Warum ich das Vorlesen liebe

Heute möchte ich dir erzählen, warum ich meinen Kindern so gerne vorlese. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Der erste liegt in meiner eigenen Kindheit. Denn schon als kleines Kind war ich verliebt in Bücher und lauschte den Geschichten, die mir meine Eltern vorlasen. Jedes Buch war für mich wie eine kleine Welt. Und ich konnte nicht genug davon bekommen, in diese Welten einzutauchen. Ich konnte tatsächlich einige Bücher aus dem Gedächtnis mitsprechen. Und wehe, meine Eltern versuchten zu schummeln und die Geschichte abzukürzen…

Wenn meine Kinder möchten, dass ich ihnen etwas vorlese, komme ich diesem Wunsch meistens nach. Es sei denn, es passt wirklich überhaupt nicht in den Zeitplan. Mittlerweile bleibt auch meine zweijährige Tochter gern neben mir sitzen, wenn ich meinem vierjährigen Sohn etwas vorlese. Vor einigen Monaten, fand sie Bücher mit größeren Textpassagen eher weniger spannend. Umso schöner ist es, wenn ich jetzt beiden gleichzeitig etwas vorlesen kann. Das mache ich am liebsten bei uns zu Hause, in der liebevoll eingerichteten Kinderabteilung unserer Stadtbibliothek – oder, wenn ich irgendwo Wartezeiten überbrücken muss, auch unterwegs (etwa beim Kinderarzt).

Ich genieße besonders die Zeit, in der wir zusammengekuschelt auf dem Sofa sitzen und gemeinsam Bücher anschauen. Ich merke, wie die beiden sich beim Vorlesen entspannen und zur Ruhe kommen, wie sie konzentriert versuchen von der großen Zahl an Wörtern, die sie hören, so viele wie möglich in ihren kleinen Köpfen zu speichern. Ich lese bewusst etwas langsamer, damit sie folgen können. Wenn sie etwas sagen möchten oder eine Frage haben, mache ich eine kleine Pause. Bei meiner Kleinen ist es so, dass sie oftmals nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, es selbst noch einmal „lesen“ möchte. Dabei schaut sie dann genau auf die Bilder und versucht das Gesehene mit ihren eigenen Worten wiederzugeben. Eine prima Gelegenheit, um mit ihr über das Buch ins Gespräch zu kommen.

Natürlich werden – gerade für den Großen – zunehmend andere Medien interessant. Fernsehen beispielsweise oder Tablet. Umso glücklicher bin ich, wenn er mich bittet, ihm ein Buch vorzulesen. Ein richtiges Buch. Mit Seiten aus Papier.

Ich glaube, dass das Vorlesen für Kinder immens wichtig ist, um sich nach und nach ein eigenes Bild von ihrer Welt machen zu können, um die eigenen Gefühle besser kennenzulernen, Empathie zu entwickeln, Zusammenhänge zu begreifen, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen…

Vorlesen ist auch fester Bestandteil unseres Zu-Bett-geh-Rituals. Die Kinder dürfen dann selbst ein Buch aussuchen – vorausgesetzt, es ist nicht gerade 100 Seiten lang. Abends ist das Vorlesen perfekt, um langsam ruhiger zu werden und den Kopf von den vielen aufregenden Erlebnissen des Tages freizubekommen – das gilt für uns alle. Denn auch mein Mann und ich können beim Vorlesen einen Gang runterschalten und den gemeinsamen Moment mit unseren Kindern genießen.

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