möchte Meister Giese sein Leid klagen. Doch der scheint ihn weder zu sehen noch zu hören.

Lauter kleine Farbbadewannen

So schlüpft der Wurm aus dem Bild heraus und macht sich über die vielen Farbtöpfe des Malers her, die offen herumstehen. „Lauter kleine Farbbadewannen“ denkt der Wurm – schon taucht er in die grüne Farbe ein und kommt grasgrün aus dem Farbtopf wieder heraus. Erst möchte er so bleiben. Da leuchtet ihm das Gelb so strahlend entgegen, dass er nicht widerstehen kann. Auf Gelb folgt Blau, nach Blau kommt Violett, dann Rot… Er kann sich an den vielen schönen Farben gar nicht satt sehen. Am Ende kriecht er noch mal über alle Farbtöpfe hinweg und staunt über seine wunderbare Verwandlung in einen Regenbogenwurm. Die größten Augen macht jedoch Meister Giese, als er wiederkommt und sein Bild betrachtet, das auf einmal ganz anders aussieht als zuvor.

„Der kleine Regenwurm“, edition buntehunde, Foto: Daniela Krause

Vom Regen- zum Regenbogenwurm

Aus einem traurigen und unzufriedenen Regenwurm wird am Ende ein strahlender Regenbogenwurm. Warum? Weil der kleine Wurm den Mut hatte, sein Glück selbst in die Hand zu nehmen und die Welt der Farben für sich zu entdecken. Die wertvolle Botschaft: Sei selbst die Veränderung, die du dir wünschst. Du kannst außerdem mit deinem Kind über die Vielfalt der Farben sprechen und mit ihm überlegen, was es Rotes, Blaues, Gelbes und Violettes gibt. Auch für die Einleitung einer kreativen Stunde im Kindergarten oder in der Grundschule ist dieses Buch bestimmt eine schöne Idee.

Unser Fazit:

Das Würmchen im Farbenrausch versprüht Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Es lädt dazu ein, selber den Pinsel zu schwingen und über die Bedeutung von Farben zu philosophieren.

Buch-Infos:

Der kleine Regenwurm
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Titel: Der kleine Regenwurm
Text: Helmut Hoehn
Illustrationen: Peter Engel
Erschienen bei edition buntehunde
gebunden, 27 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 9,90 Euro
ISBN: 978-3934941717

Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Vielleicht kommen wir ja nie mehr zurück“, sagt der Esel und lässt den Kopf ein bisschen hängen. „Weil die Welt viel zu groß ist für ein Eselleben. Und für ein Hörnchenleben erst recht.“ – „Dann sind wir halt für immer Abenteurer“, sagt das Hörnchen. Aber aufgeben werden wir jetzt nicht!“

Lieblingszitat aus „Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“ von Anja Fröhlich

Freunde sind wunderbar! Mit ihnen kann man lachen und weinen, Luftschlösser bauen und philosophieren, Blödsinn machen und Abenteuer erleben. Esel und Hörnchen sind solche Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen. Eines Tages brennt Esel eine Frage unter den Hufen: „Hey Hörnchen! Glaubst du, die Welt ist irgendwo zu Ende?“ Weil Hörnchen ihm darauf aber keine zufriedenstellende Antwort geben kann, beschließen die beiden, einen Spaziergang zu machen – bis zum Ende der Welt und wieder zurück. Das kann ja nicht so weit sein…

Auf ins Abenteuer!

Mit einer Tasche voll Proviant machen sich die beiden auf den Weg ins Ungewisse. Bald schon tun Hörnchen die Pfoten weh. Doch Esel nimmt ihn auf seinen Rücken, wodurch die beiden Abenteurer viel schneller vorankommen. Sie begegnen einer Schafherde und stoßen auf Klippen und einen Abgrund. So weit das Auge reicht, ist nur Wasser zu sehen. Ist das schon das Ende der Welt? Oder kommt nach dem großen Wasser noch mehr? Am Fuße der Klippen finden die beiden ein Boot. Die Überfahrt wird stürmisch. Esel und Hörnchen machen sich Vorwürfe, wessen doofe Idee die Reise gewesen ist. Dabei merken sie gar nicht, dass sie von einem Wal ans rettende Ufer getragen werden.

