Ein wirklich wahres Weihnachtswunder

„Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“, Arena Verlag, Foto: Daniela Krause

Einmal, da habe ich zwei Weihnachten gerettet und dreizehn Leben verändert…“

Lieblingszitat aus „Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“ von Isabel Abedi und Daniela Kohl

unbezahlte Werbung/Verlosung/Rezension

Mit obigem Zitat beginnt diese wundervoll-weihnachtliche Geschichte von Isabel Abedi und Daniela Kohl. Sie trägt den Titel „Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“. Im Mittelpunkt stehen die Kinder Manu und Jana. Die Zwei sind aufgeregt, weil sie ganz alleine mit dem Zug nach Hamburg zu ihrem Vater fahren dürfen, während Mama in Berlin noch in ihrem Job als Nachrichtensprecherin arbeiten muss. Die Kinder verstehen nicht, warum der Fernsehsender nicht mal an Heiligabend die Nachrichten ausfallen lassen kann. So fiebern sie im Zug dem Weihnachtsfest entgegen, voller Vorfreude auf die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie.

Dabei haben sie einen roten Koffer mit selbstgemachten Geschenken, leckeren Plätzchen, Manus Saxofon, seiner selbst aufgenommenen CD und Janas Outfit für den großen Auftritt als Christkind unter dem Tannenbaum – also alles für ein perfektes Weihnachtsfest. Endlich bei ihrem Papa angekommen öffnen sie den Koffer und sind wie vom Donner gerührt: Der Inhalt ist auf einmal ein ganz anderer! Der Vater ruft sofort bei der Bahn an, um den vermissten und den fremden Koffer zu melden. Doch anstatt dort jemanden an die Strippe zu bekommen, fliegt er nach langer Wartezeit aus der Leitung – zur großen Enttäuschung von Manu und Jana.

Was soll denn jetzt bloß aus Weihnachten werden?

Ein kleines Gesamtkunstwerk geschaffen

Normalerweise würde ich hier ja noch mehr zum Inhalt des vorgestellten Buches erzählen. An dieser Stelle möchte ich das nicht tun, denn ich will das Wunder, das in diesem Büchlein passiert, nicht vorwegnehmen. Die Autorin und Illustratorin haben ein kleines Gesamtkunstwerk geschaffen, in dem es unglaublich viele liebevolle Details zu entdecken gibt. Die wie ein Comic anmutende Geschichte ist so gestrickt, dass sie gleich in mehreren Passagen zu überraschen weiß. Sorry, aber da mag ich wirklich nicht mehr verraten…

„Ein wirklich wahres Weihnachtswunder“, Arena Verlag, Foto: Daniela Krause

Gesellschaftliche Werte

Nur so viel: Die Charaktere in dem Büchlein sind sehr lebendig gezeichnet. Es sind unterschiedliche Altersgruppen, Nationalitäten und Familienkonstellationen vertreten. Mit einem Augenzwinkern wird unter anderem die Notwendigkeit des Festtagsbratens (in Form der Weihnachtsgans) thematisiert. Darüber hinaus gibt es märchenhafte Geschichten in der Geschichte und auch so wichtige gesellschaftliche Werte wie Toleranz, Diversität, Nachhaltigkeit und Nächstenliebe werden durch den Inhalt vermittelt. Dazu kommen noch einige Rezepte und Bastelanleitungen. Uns konnte dieses Weihnachtsbuch rundum überzeugen.

Das sagt der Große (7):

Das ist wirklich eine richtig schöne Weihnachtsgeschichte.

Das sagt die Lütte (5):

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es so lustig ist. Auch die Bilder sind sehr schön.

Unser Fazit:

Dieses Buch ist warmherzig, witzig und steckt voller Weihnachtswunder.

Gewinne das Buch im Kinderbuchblogger-Adventskalender:

Wenn ich dich neugierig machen konnte, habe ich jetzt eine kleine Überraschung für dich: Für den Kinderbuchblogger-Adventskalender von Kinderbuch-Detektive darf ich im neunten Türchen ein Exemplar des Büchleins unter meinen Lesern verlosen. Unter dem Link findest du sämtliche Türchen. Mit etwas Glück kannst du jeden Tag auf einem anderen Kinderbuchblog ein ausgewähltes Buch gewinnen.

