Die Streithörnchen

„Die Streithörnchen“ von Rachel Bright und Jim Field, Magellan Verlag, Foto: Daniela Krause

Der Sommer nahm Abschied im mächtigen Wald, das Moss gedieh saftig, die Luft wurde kalt. Der Himmel war rot und der Herbst zog ins Land, so manch müdes Wesen im Bettchen verschwand.

Lieblingszitat aus „Die Streithörnchen“ von Rachel Bright & Jim Field

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Eichhörnchen Lenni huscht unbekümmert durchs Leben. Während die anderen Waldbewohner emsig Futter für den Winter sammeln, feiert er eine Party nach der anderen. Und so kommt es, dass er plötzlich vor einem leeren Vorratsschrank steht. Doch er hat Glück: Ein einziger Zapfen mit Samen hängt noch am Baum. Dummerweise hat es auch Eichhörnchen Finn auf den Leckerbissen abgesehen – und dass, obwohl seine Vorratskammer bereits aus allen Nähten platzt. Ein erbitterter Streit entbrennt um den letzten Zapfen!

Lieblingsszene aus „Die Streithörnchen“ von Rachel Bright und Jim Field, Magellan Verlag, Foto: Daniela Krause

Eichhörnchen in großer Gefahr

Es kommt, wie es kommen muss: Der Zapfen fällt vom Baum, purzelt einen Abhang hinunter, und die beiden Streithörnchen preschen hinterher. In ihrer Kopflosigkeit springen sie dem Zapfen nach – mitten in den reißenden Bach. Dabei merken sie gar nicht, in welch großer Gefahr sie schweben. Denn während ein Vogel sich den Zapfen schnappt und verschwindet, treiben die Eichhörnchen unaufhaltsam auf einen tosenden Wasserfall zu – und stürzen in die Tiefe. Nur mit allerletzter Kraft und gemeinsamer Anstrengung können sich die beiden ans Ufer retten. Am Ende erkennen Lenni und Finn, wie sinnlos ihr Streit war und wieviel schöner es ist, mit Freunden zu teilen.

Teilen macht Freu(n)de

Dieses Buch hat die Lütte (4) und den Großen (6) zum Nachdenken angeregt: Bereits als sich der Zwist der Streithörnchen anbahnt, schlägt die Lütte vor: „Die könnten doch einfach teilen.“ In der Tat wäre das die vernünftigste und sicherlich auch einfachste Lösung. Schließlich hat Finn mehr als genug Futter für den Winter gehamstert. Der Große verweist indes auf den Fisch, der mit den Eichhörnchen den Wasserfall hinuntersegelt: „Von dem werden die beiden auf jeden Fall satt.“ Auch eine gute Idee. Am Ende freuen sich beide, als alle Tiere um einen großen Baumstamm herumsitzen und ein üppiges Festmahl genießen. „Warum nicht gleich so?“

Streithörnchen zanken sich in die Herzen

Wer noch die passende Vorlese-Lektüre für die kalte Jahreszeit sucht, dürfte mit dem Bilderbuch von Rachel Bright und Jim Field fündig geworden sein: Locker-flockige Reime, urkomische Situationen und Spannung – damit haben sich „Die Streithörnchen“ in unsere Herzen gezankt. Als ich das Buch im Laden sah, musste ich schon breit grinsen: Das ist genau die richtige Geschichte für meine beiden Streithörnchen zu Hause. Schön ist, dass die beiden Protagonisten selbst eine Lösung für ihren Disput finden, ohne dass jemand von außen eingreifen muss. So sollte es im Idealfall ja auch im wahren Leben sein, oder?

Perfektes Duo: Jim Field und Rachel Bright

Erzählt wird die Geschichte in lebendigen Versen von Rachel Bright, übersetzt von Pia Jüngert, vor allem aber auch in meisterhaften Bildern von Jim Field. Dieser Illustrator schafft es wie kein Zweiter, Dynamik und Dramatik in seine Bilder zu bringen. Dazu kommen geniale Perspektivwechsel: Bei der Wasserfallszene beispielsweise wird das Buch hochkant gedreht, um den Sturz in die tosenden Fluten zu unterstreichen. Die Geschichte läuft beim Betrachten der Illustrationen wie ein Film im Kopf ab. Last but not least ist da die irrwitzige Gestik und Mimik der beiden Streithörnchen und die wunderbar warme Herbststimmung.

Ausgezeichnet!

Das Bilderbuch „Die Streithörnchen“ wurde im Jahr 2019 mit dem Leipziger Lesekompass geehrt, in der Kategorie zwei bis sechs Jahre. Diese Auszeichnung würdigt seit 2012 Medien, die sich besonders gut zur Leseförderung eignen. Wir freuen uns schon auf das nächste Buch dieses vielversprechenden Duos.

Unser Fazit:

Lustig, lebendig, (vor-)lesenswert!