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Durch Wüstenstaub, Eis und Schnee

Hier gibt es Wüstensand ohne Ende – und schwerhörige, aber freundliche Kamele, die sie ein Stück zwischen ihren Höckern mitnehmen. Von der Wüste kämpfen sich die beiden durch den dichten Dschungel. Das Klima verändert sich zusehends. Schnee und Eis erschweren die Wanderung und lassen sogar Popel in der Nase gefrieren. Esel und Hörnchen treffen auf Pinguine, die behaupten, ihre Heimat sei nicht das Ende der Welt, sondern der Mittelpunkt. Verunsichert lassen sie die Kälte hinter sich und trotten durch eine karge, trockene Landschaft.

Kein Anfang und kein Ende?

Der Esel hat jetzt endgültig die Nase voll. Hier muss die Welt jetzt einfach zu Ende sein. Doch das ist sie nicht. Sie treffen weitere Tiere auf ihrer Reise, ein Känguru und einen Elefanten. Irgendwann riecht merkwürdigerweise alles um sie herum so vertraut. Beim gemeinsamen Sternegucken schlafen die beiden Freunde ein – ohne zu merken, dass sie längst wieder zu Hause sind. Erst am nächsten Morgen wird Esel und Hörnchen klar: Die Welt muss eine Kugel sein – ohne Anfang und ohne Ende.

Parallelen zu „Oh, wie schön ist Panama“

Die Geschichte der beiden Freunde, geschrieben von Anja Fröhlich, ließ mich an „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch denken. Tiger und Bär gehen ebenfalls auf eine Reise, deren Weg das Ziel ist. Am Ende kommen sie nach Hause – allerdings ohne es zu erkennen. Voller Eindrücke und Erinnerungen kehren auch Esel und Hörnchen von ihrem aufregenden Abenteuer heim. Als Team haben sie die Antwort auf Esels Frage gefunden, und beide wissen zweifelsohne: Sie sind wieder zu Hause.

Collagen-Effekte in den Bildern

Was uns bei diesem Buch ganz besonders gut gefallen hat, waren zum einen die vielen lustigen Begebenheiten auf der Reise, bei denen ich aber nicht vorgreifen möchte. Zum anderen waren wir fasziniert von den Bildern, in denen Illustratorin Anke Faust ihre Zeichnungen mit Fotocollagen verschmelzen lässt: So trägt der Esel eine Latzhose aus „echtem“ Jeans-Stoff. Das Schaffell hat mal die Optik von reiner Wolle, mal von einem Strickpullover. Und als die beiden von ihrer Seereise an Land gehen, kleben dicke Wassertropfen im Fell des Esels. In den Bildern können die Kinder zudem viele versteckte Details entdecken, wenn sie ganz genau hinschauen.

Unser Fazit:

Das Abenteuer der beiden Freunde zeigt, was man zusammen erreichen kann – und wie schön es ist, wenn man am Ende von einer langen Reise wieder nach Hause zurückkehrt.

Buch-Infos:

Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
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Titel: Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
Text: Anja Fröhlich
Illustrationen: Anke Faust
Erschienen 2019 im Hummelburg Verlag
gebunden, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3747800003

Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag, Fotos: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar//

Wie schön war es vorher, als sie sich noch ganz selbstverständlich mit ihren Freunden treffen konnten! Irgendwie war ihnen das früher gar nicht bewusst gewesen.“

Lieblingszitat aus „Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“ von Marie Franz