Für dieses hier möchte ich gerne von dir wissen: Was war bislang dein persönliches Weihnachtswunder? Schreibe es mir unten in die Kommentare.

Die Verlosung beginnt mit Freischaltung dieses Posts und endet am Freitag, 10. Dezember, um 23 Uhr.

Teilnahmebedingungen:

Du bist mindestens 18 Jahre alt und wohnst in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Über den Gewinner entscheidet das Los. Falls du gewinnst, werde ich dich per Direktnachricht darüber informieren. Deine Adresse wird lediglich zur Gewinnübermittlung verwendet. Die Verlosung hat nichts mit den sozialen Medien Facebook oder Instagram zu tun. Von dort werden die Teilnehmer lediglich auf meinen Blog geführt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Auslosung:

Herzlichen Glückwunsch, Jojo!

Buch-Infos:

Ein wirklich wahres Weihnachtswunder
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. 

Titel: Ein wirklich wahres Weihnachtswunder
Text: Isabel Abedi
Illustrationen: Daniela Kohl
Erschienen bei Arena Verlag
gebunden, 112 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Preis: 12 Euro
ISBN: 978-3401606378

Die Autorin: Isabel Abedi

Isabel Abedi, 1967 geboren, arbeitete 13 Jahre lang als Werbetexterin. Abends, am eigenen Schreibtisch, schrieb sie Kinder- und Bilderbuchgeschichten und träumte davon, eines Tages davon leben zu können. Dieser Traum hat sich längst erfüllt: Isabel Abedi hat inzwischen zahlreiche sehr erfolgreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, von denen manche bereits ausgezeichnet und in andere Sprachen übersetzt wurden. Sie lebt und schreibt in Hamburg.

Die Illustratorin: Daniela Kohl

Daniela Kohl verdiente sich schon als Kind ihr Pausenbrot mit Kritzeleien. Die freie Illustratorin und Grafikerin lebt mit Mann, Hund und Schildkröte über den Dächern von München.

Ein Schweinebär im Schlafanzug

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„Ein Schweinebär im Schlafanzug“, Andreas Langer und Katalin Eva Pop, Foto: Daniela Krause

Das Problem war Sascha selbst: Diesmal war er ein leibhaftiger Schweinebär! Mit rosa Rüssel, braunem Zottelfell, spitz zulaufenden Ohren, Tatzen und einem Buckel über den Schultern. An den alten Sascha erinnerte nur noch der blau-weiß gestreifte Schlafanzug, in dem er nach wie vor steckte.“

Lieblingszitat aus „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ von Andreas Langer

„Du kleines Ferkel!“ – Ja, ich bekenne mich! Auch ich habe diese Worte schon zu meinen Kindern gesagt, wenn sie sich am Esstisch wie die kleinen Schweinchen am Trog verhalten haben. Und wie oft höre ich mich sagen: „Benutzt bitte die Gabel, nicht die Finger!“ Insofern war das Buch von Andreas Langer sowohl für mich als auch für meinen Großen (6) und die Lütte (fast 4) ein gefundenes Fressen. Denn das Buch „Ein Schweinebär im Schlafanzug“ dreht sich genau um dieses für Eltern und Kinder sehr leidige Thema.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jule. Jule ist zehn Jahre alt und hat einen kleinen Bruder, Sascha. Obwohl dieser mit fast sieben Jahren schon zur Schule geht (und man von ihm in seinem Alter so etwas wie Disziplin am Esstisch erwarten dürfte), futtert er wie ein Schwein. Deshalb wird er von seinen Eltern – halb liebevoll, halb verzweifelt – „Schweinebär“ genannt. Denn egal, was es zu essen gibt, hinterher sieht es an und unter seinem Essplatz aus wie im Saustall. Seiner Schwester tut Sascha etwas leid. Auch wenn er sich beim Essen manchmal wirklich tollpatschig anstellt. Doch sicherlich haben weder sie noch ihre Eltern gewollt, dass sich Sascha eines Tages in einen echten „broinkenden“ Schweinebären (einen Mix aus Schwein und Bär) verwandelt (Kafka lässt grüßen).