Buch-Infos:

Die Streithörnchen
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Titel: Die Streithörnchen
Text: Rachel Bright
Illustrationen: Jim Field
Erschienen 2018 im Magellan Verlag
gebunden, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
Preis: 14 Euro
ISBN: 978-3747800003

Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Vielleicht kommen wir ja nie mehr zurück“, sagt der Esel und lässt den Kopf ein bisschen hängen. „Weil die Welt viel zu groß ist für ein Eselleben. Und für ein Hörnchenleben erst recht.“ – „Dann sind wir halt für immer Abenteurer“, sagt das Hörnchen. Aber aufgeben werden wir jetzt nicht!“

Lieblingszitat aus „Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“ von Anja Fröhlich

Freunde sind wunderbar! Mit ihnen kann man lachen und weinen, Luftschlösser bauen und philosophieren, Blödsinn machen und Abenteuer erleben. Esel und Hörnchen sind solche Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen. Eines Tages brennt Esel eine Frage unter den Hufen: „Hey Hörnchen! Glaubst du, die Welt ist irgendwo zu Ende?“ Weil Hörnchen ihm darauf aber keine zufriedenstellende Antwort geben kann, beschließen die beiden, einen Spaziergang zu machen – bis zum Ende der Welt und wieder zurück. Das kann ja nicht so weit sein…

Auf ins Abenteuer!

Mit einer Tasche voll Proviant machen sich die beiden auf den Weg ins Ungewisse. Bald schon tun Hörnchen die Pfoten weh. Doch Esel nimmt ihn auf seinen Rücken, wodurch die beiden Abenteurer viel schneller vorankommen. Sie begegnen einer Schafherde und stoßen auf Klippen und einen Abgrund. So weit das Auge reicht, ist nur Wasser zu sehen. Ist das schon das Ende der Welt? Oder kommt nach dem großen Wasser noch mehr? Am Fuße der Klippen finden die beiden ein Boot. Die Überfahrt wird stürmisch. Esel und Hörnchen machen sich Vorwürfe, wessen doofe Idee die Reise gewesen ist. Dabei merken sie gar nicht, dass sie von einem Wal ans rettende Ufer getragen werden.

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Durch Wüstenstaub, Eis und Schnee

Hier gibt es Wüstensand ohne Ende – und schwerhörige, aber freundliche Kamele, die sie ein Stück zwischen ihren Höckern mitnehmen. Von der Wüste kämpfen sich die beiden durch den dichten Dschungel. Das Klima verändert sich zusehends. Schnee und Eis erschweren die Wanderung und lassen sogar Popel in der Nase gefrieren. Esel und Hörnchen treffen auf Pinguine, die behaupten, ihre Heimat sei nicht das Ende der Welt, sondern der Mittelpunkt. Verunsichert lassen sie die Kälte hinter sich und trotten durch eine karge, trockene Landschaft.

Kein Anfang und kein Ende?

Der Esel hat jetzt endgültig die Nase voll. Hier muss die Welt jetzt einfach zu Ende sein. Doch das ist sie nicht. Sie treffen weitere Tiere auf ihrer Reise, ein Känguru und einen Elefanten. Irgendwann riecht merkwürdigerweise alles um sie herum so vertraut. Beim gemeinsamen Sternegucken schlafen die beiden Freunde ein – ohne zu merken, dass sie längst wieder zu Hause sind. Erst am nächsten Morgen wird Esel und Hörnchen klar: Die Welt muss eine Kugel sein – ohne Anfang und ohne Ende.

Parallelen zu „Oh, wie schön ist Panama“

Die Geschichte der beiden Freunde, geschrieben von Anja Fröhlich, ließ mich an „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch denken. Tiger und Bär gehen ebenfalls auf eine Reise, deren Weg das Ziel ist. Am Ende kommen sie nach Hause – allerdings ohne es zu erkennen. Voller Eindrücke und Erinnerungen kehren auch Esel und Hörnchen von ihrem aufregenden Abenteuer heim. Als Team haben sie die Antwort auf Esels Frage gefunden, und beide wissen zweifelsohne: Sie sind wieder zu Hause.

Collagen-Effekte in den Bildern

Was uns bei diesem Buch ganz besonders gut gefallen hat, waren zum einen die vielen lustigen Begebenheiten auf der Reise, bei denen ich aber nicht vorgreifen möchte. Zum anderen waren wir fasziniert von den Bildern, in denen Illustratorin Anke Faust ihre Zeichnungen mit Fotocollagen verschmelzen lässt: So trägt der Esel eine Latzhose aus „echtem“ Jeans-Stoff. Das Schaffell hat mal die Optik von reiner Wolle, mal von einem Strickpullover. Und als die beiden von ihrer Seereise an Land gehen, kleben dicke Wassertropfen im Fell des Esels. In den Bildern können die Kinder zudem viele versteckte Details entdecken, wenn sie ganz genau hinschauen.

Unser Fazit:

Das Abenteuer der beiden Freunde zeigt, was man zusammen erreichen kann – und wie schön es ist, wenn man am Ende von einer langen Reise wieder nach Hause zurückkehrt.

Buch-Infos:

Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Titel: Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
Text: Anja Fröhlich
Illustrationen: Anke Faust
Erschienen 2019 im Hummelburg Verlag
gebunden, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3747800003