Das Corona-Virus wird uns noch einige Zeit begleiten. Wie lange? Das weiß niemand so genau. Unsere Kinder sehen Menschen, die Masken tragen. Zum Teil tragen sie selbst welche, müssen sich noch häufiger als sonst die Hände waschen, Abstand zu anderen Leuten halten. In den vergangenen Monaten konnten sie ihre Großeltern wochenlang nur auf dem Bildschirm sehen und lange Zeit weder in den Kindergarten noch in die Schule gehen. Selbst die Spielplätze waren abgesperrt. Das wirft Fragen bei Ihnen auf. Ihre Unsicherheit ist für uns Eltern spürbar. In den Ferien erleben sie ein Stückchen Normalität, dürfen wieder ein bisschen unbeschwerter sein. Wie ist es nach den Ferien? Was passiert im Herbst und im Winter, wenn wir uns wieder vermehrt drinnen aufhalten? Das Corona-Virus ist immer noch da.

Die Autorin Marie Franz hat sich über das Virus und seine Auswirkungen viele Gedanken gemacht – und um die Kinder, die ihrer Meinung nach die Superhelden dieser „wahren Geschichte“ sind. Mit „Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“ hat sie ein Buch geschrieben, „um Kindern zu zeigen, dass sie in schwierigen Situationen niemals machtlos sind“. Ihre Geschichte, die allen Kindern gewidmet ist, schenkt Zuversicht in einer schwierigen Zeit, die bei uns allen in irgendeiner Form zu Veränderungen geführt und Spuren hinterlassen hat. Und die, wie es scheint, noch lange nicht ausgestanden ist.

Einfühlsame Worte

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag, Illustration: Daniela Spoto

Die Geschichte beginnt wie ein Märchen: „Es war einmal eine sehr große und sehr wundervolle Welt.“ In einfühlsamen Worten, unterstützt durch schöne Illustrationen von Daniela Spoto, erklärt Marie Franz wie sich die Welt veränderte, als sich das kleine Virus Corona, das im Buch als kleines haariges Monster dargestellt wird, unter die Menschen mischte. Sie verschweigt nicht, dass die Menschen den Kampf gegen das Virus nicht immer für sich entscheiden konnten. Sie beschreibt die unterschiedlichen Wege, auf denen Familien in diesen Zeiten in Verbindung blieben und was sie alles versuchten, um sich vor einer Ansteckung zu schützen. Besonders berührt an dieser Geschichte hat uns der Blick auf das neue Miteinander: „Die Menschen merkten mehr und mehr, was ihnen wirklich wichtig war und wieviel sie einander bedeuteten“.

Viel Zeit zu Hause

Die Autorin geht verstärkt auf die Gefühlswelt der Menschen ein: Manche waren traurig und einsam, weil sie lange Zeit zu Hause bleiben mussten. Andere begriffen die Situation als Chance, um Neues auszuprobieren und viel über sich und ihr Leben nachzudenken. Im Mittelpunkt stehen für Marie Franz, selbst zweifache Mutter, jedoch ganz klar die Kinder. Sie wurden dank ihrer „Superkräfte“ wesentlich seltener krank. Außerdem – und hier wagt sie einen Blick in die Zukunft – trugen sie mit all den Einschränkungen, auf die sie sich einließen, mit dazu bei, dass das Virus wieder verschwand. Statt Angst und Unsicherheit bleibt am Ende ein hoffnungsvolles Bild: Die Kinder gehen als Superhelden gestärkt aus der Krise hervor – und dürfen ihre Großeltern endlich wieder fest an sich drücken.

Nachwort für die Eltern

„Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen“, Goldblatt Verlag,
Illustration: Daniela Spoto

Das Buch bietet einen guten Anknüpfungspunkt, um mit Kindern über Corona und Krisen-Zeiten im Allgemeinen zu sprechen. Als Unterstützung und Anregung finden Eltern ein Nachwort von der Diplom-Psychologin und Systemischen Psychotherapeutin Sylvia Kresse: Ein Schlüssel, den Kinder benötigen, um Krisensituationen seelisch bewältigen zu können, ist ihrer Auffassung nach der Glaube an sich selbst. Diesen kann man stärken, indem Kinder Erfolgserlebnisse für sich verbuchen und merken, dass sie durch ihr eigenes Tun, etwas erreichen. Stichwort Selbstwirksamkeit.