Amüsantes Versteckspiel

Saschas Eltern schieben sich gegenseitig die Schuld an seiner Verwandlung in die Schuhe. Nur Jule bewahrt einen kühlen Kopf und schreitet zur Tat: So ein Schweinebär MUSS ja mal – zum einen etwas fressen, zum anderen ein Häufchen machen. Und dann sind da noch die neugierigen Nachbarn und der strenge Hausmeister, die bestimmt keinen Schweinebären im Haus dulden. Es beginnt ein amüsantes Versteckspiel. Jule hat alle Hände voll zu tun, um ihren Bruder vor Fallstricken zu bewahren und glaubhafte Ausreden für dessen Missgeschicke und Hinterlassenschaften zu finden. Geschickt werden die unangenehmen Gerüche in der Wohnung auf die „Verdauungsprobleme“ der Mutter geschoben, damit Herr Hartenstein, der Hausmeister, ja keinen Verdacht schöpft.

Für immer ein Schweinebär?

Trotz der turbulenten Ereignisse und dem riesen Tohuwabohu in der Wohnung gewöhnt sich die Familie an ihren tierischen Mitbewohner – bis die Polizei vor der Tür steht. Saschas Abstecher in die Schlammgrube auf der nahe gelegenen Baustelle ist natürlich nicht unbeobachtet geblieben. Als dann auch noch die zeternden Nachbarn in der Tür stehen, kapituliert die Familie. Die Eltern bekennen sich (endlich) zu ihrem Schweinebären – und wie durch Hexerei verwandelt sich dieser wieder in den „alten“ Sascha. Seine Eltern nennen ihn fortan nie wieder Schweinebär, obwohl er immer noch wie einer futtert.

Und die Moral?

Farbig an diesem Taschenbuch ist leider nur das Cover, welches die wichtigsten Protagonisten im Sessel sitzend vereint, uns allerdings nicht so vom Hocker gerissen hat. Hier hätten wir uns eine turbulentere Szene gewünscht. Das von Katalin Eva Pop mit Schwarz-Weiß-Zeichnungen illustrierte Büchlein transportiert mit seinem Ende eine wichtige Botschaft: Die Eltern haben gelernt, Sascha so anzunehmen, wie er i(s)st. Auch wenn das bedeutet, dass die Wohnung wie ein Schweinestall aussieht. Man hätte vielleicht einen Kompromiss finden können: Sascha hätte lernen können, beim Essen weniger „herumzuferkeln“. Doch genau so ein Ende oder gar eine Moral hatte der Autor wohl nicht im Sinn. Das unterstreicht dieser O-Ton von Saschas Mutter: „So sind Kinder nun einmal. Sauber und ordentlich können sie als Erwachsene noch lange genug sein.“ Da ist was dran, finden wir.

Passend zur Geschichte gibt es am Ende des Taschenbuches noch einige Mitmachseiten mit Rätseln. Auf der Internetseite von Andreas Langer kann man sich die Seiten in groß ausdrucken, Ausmalbild inklusive.

Unser Fazit:

Die Lektüre vom „Schweinebären im Schlafanzug“ hat bei uns für vergnügte Vorlesestunden gesorgt. Es lädt dazu ein, die Dinge nicht ganz so ernst zu nehmen. Und vor allem, andere Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Darauf ein dreifaches: Broink!“

Buch-Infos:

Ein Schweinebär im Schlafanzug
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Autor: Andreas Langer
Zeichnungen von: Katalin Eva Pop

Erschienen 2019 im Selbstverlag
Taschenbuch, 108 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 5 Jahren
Preis: 6,95 Euro
ISBN 978-3749485161

Die Schmatzekatze – Auf der Suche nach dem MIAU

„Die Schmatzekatze – Auf der Suche nach dem MIAU“, Verlag DeBehr, Foto: Daniela Krause

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Schon beim Lesen des Titels dieses niedlich illustrierten Büchleins musste ich schmunzeln. „Schmatzekatze“, das kann doch nur ein ziemlich verfressenes Kätzchen sein… Und richtig: Bastian Zachs in Reimform verfasstes Kinderbuch-Debüt handelt von einer kugelrunden Katze, die immer Hunger hat. Anstatt zu miauen, wie Katzen das eben so tun, macht das Tierchen auch noch ausgerechnet „Schmatz!“ Mit sechs anderen Katzenbabys hat es auf einem Bauernhof das Licht der Welt erblickt. Und weil dort kein Platz für so viele Katzen ist, kommen eines Tages Menschen vorbei, um die Tiere bei sich aufzunehmen. Alle Geschwister finden einen neuen Dosenöffner. Nur die Schmatzekatze bleibt traurig und allein zurück.

