Der kleine Prinz

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision, Fotos: Daniela Krause

//unbezahlte Werbung/Rezensionsexemplar//

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Dieses Zitat stammt aus einem der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry erschien erstmals im Jahr 1943. Im vergangenen Jahr haben sich Agnès de Lestrade und Valeria Docampo an die Nacherzählung dieser zeitlosen Geschichte gewagt.

Zugegeben, anfangs war ich kritisch: Eine neue Version eines Klassikers – und dann auch noch als Kinderbuch? Kann das funktionieren? Das Ergebnis hat mich dann doch mehr als positiv überrascht. Insbesondere waren wir verzaubert von den liebevollen Bildern, die ganz viel Interpretationsspielraum lassen.

Berührende Geschichte mit emotionalem Ende

Ich muss dazu sagen, dass ich das Original nicht in der deutschen Fassung gelesen habe, sondern in der Französischen im Schulunterricht. Doch schon damals berührte mich die Geschichte des kleinen Prinzen. Unvergessen geblieben ist das Bild von der Schlange mit dem Elefanten im Bauch, die für die Erwachsenen bloß aussieht wie ein unförmiger Hut. Diese Zeichnung findet sich in dem Bilderbuch gleich auf der ersten Seite wieder.

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision

Die Geschichte wurde für die Nacherzählung gestrafft und umgeschrieben, so dass sie für Kinder zugänglich wird – wobei ich das Einstiegsalter ab drei Jahren persönlich etwas früh finde. Vielleicht mag das für die Bilder gelten, aber nicht für den Text. Dafür sind die Inhalte zu erklärungsbedürftig und zum Teil problematisch (z. B. Alkoholkonsum).

Nicht vergessen werden darf auch das emotionale Ende des Buches (der tödliche Biss der Schlange und das Verschwinden des Prinzen), das bei Kindern natürlich Fragen aufwirft und vielleicht Ängste auslösen kann. Auch wenn die letzte Reise des kleinen Prinzen durch die einfühlsamen Bilder harmloser und tröstlicher anmutet – hier ist bei den Erläuterungen durch die Eltern so oder so viel Fingerspitzengefühl gefordert. Ich würde das Buch zum Vorlesen daher eher ab etwa vier/fünf Jahren empfehlen. Je nachdem, ob man seinem Kind dann schon ernstere Themen zumuten kann und möchte.

Ein Prinz von einem anderen Stern

Der Inhalt des Buches ist dir sicher vertraut. Aber ich frische die Erinnerungen gerne noch einmal auf: „Als ich noch ein Kind war, wollte ich Maler werden.“ – So beginnt die Geschichte von dem Piloten, der eines Tages mit seinem Flugzeug in der Wüste notlandet und dort auf den kleinen Prinzen trifft, der ihn bittet ein Schaf für ihn zu zeichnen. Der kleine Prinz erzählt von seinem Planeten, seiner anspruchsvollen Rose, die er über alles liebt, und er berichtet von den vielen wundersamen Begegnungen auf seiner Reise: vom König ohne Untertanen; vom Eitlen, der immerzu bewundert werden will; von Einem, der trinkt, um zu vergessen; vom Geschäftsmann, für den nur Reichtum zählt; vom emsigen Laternenanzünder und vom Geografen, der den Prinzen an seine Rose erinnert.

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„Der kleine Prinz“, Mixtvision

Auf der Erde findet er noch mehr Rosen und freundet sich mit einem Fuchs an, der ihm sein Geheimnis anvertraut (siehe Zitat oben). Der Fuchs ist es auch, der ihm die wichtige Botschaft von Freundschaft und Verantwortung mit auf den Weg gibt. Als es dem Piloten Tage später endlich gelingt, sein Flugzeug zu reparieren, sieht er den Prinzen ins Gespräch mit einer Schlange vertieft. Diese bietet ihm einen Weg an, um auf seinen Planeten zurückzukehren. Von ihr gebissen, fällt der kleine Prinz lautlos in den Sand – am nächsten Morgen ist er verschwunden. Der Pilot ist sich sicher: Er ist wieder zurück auf seinem Stern.

Kindgerecht verpackte Gesellschaftskritik

Großflächig und mit allen Farben, die ein Malkasten hergibt, erzählen die traumhaften Illustrationen lebendig die Geschichte. Der Text ist in die gemalten Hintergründe eingebettet. Schlüsselwörter wurden durch eine größere Schrift hervorgehoben und können beim Vorlesen betont werden.

Kurz eingehen möchte ich auf die verschiedenen Wesen, die der kleine Prinz während seiner Reise trifft: Zunächst ist da der Pilot, der sein Vater sein könnte und der für den kleinen Prinzen eine ganz wichtige Rolle spielt, da die beiden Freundschaft miteinander schließen. Dann folgen die skurrilen Charaktere, die in ihrem Tun so voller Widersprüche sind und die Unsinnigkeit ihrer „Arbeit“ im Gespräch selbst entlarven. Diese werden als Tiere dargestellt: So hockt der König als Frosch auf seinem Thron, der Trinker wird als Äffchen mit einem Trichter auf dem Kopf gezeigt der Geschäftsmann als Erpel mit Krawatte. Einzig der Laternenanzünder weckt beim kleinen Prinzen eine positive Assoziation, weil er sich um etwas anderes kümmert als nur sich selbst. Gesellschaftskritik wurde hier so verpackt, dass auch Kinder sie verstehen können.

Unser Fazit:

Zeitlos erzählt, traumhaft bebildert und kindgerecht verpackt. Doch zum Vorlesen ab drei Jahren finden wir es noch zu früh.

Buch-Infos:

Der kleine Prinz
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Autorin: Agnès de Lestrade
Illustration: Valeria Docampo
Erschienen im Mixtvision Verlag
Bilderbuch, 56 Seiten
Empfohlenes Lesealter: ab 3 Jahren (laut Verlag)
Preis: 15 Euro
ISBN 978-3958541412

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