Ein weiterer interessanter Aspekt: Wir Eltern sollten unsere Gefühle vor unseren Kindern nicht unterdrücken. So lernen Kinder laut Sylvia Kresse, dass alle Emotionen gut und richtig sind und zum Leben dazu gehören. Statt in eine Schockstarre zu fallen, hilft es, gemeinsam aktiv zu überlegen, was man tun kann, um die Situation erträglicher zu gestalten.

Für jedes verkaufte Buch spendet der Verlag 50 Cent an die 22Stars-Foundation. Das ist eine Initiative, die in Uganda Kindern aus sehr armen Familien den Schulbesuch ermöglicht.

Unser Fazit:

Dieses Buch ist eine bleibende Erinnerung an eine sehr intensive Zeit und ein Mutmacher für die Zukunft.

Buch-Infos:

Das kleine Virus Corona – Wie die Kinder geholfen haben es zu besiegen 
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Autor: Marie Franz
Illustration: Daniela Spoto

Erschienen 2020 im Goldblattverlag
gebunden, 38 Seiten
Empfohlenes Lesealter: 4 bis 12 Jahre
Preis: 15,95 Euro
ISBN 978-3981837568

Die kleine Elster Elsa – Viktor in Not!

„Die kleine Elster Elsa – Viktor in Not“, Edition Trunk, Foto: Daniela Krause

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Im April 2019 durfte ich Hanna Trunks Erstlingswerk „Die kleine Elster Elsa – Aber ich bin doch ein Krokodil!“ kennenlernen. Ein schönes, lebendig illustriertes Bilderbuch über Freundschaft und Selbstannahme. Nun hat die Autorin ein zweites Buch herausgebracht, von dem meine beiden Kinder ebenso begeistert sind. In „Die kleine Elster Elsa – Viktor in Not!“ schlittert Elsa mit ihrem Freund Viktor in ein neues Abenteuer am Schatzsee.

Eine regenreiche Zeit beschert den Tieren am See einen großen Wasserspielplatz. Mit großem Vergnügen sausen Elsa und Viktor immer wieder auf großen Blättern einen hohen Hügel hinunter. Doch plötzlich verliert Viktor den Halt und legt eine Bruchlandung hin. Die anderen Tiere umringen ihn. Er hat starke Schmerzen. Schnell ist klar: Der Flügel ist gebrochen. Nun ist guter Rat teuer. Die Freunde zerbrechen sich den Kopf, wie sie Viktor helfen können, damit der Flügel schnell wieder heilt…

Klein, aber oho!

Eine winzige Spinne, sonst so unscheinbar, dass die anderen Tiere sie gar nicht bemerken, hat die rettende Lösung: Mit ihren klebrigen Spinnfäden befestigt sie die von seinen Freunden herbeigeschafften Stöckchen an Viktors Flügel, um ihn zu schienen. Alle helfen mit – und im Nu ist der Flügel wieder in der richtigen Position, und der Verband sitzt. Vorsichtig versucht Viktor seine Schwingen zu bewegen. Es funktioniert – und so können Elsa und er gemeinsam auf den schützenden Baum fliegen. Aber natürlich nicht, ohne sich vorher herzlich für seine Rettung zu bedanken – allen voran bei der kleinen Spinne Luise, in der sie eine neue Freundin gefunden haben.