„Die Schmatzekatze – Auf der Suche nach dem MIAU“, Illustration: Bastian Zach.

„Ich liebe dich, so wie du bist…“

Da steht Lili in der Tür! Und es ist Liebe auf den ersten Blick! Sofort drückt sie das Kätzchen an sich. „Dich Kätzchen, dich will ich!“ Die Schmatzekatze ist überglücklich und genießt ihr neues Leben. Bis Lili eines Tages offenbart, dass sie ihren Stubentiger so gerne einmal miauen hören würde. Ganz verunsichert macht sich das schmatzende Kätzchen auf die Suche nach dem „Miau“ und will „in Erfahrung bringen, wie Katzen für das Menschenohr am angenehmsten klingen“.

Sie fragt ein Pferd, eine Taube und einen Dackel. Doch keines der Tiere kann ihr wirklich helfen. Immerhin hat der Dackel einen Tipp: „So frage doch bei deinesgleichen“. Letztendlich bekommt die Schmatzekatze aber auch von einem mies gelaunten Straßenkater keine zufriedenstellende Antwort. Enttäuscht und entmutigt tapst das Kätzchen durch den Regen, bis es vor roten Gummistiefeln stehen bleibt. Lili? Das Mädchen nimmt den kleinen Ausreißer auf den Arm und drückt ihn fest an ihr Herz. Was wird die Schmatzekatze auf ihr „ich liebe dich, so wie du bist“ wohl erwidern?

„Die Schmatzekatze – Auf der Suche nach dem MIAU“, Illustration: Bastian Zach.

Von Anderssein und Akzeptanz

Jemanden so zu lieben wie er ist – mit all seinen Eigen- und Besonderheiten. Darum geht es in diesem niedlich illustrierten Büchlein. Bastian Zach lebt und arbeitet als selbstständiger Schriftsteller und Drehbuchautor in Wien und ist sonst in den Genres Krimi und historische Romane zu Hause. „Die Schmatzekatze“ ist sein erstes Kinderbuch, das er auch komplett selbst illustriert hat und als sein „Herzensprojekt“ bezeichnet. Das viel Herz in diesem Buch steckt, merkt man den unterschiedlichen Figuren an, die mit viel Liebe fürs Detail gezeichnet wurden. Man erkennt zum Beispiel beim Dackel fast jedes einzelne Härchen. Und der Straßenkater schaut herrlich miesepetrig aus der Wäsche…

Unser Fazit:

Eine rührende Geschichte für kleine und große Tierfreunde.

Buch-Infos:

Die Schmatzekatze – Auf der Suche nach dem MIAU
Text und Illustration: Bastian Zach
Erschienen 2019 im Verlag DeBehr
Bilderbuch, 36 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren
Preis: 12,95 Euro
ISBN 978-3957536426

Auch erhältlich als eBook

Liselotte Zottelwind bekommt Besuch auch Chile

Liselotte Zottelwind_Weltfreund Verlag_Mama liest vor
„Liselotte Zottelwind bekommt Besuch aus Chile“, Weltfreund Verlag, Illustrationen: Nina Sievers, Foto: Daniela Krause

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Liselotte Zottelwind hat Salzwasser im Haar, ein großes Herz für ihre Mitmenschen und ist immer offen für ein neues Abenteuer rund um den Globus. Ihre Heimat ist Nordfriesland. Dort lebt sie in einem gemütlichen Reetdachhaus mit großem Bauerngarten und baut mit den Nachbarskindern Lene, Mats und Peer Gemüse an. Eines Tages bekommt Liselotte Besuch – weil das Land so flach ist, kann sie ihn schon von weitem sehen und ist ganz aus dem Häuschen: Es ist Nahuel, ein alter Freund aus Chile, der die weite Reise zu ihr auf sich genommen hat.

Neugierig fragen die Kinder Nahuel über seine Herkunft aus. Der Mapuche-Indianer und Liselotte berichten von ihrem Kennenlernen in Chile, von der Landschaft mit Seen und schneebedeckte Vulkanen, aber auch von Erdbeben, einem Ausflug in die Atacama-Wüste und in den Regenwald. Die Kinder lauschen gebannt den Mythen und Sagen, die Nahuel erzählt und erfahren viel über sein Leben und seine Kultur.

