Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Vielleicht kommen wir ja nie mehr zurück“, sagt der Esel und lässt den Kopf ein bisschen hängen. „Weil die Welt viel zu groß ist für ein Eselleben. Und für ein Hörnchenleben erst recht.“ – „Dann sind wir halt für immer Abenteurer“, sagt das Hörnchen. Aber aufgeben werden wir jetzt nicht!“

Lieblingszitat aus „Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“ von Anja Fröhlich

Freunde sind wunderbar! Mit ihnen kann man lachen und weinen, Luftschlösser bauen und philosophieren, Blödsinn machen und Abenteuer erleben. Esel und Hörnchen sind solche Freunde, die zusammen durch dick und dünn gehen. Eines Tages brennt Esel eine Frage unter den Hufen: „Hey Hörnchen! Glaubst du, die Welt ist irgendwo zu Ende?“ Weil Hörnchen ihm darauf aber keine zufriedenstellende Antwort geben kann, beschließen die beiden, einen Spaziergang zu machen – bis zum Ende der Welt und wieder zurück. Das kann ja nicht so weit sein…

Auf ins Abenteuer!

Mit einer Tasche voll Proviant machen sich die beiden auf den Weg ins Ungewisse. Bald schon tun Hörnchen die Pfoten weh. Doch Esel nimmt ihn auf seinen Rücken, wodurch die beiden Abenteurer viel schneller vorankommen. Sie begegnen einer Schafherde und stoßen auf Klippen und einen Abgrund. So weit das Auge reicht, ist nur Wasser zu sehen. Ist das schon das Ende der Welt? Oder kommt nach dem großen Wasser noch mehr? Am Fuße der Klippen finden die beiden ein Boot. Die Überfahrt wird stürmisch. Esel und Hörnchen machen sich Vorwürfe, wessen doofe Idee die Reise gewesen ist. Dabei merken sie gar nicht, dass sie von einem Wal ans rettende Ufer getragen werden.

„Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen“, Hummelburg Verlag, Foto: Daniela Krause

Durch Wüstenstaub, Eis und Schnee

Hier gibt es Wüstensand ohne Ende – und schwerhörige, aber freundliche Kamele, die sie ein Stück zwischen ihren Höckern mitnehmen. Von der Wüste kämpfen sich die beiden durch den dichten Dschungel. Das Klima verändert sich zusehends. Schnee und Eis erschweren die Wanderung und lassen sogar Popel in der Nase gefrieren. Esel und Hörnchen treffen auf Pinguine, die behaupten, ihre Heimat sei nicht das Ende der Welt, sondern der Mittelpunkt. Verunsichert lassen sie die Kälte hinter sich und trotten durch eine karge, trockene Landschaft.

Kein Anfang und kein Ende?

Der Esel hat jetzt endgültig die Nase voll. Hier muss die Welt jetzt einfach zu Ende sein. Doch das ist sie nicht. Sie treffen weitere Tiere auf ihrer Reise, ein Känguru und einen Elefanten. Irgendwann riecht merkwürdigerweise alles um sie herum so vertraut. Beim gemeinsamen Sternegucken schlafen die beiden Freunde ein – ohne zu merken, dass sie längst wieder zu Hause sind. Erst am nächsten Morgen wird Esel und Hörnchen klar: Die Welt muss eine Kugel sein – ohne Anfang und ohne Ende.

Parallelen zu „Oh, wie schön ist Panama“

Die Geschichte der beiden Freunde, geschrieben von Anja Fröhlich, ließ mich an „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch denken. Tiger und Bär gehen ebenfalls auf eine Reise, deren Weg das Ziel ist. Am Ende kommen sie nach Hause – allerdings ohne es zu erkennen. Voller Eindrücke und Erinnerungen kehren auch Esel und Hörnchen von ihrem aufregenden Abenteuer heim. Als Team haben sie die Antwort auf Esels Frage gefunden, und beide wissen zweifelsohne: Sie sind wieder zu Hause.

Collagen-Effekte in den Bildern

Was uns bei diesem Buch ganz besonders gut gefallen hat, waren zum einen die vielen lustigen Begebenheiten auf der Reise, bei denen ich aber nicht vorgreifen möchte. Zum anderen waren wir fasziniert von den Bildern, in denen Illustratorin Anke Faust ihre Zeichnungen mit Fotocollagen verschmelzen lässt: So trägt der Esel eine Latzhose aus „echtem“ Jeans-Stoff. Das Schaffell hat mal die Optik von reiner Wolle, mal von einem Strickpullover. Und als die beiden von ihrer Seereise an Land gehen, kleben dicke Wassertropfen im Fell des Esels. In den Bildern können die Kinder zudem viele versteckte Details entdecken, wenn sie ganz genau hinschauen.

Unser Fazit:

Das Abenteuer der beiden Freunde zeigt, was man zusammen erreichen kann – und wie schön es ist, wenn man am Ende von einer langen Reise wieder nach Hause zurückkehrt.

Buch-Infos:

Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
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Titel: Vom Esel und Hörnchen, die das Ende der Welt suchen
Text: Anja Fröhlich
Illustrationen: Anke Faust
Erschienen 2019 im Hummelburg Verlag
gebunden, 32 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 4 Jahren
Preis: 14,99 Euro
ISBN: 978-3747800003

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