„Die kleine Elster Elsa – Viktor in Not“, Edition Trunk, Foto: Daniela Krause

Eine warmherzige Geschichte

In der warmherzigen Geschichte von Hanna Trunk, die wieder liebevoll von Marion Schickert illustriert worden ist, geht es um Freundschaft, Nächstenliebe und Mut. Darum, wie wertvoll jeder Einzelne ist und was alles möglich ist, wenn man zusammen hält und seine Kräfte bündelt. Die Illustratorin hat einen besonderen Stil, der die Figuren mit ihren großen Kulleraugen wirken lässt, wie in einem Comic und die Emotionen der Tiere spürbar werden lässt.

Eine winzig kleine Kritik in Sachen Logik hat der Große anzubringen: „Wie kann der gebrochene Flügel so schnell wieder heilen?“ In der Tat ist es doch etwas unrealistisch, dass Viktor so kurz nach dem Sturz wieder fliegen kann. Aber viel mehr geht es natürlich um die wertvolle Botschaft: Gemeinsam sind wir stark! Besonders gut hat uns auch gefallen, dass eine kleine Spinne die Heldin der Geschichte ist. Der Große ekelt sich extrem vor Spinnen und hat normalerweise ziemliche Panik, wenn ihm eine über den Weg krabbelt. Hier ist die Rolle der Spinne positiv besetzt, und das hat ihm einen kleinen Denkanstoß gegeben.

Kleine Anekdote zum Schluss: Schon seit dem ersten Elsa-Buch rufen die Kinder bei jeder Elster, die durch unseren Garten hüpft: „Guck mal, da ist Elsa!“ Das Buch hat sie offensichtlich nachhaltig beeindruckt.

Unser Fazit:

Auch die Kleinsten können Großes vollbringen – eine Geschichte über Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen.

Buch-Infos:

Die kleine Elster Elsa – Viktor in Not
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Autorin: Hanna Trunk
Illustration: Marion Schickert
Edition Trunk
Bilderbuch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
Preis: 14,95 Euro
ISBN 978-3966985154

Andere Bücher der Autorin

Du kennst Elsas erstes Abenteuer noch nicht? Dann schau doch mal hier.

Der kleine Prinz

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision, Fotos: Daniela Krause

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„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Dieses Zitat stammt aus einem der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erschien erstmals im Jahr 1943. Im vergangenen Jahr haben sich Agnès de Lestrade und Valeria Docampo an die Nacherzählung dieser zeitlosen Geschichte gewagt.

Zugegeben, anfangs war ich kritisch: Eine neue Version eines Klassikers – und dann auch noch als Kinderbuch? Kann das funktionieren? Das Ergebnis hat mich dann doch mehr als positiv überrascht. Insbesondere waren wir verzaubert von den liebevollen Bildern, die ganz viel Interpretationsspielraum lassen.

Berührende Geschichte mit emotionalem Ende

Ich muss dazu sagen, dass ich das Original nicht in der deutschen Fassung gelesen habe, sondern in der Französischen im Schulunterricht. Doch schon damals berührte mich die Geschichte des kleinen Prinzen. Unvergessen geblieben ist das Bild von der Schlange mit dem Elefanten im Bauch, die für die Erwachsenen bloß aussieht wie ein unförmiger Hut. Diese Zeichnung findet sich in dem Bilderbuch gleich auf der ersten Seite wieder.

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision

Die Geschichte wurde für die Nacherzählung gestrafft und umgeschrieben, so dass sie für Kinder zugänglich wird – wobei ich das Einstiegsalter ab drei Jahren persönlich etwas früh finde. Vielleicht mag das für die Bilder gelten, aber nicht für den Text. Dafür sind die Inhalte zu erklärungsbedürftig und zum Teil problematisch (z. B. Alkoholkonsum).