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Illustration: Nina Sievers, Weltfreund Verlag

Eine Woche lang bleibt der Chilene zu Besuch. Zum Abschied feiern alle gemeinsam ein großes Fest mit Stockbrot und Liselottes geliebtem „Schietwettertee“ auf Mapuche-Art. Sie singen Lieder in verschiedenen Sprachen, und Nahuel lässt sich von den Kindern deutsche Märchen erzählen. Viel zu schnell ist der Tag der Abreise gekommen. Traurig winken Liselotte und die Nachbarskinder Nahuel hinterher. Doch Liselotte weiß: Der nächste Besuch kommt bestimmt. 

Weltoffenheit und Nachhaltigkeit

Die Autorin Melina Burmeister hat mit Liselotte Zottelwind eine starke Persönlichkeit geschaffen, eine Frau, die sich nicht verbiegen lässt und fremden Menschen und Kulturen mit Offenheit und Respekt begegnet. Darüber hinaus pflegt sie einen sehr nachhaltigen Lebensstil – mit Hühnern und dem eigenen Anbau von Obst und Gemüse. Aufgrund ihrer herzlichen Art hat die Protagonistin meine Kinder sehr schnell für sich eingenommen. Besonders spannend fanden sie die alten Geschichten von Nahuel, etwa über die Schlangenwesen, die der Sage nach das heutige Chile erschaffen haben sollen.

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Melina Burmeister (links) und Nina Sievers sind die zwei kreativen Köpfe hinter Liselotte Zottelwind. Foto: Eugen Heimböckel – Weltfreund Verlag

Die farbenfrohen Illustrationen von Nina Sievers machen Liselottes Abenteuer greifbar und sind in ihrer Form, wie ich finde, einzigartig. Gegen Ende hin hätten wir uns gewünscht, dass sich die Woche, in der Nahuel bei Liselotte bleibt, noch etwas hingezogen hätte. Vielleicht hätte man die Erlebnisse des Chilenen in Nordfriesland noch etwas mehr ausschmücken können. Insgesamt hat uns Liselottes Abenteuer sehr gut gefallen. Auf den letzten Seiten gibt es ein bebildertes Glossar, das die wichtigsten Begriffe aus dem Buch kindgerecht erklärt. Der Leser erfährt zum Beispiel, was eine Klöntür, ein Picaflor oder eine Ruka ist.

Übrigens: Die Autorin hat in einem sehr lesenswerten Interview der taz verraten, dass in Liselotte Zottelwind viel Autobiographisches steckt. So ist Melina Burmeister wie ihre Protagonistin in Nordfriesland geboren, hatte aber schon immer den Drang zu Reisen – auch nach Chile. Die Autorin schrieb uns zu ihrem Werk: „Liselotte Zottelwind ist ein liebevoller Mix aus Abenteuergeschichte und Sachbuch, gespickt mit Werten wie Weltoffenheit, Nachhaltigkeit und Feminismus.“

Ein rundum nachhaltiges Buch-Konzept

Bei Liselotte Zottelwind passt das Gesamtpaket: Das Buch wurde durch Crowdfunding finanziert und im Januar 2019 im Weltfreund Verlag herausgebracht, den Melina Burmeister und Nina Sievers selbst gegründet haben. Gedruckt wurde bei der UmweltDruckerei, klimaneutral auf 100 Prozent Recyclingpapier, mit Bio-Farben und unter Bezug von Ökostrom. Mit der Gründung des Weltfreund Verlages möchte die Autorin „einen weiteren Impuls für eine nachhaltige Buchwirtschaft setzen“. Das Geld, mit dem der Verlag arbeitet, wird von der Bank in nachhaltige, ethische Projekte investiert.

Unser Fazit:

Dieses Buch macht Kinder neugierig auf die große, weite Welt und lädt dazu ein, über den Tellerrand zu schauen und sich mit fremden Kulturen zu beschäftigen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zu mehr Toleranz und Völkerverständigung. Wir sind schon sehr gespannt auf Liselottes nächsten Besuch!

Klappentext:

Die Weltenbummlerin Liselotte Zottelwind ist in ihre Heimat Nordfriesland zurückgekehrt. Dort lebt sie in einem kleinen Reetdachhaus am Deich, baut gemeinsam mit den Nachbarskindern Gemüse an und heißt Menschen aus allen Ländern bei sich willkommen. Als eines Tages überraschend ein alter Freund aus Chile zu Besuch kommt, beginnt für Lene, Mats und Peer eine Entdeckungsreise durch Raum und Zeit. Liselotte und ihr Besuch, Nahuel, nehmen die Kinder in ihren Erzählungen mit ins ferne Chile. Sie durchstreifen Wüsten und Regenwälder, erleben Erdbeben und tauchen ein in die Sagen und Märchen der Mapuche.

Buch-Infos:

Liselotte Zottelwind bekommt Besuch aus Chile
Du kannst das Buch über diesen Link bei genialokal bestellen und damit den lokalen Buchhandel unterstützen. Kaufst du das Buch über den Affiliate Link, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Buchtipps sind jedoch frei von Einflussnahme durch Affiliate Partner.

Text: Melina Burmeister
Illustration: Nina Sievers
Erschienen im Weltfreund Verlag
gebundenes Buch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3000611865
Preis: 20 Euro

Zinnober in der grauen Stadt

zinnober
Maler Zinnober in der grauen Stadt, Ravensburger, Foto: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Buch selbst gekauft//

Maler Zinnober liebt die Farben, doch in seinen Farbtöpfen ist nur Grau und Schwarz. Denn er lebt in einer Stadt, in der Farben nicht erwünscht sind. Eines Tages streicht Zinnober das Haus von Herrn Brüll, dem Altwarenhändler – natürlich in Schwarz und Grau. Da hocken unter seiner Leiter die zwei Jungen Jonas und Paul, die mit bunter Kreide das Pflaster bemalen. Durch ein Missgeschick kippt Zinnober seinen Farbtopf um, und die graue Farbe fließt über die bunten Malereien. „Graumaler! Schwarzmaler!“, rufen die Kinder ihm wütend hinterher, als er nach getaner Arbeit nach Hause geht.

Dort fasst er einen Entschluss. Als alles schläft packt er sein Auto und fährt in die Stadt. Mit bunten Farben bemalt er einen ganzen Platz und versteckt sich, sobald der Tag anbricht. Aus seinem Versteck beobachtet er die Reaktionen der Menschen. Diese freuen sich über die bunten Malereien und bekommen gute Laune. Die beiden Kinder kommen dem „Buntmaler“ schließlich auf die Schliche und sind ganz überrascht, als sie Zinnober wiedererkennen. Gemeinsam schmieden sie einen Plan: Die ganze Stadt soll bunter werden! Bald merken die drei Farbrevolutionäre, dass sie mit diesem Wunsch nicht alleine dastehen. Und so wird aus dem grauen Ort nach und nach die farbenfrohe „Zinnoberstadt“.

Das Buch ist erstmals 1973 erschienen und wurde 2013 als Bilderbuch-Klassiker von Ravensburger neu aufgelegt. Bei den fantasievollen Illustrationen wurde kräftig in den Farbtopf gegriffen. So zeigen die Bilder eindrücklich die Verwandlung der Stadt. Außerdem wird sehr schön dargestellt, wie die gute Idee eines Einzelnen schließlich von Mensch zu Mensch wie eine Flamme weiter getragen wird und Leidenschaft und Begeisterung in anderen entfacht. Es erinnert mich an Guerilla-Gardening, denn durch das Werfen der „Samenbomben“ werden graue, triste Orte ja ebenfalls in bunte Hingucker verwandelt.

Unser Fazit:

Ein Hoch auf die Farben und die Fantasie! Dieses Buch lässt Kinder staunen.

Klappentext:

Der Maler Zinnober liebt Farben und alles Bunte. Aber er wohnt in einer grauen Stadt mit tristen Häusern, deren Bewohner ebenfalls grau und düster sind. Niemand möchte in bunten Häusern wohnen, alle Wände muss Zinnober dunkel anstreichen. Aber Zinnober will kein Graumaler mehr sein! Gemeinsam mit zwei Kindern beginnt er über Nacht die Straßen bunt anzumalen. Und siehe da: Die Menschen freuen sich über all die Farben, und die Stadt erwacht zu neuem Leben.

Buch-Infos:

Zinnober in der grauen Stadt
Text und Illustrationen: Margret Rettich
Ravensburger, Ravensburger Kinderklassiker
Kinderbuch, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
ISBN: 978-3473446117
ehemals: 10 Euro, aktuell Buch-Rarität