Nicht vergessen werden darf auch das emotionale Ende des Buches (der tödliche Biss der Schlange und das Verschwinden des Prinzen), das bei Kindern natürlich Fragen aufwirft und vielleicht Ängste auslösen kann. Auch wenn die letzte Reise des kleinen Prinzen durch die einfühlsamen Bilder harmloser und tröstlicher anmutet – hier ist bei den Erläuterungen durch die Eltern so oder so viel Fingerspitzengefühl gefordert. Ich würde das Buch zum Vorlesen daher eher ab etwa vier/fünf Jahren empfehlen. Je nachdem, ob man seinem Kind dann schon ernstere Themen zumuten kann und möchte.

Ein Prinz von einem anderen Stern

Der Inhalt des Buches ist dir sicher vertraut. Aber ich frische die Erinnerungen gerne noch einmal auf: „Als ich noch ein Kind war, wollte ich Maler werden.“ – So beginnt die Geschichte von dem Piloten, der eines Tages mit seinem Flugzeug in der Wüste notlandet und dort auf den kleinen Prinzen trifft, der ihn bittet ein Schaf für ihn zu zeichnen. Der kleine Prinz erzählt von seinem Planeten, seiner anspruchsvollen Rose, die er über alles liebt, und er berichtet von den vielen wundersamen Begegnungen auf seiner Reise: vom König ohne Untertanen; vom Eitlen, der immerzu bewundert werden will; von Einem, der trinkt, um zu vergessen; vom Geschäftsmann, für den nur Reichtum zählt; vom emsigen Laternenanzünder und vom Geografen, der den Prinzen an seine Rose erinnert.

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision

Auf der Erde findet er noch mehr Rosen und freundet sich mit einem Fuchs an, der ihm sein Geheimnis anvertraut (siehe Zitat oben). Der Fuchs ist es auch, der ihm die wichtige Botschaft von Freundschaft und Verantwortung mit auf den Weg gibt. Als es dem Piloten Tage später endlich gelingt, sein Flugzeug zu reparieren, sieht er den Prinzen ins Gespräch mit einer Schlange vertieft. Diese bietet ihm einen Weg an, um auf seinen Planeten zurückzukehren. Von ihr gebissen, fällt der kleine Prinz lautlos in den Sand – am nächsten Morgen ist er verschwunden. Der Pilot ist sich sicher: Er ist wieder zurück auf seinem Stern.

Kindgerecht verpackte Gesellschaftskritik

Großflächig und mit allen Farben, die ein Malkasten hergibt, erzählen die traumhaften Illustrationen lebendig die Geschichte. Der Text ist in die gemalten Hintergründe eingebettet. Schlüsselwörter wurden durch eine größere Schrift hervorgehoben und können beim Vorlesen betont werden.

Kurz eingehen möchte ich auf die verschiedenen Wesen, die der kleine Prinz während seiner Reise trifft: Zunächst ist da der Pilot, der sein Vater sein könnte und der für den kleinen Prinzen eine ganz wichtige Rolle spielt, da die beiden Freundschaft miteinander schließen. Dann folgen die skurrilen Charaktere, die in ihrem Tun so voller Widersprüche sind und die Unsinnigkeit ihrer „Arbeit“ im Gespräch selbst entlarven. Diese werden als Tiere dargestellt: So hockt der König als Frosch auf seinem Thron, der Trinker wird als Äffchen mit einem Trichter auf dem Kopf gezeigt der Geschäftsmann als Erpel mit Krawatte. Einzig der Laternenanzünder weckt beim kleinen Prinzen eine positive Assoziation, weil er sich um etwas anderes kümmert als nur sich selbst. Gesellschaftskritik wurde hier so verpackt, dass auch Kinder sie verstehen können.

Unser Fazit:

Zeitlos erzählt, traumhaft bebildert und kindgerecht verpackt. Doch zum Vorlesen ab drei Jahren finden wir es noch zu früh.

Buch-Infos:

Der kleine Prinz
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.


Autorin: Agnès de Lestrade
Illustration: Valeria Docampo
Erschienen im Mixtvision Verlag
Bilderbuch, 56 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren (laut Verlag)
Preis: 15 Euro
ISBN 978-3958541412